Ann Hamilton

Ann Katherine Hamilton (* 22. Juni 1956 in Lima, Ohio) ist eine US-amerikanische Installations-, Performance- und Videokünstlerin sowie Bildhauerin und Fotografin.[1] Sie ist für großformatige, ortsbezogene Arbeiten bekannt, in denen Materialien, Sprache, Klang und körperliche Erfahrung zusammenwirken.[2][3]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hamilton wuchs in Columbus auf.[3] Nach einem Studium der Geologie und Literatur an der St. Lawrence University (1974–1976) wechselte sie an die University of Kansas, wo sie 1979 einen Abschluss in Textildesign erwarb. 1979/1980 hielt sie sich mit einem Stipendium am Banff Centre for the Arts auf und hatte 1981 eine erste Einzelausstellung an der Walter Phillips Gallery in Banff, Alberta. Danach war sie einige Zeit als industrielle Näherin in einer Matratzenfabrik in Montreal tätig. Anschließend setzte sie ihre künstlerische Ausbildung an der Yale School of Art der Yale University fort, wo sie bis 1985 Skulptur studierte. 1989 erhielt sie ein Guggenheim-Stipendium.[1]
Von 1985 bis 1991 lehrte Hamilton an der University of California, Santa Barbara und kehrte anschließend nach Columbus zurück, wo sie ab 2001 eine Lehrtätigkeit an der Ohio State University ausübte.[1] Ihre Arbeiten wurden bei einer Reihe von katalogbegleiteten Einzelausstellungen präsentiert, unter anderem am Museum of Contemporary Art, Los Angeles (1988), Hirshhorn Museum and Sculpture Garden (1991) und New Yorker Museum of Modern Art (1994). 1991 nahm sie an der Biennale von São Paulo und 1999 an der Biennale di Venezia teil.[1]
2009 wurde Hamilton zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.[4] Sie erhielt die Ehrendoktorwürde von der Rhode Island School of Design (2002), California College of Arts and Crafts (2003), Massachusetts College of Art (2004), Maryland Institute College of Art (2004) und School of the Art Institute of Chicago (2005). 2008 gewann sie den Heinz Award.[1] Im Jahr 2015 wurde sie mit der National Medal of Arts ausgezeichnet.[5]
Hamilton lebt und arbeitet mit dem Künstler Michael Mercil in Columbus.[3][5]
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hamilton entwickelte seit den 1980er-Jahren eine Form der Installationskunst, die Alltagsmaterialien, Schrift, Ton und performative Elemente für sinnliche Raumerfahrungen nutzt.[3][6] Für den US-Pavillon der 48. Biennale di Venezia schuf sie 1999 myein, eine Arbeit mit fuchsafarbenem Pulver, Blindenschrift und geflüsterter Sprache, die sich mit dem Sehen, der Berührung und der Wahrnehmung befasste.[6][3] Im Jahr 2012 setzte sie in der Park Avenue Armory in New York the event of a thread um, in dem 42 Schaukeln einen riesigen Vorhang in Bewegung setzten und das Publikum selbst zum Bestandteil der Arbeit wurde.[7] 2014 erhielt sie in Seattle den bis dahin größten Kunstauftrag im öffentlichen Raum der Stadt; im selben Jahr zeigte sie in der Henry Art Gallery die Ausstellung the common SENSE, die mit gescannten naturkundlichen Präparaten, Zeitungspapier und partizipativen Elementen arbeitete.[8][9] 2015 wurde ihr Textkunstprojekt für die Station Cortlandt Street in Lower Manhattan gebilligt, das historische Dokumente nutzt, und 2016 befasste sie sich in Philadelphia in habitus mit Stoff, Bewegung und der Geschichte der dortigen Textilindustrie.[10][11]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Gerhard Bissell: Hamilton, Ann. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 68, De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-598-23035-6, S. 455.
- ↑ Ohio Artist Ann Hamilton Wins National Medal of Arts. In: Ideastream Public Media. 4. September 2015, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 ART/ARCHITECTURE; Representing America in a Language of Her Own. In: The New York Times. 30. Mai 1999, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ Book of Members 1780–present, Chapter H. (PDF; 1,3 MB) In: amacad.org. American Academy of Arts and Sciences, abgerufen am 6. April 2026 (englisch).
- 1 2 Ann Hamilton Receives the National Medal of Arts. In: PBS. 30. September 2015, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- 1 2 Interview with Ann Hamilton: The Biennale and seeing through the American dream. In: The Art Newspaper. 30. Juni 1999, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ The Audience as Art Movement. In: The New York Times. 6. Dezember 2012, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ Ann Hamilton Gets Seattle’s Million-Dollar Vote of Confidence. In: The Stranger. 26. März 2014, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ Ann Hamilton's Distorted Scans of Natural History. In: Hyperallergic. 22. Oktober 2014, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ At Cortlandt Street Subway Station, Art Woven From Words. In: The New York Times. 29. April 2015, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ Ann Hamilton Pays Tribute to Philadelphia's Frayed Textile Industry. In: Hyperallergic. 10. Oktober 2016, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hamilton, Ann |
| ALTERNATIVNAMEN | Hamilton, Ann Katherine |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Visual- und Installationskünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 22. Juni 1956 |
| GEBURTSORT | Lima, Ohio |