Zum Inhalt springen

Anne Lass

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Anne Lass (geboren 1978 in, Schleswig, Schleswig-Holstein) ist eine dänisch-deutsche bildende Künstlerin, die mit Fotografie arbeitet.[1]

Lass begann im Jahr 2000 ein Studium des Kommunikationsdesign an der Universität-Gesamthochschule Essen bzw. Universität Duisburg-Essen und erwarb 2007 dort ihren Abschluss. Unter anderem belegte sie das Fach Dokumentarfotografie bei Jörg Sasse.[2] 2003 absolvierte sie ein Auslandssemester an der Moholy-Nagy Universität für Kunst und Design in Budapest.[3]

Sie wohnte jeweils länger in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Ungarn und Dänemark.[3] Seit 2014 lebt und arbeitet sie auf Bornholm und hat enge Beziehungen zu Berlin und Kopenhagen.[4][5]

Anne Lass arbeitet dokumentarisch, bezieht in ihre fotografischen Serien jedoch auch konzeptuelle Elemente ein.[3] Eine Konstante im Werk von Anne Lass ist die Abbildung von Menschen. Ihre Arbeiten kombinieren oft Portraits mit urbanen Aufnahmen oder Stillleben.[5][6] In ihrer Anfangsphase wurde die Künstlerin von amerikanischen Fotokünstlern wie Joel Sternfeld oder Jeff Wall geprägt.[3]

Eine ihrer frühen Arbeiten, „Wandeln“, versucht sich an einer Darstellung der aktuellen Zeit. Sie bringt Einzelbilder zusammen, die unter anderem in Australien, Deutschland und der USA aufgenommen wurden.[3] Die Arbeit wurde unter dem Titel „In unserer Zeit“ 2009 im Rahmen der „Talents“ Reihe zwei Monate im C/O Berlin ausgestellt. Dazu entstand ein Katalog in Zusammenarbeit mit Katja Melzer.[3][5]

Bei aktuellen Projekten arbeitet Lass oft ortsspezifisch; „Low Season“ (2023) beschäftigt sich mit der Insel Bornholm in der Nebensaison. Die Reihe fängt eine melancholische Stimmung ein und behandelt die innere Verbindung von Menschen mit ihrer Umgebung.[5] Ähnlich verhält es sich bei „Triple Seven“, einer Arbeit, die den Raum Berliner Spielhallen untersucht und die Menschen, die dort arbeiten, abbildet. Die Serie wurde 2024 im Fotografiska Berlin ausgestellt.[4][2] Für Lass hat das Fotobuch eine besondere Bedeutung, jede ihrer Arbeiten erscheint auch in Buchform.[3]

Ihre Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des C/O Berlin, Danish Arts Foundation, Centrum Beeldende Kunst und Museum of Avantgarde.[4]

Einzelausstellungen (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenausstellungen (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 2007: „Geography of Nowhere“, Voies Off, Arles, Frankreich[9]
  • 2009: „Narrating a place“, Museum Fotografia Contemporanea, Mailand, Italien[9]
  • 2010: „Über Tage“, Kunstmuseum Mülheim[9]
  • 2010: „C/O Talents“, Deutsche Börse Group, Frankfurt[11]
  • 2010: „Hijacked“, Australian Centre for Photography, Sydney, Australien[11]
  • 2012: „Looking at the Land“, Museum of Art - RISD, Providence, USA[9]
  • 2012: „Eyes on the City“, GrazMuseum, Graz, Österreich[11]
  • 2014: „Berlin Art Prize“, Berlin[9]
  • 2021: „Helsinki Photo Festival“, Nordic Village, Helsinki, Finnland[9]
  • 2023: „Mensch und Landschaft“, Alfred Erhardt Stiftung, Berlin[11]

Publikationen (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Wandeln, Text von Dr. Dörthe Beier and Lars Schwander, Photographia Borealis, Schleswig, 2009
  • In unserer Zeit, Text von Katja Melzer, C/O Berlin, Berlin, 2009, ISBN 978-3-422-06932-9
  • Hijacked, Publikation mit verschiedenen Künstlern, Kehrer Verlag: Heidelberg, 2010, ISBN 978-3-86828-126-2
  • Low Season, Text von Dennis Gade Kofod, Another Place Press, Jamestown (Schottische Highlands), 2022, ISBN 978-1-8383119-7-1
  • Triple Seven, Text von Nela Eggenberger, Design von Louis Montes, Disko Bay, Kopenhagen, 2023, ISBN 978-87-97-3526-6-3

Stipendien und Preise (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 2008: Canon Profifoto Förderpreis[9]
  • 2009: Talents 09/10, C/O Berlin[3]
  • 2009 & 2010: Danish Arts Foundation / Arts Agency, Arbeitsstipendium[9]
  • 2024: Best bookwork of the year, Foreningen for Boghaandværk, Dänemark[9]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Anne Lass: Triple Seven. In: berlin.fotografiska.com. 14. Juni 2024, abgerufen am 16. Juni 2025.
  2. 1 2 Ana Corderot: Anne Lass : faites vos jeux. In: fisheyemagazine.fr. 29. Dezember 2023, abgerufen am 16. Juni 2025 (französisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Katja Melzer: Anne Lass, in unserer Zeit (= Talents. Nr. 15). Limitierte Auflage. Dt. Kunstverlag, München / Berlin 2009, ISBN 978-3-422-06932-9.
  4. 1 2 3 Brad Feuerhelm: Anne Lass - Triple Seven. In: AMERICAN SUBURB X. 5. November 2023, abgerufen am 16. Juni 2025 (amerikanisches Englisch).
  5. 1 2 3 4 Claudia Kursawe: "Low Season" - Der innere Film. In: PHOTONEWS. Nr. 7-8/2023. Hamburg 29. Juni 2023, S. 2425.
  6. Surreal Photos of Berlin’s Disappearing Gambling Halls. In: anothermag.com. 17. November 2023, abgerufen am 17. Juni 2025 (englisch).
  7. Chronik. In: stadtmuseum-schleswig.de. Abgerufen am 16. Juni 2025.
  8. “In Our Time: Photographs by Anne Lass" at Goethe-Institut. In: washingtoncitypaper.com. 2. April 2010, abgerufen am 16. Juni 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Anne Lass: About. In: Anne Lass. Abgerufen am 16. Juni 2025.
  10. Anne Lass: Triple Seven. In: berlin.fotografiska.com. 14. Juni 2024, abgerufen am 16. Juni 2025.
  11. 1 2 3 4 Anne Lass - artist, news & exhibitions. In: photography-now.com. Abgerufen am 16. Juni 2025 (englisch).