Anicka Yi
Anicka Yi (geb. 1973 in Seoul) ist eine koreanisch-US-amerikanische Konzeptkünstlerin.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Yi migrierte als Kind mit ihren Eltern in die USA und studierte am Hunter College und der University of California in Los Angeles. Sie war Artist Fellow am CAST - Center for Art Science and Technology des Massachusetts Institute of Technology (2014), am Berggruen Institute (2019) und der Stanford University (2022–23). Ihr Studio hat sie heute in New York City.
In ihrer Kunst beschäftigt sie sich häufig mit der Vielfalt von Lebensformen und Intelligenz sowie der Verschmelzung von Technologie und Biologie und bezieht sich dabei auf die Biosemiotik nach Jakob Johann von Uexküll und die Theorie der multiplen Intelligenzen von Howard Gardner.[1]
In ihren Werken setzt Yi in einem multisensorischen Vorgehen verschiedenste Techniken und Materialien ein. Neben animatronischen Apparaten etwa auch speziell gezüchtete und genetisch veränderte Bakterienkulturen, Lichtobjekte aus Kelp, Video- und Duftinstallationen.[2] In der Turbinenhalle der Tate Gallery of Modern Art installierte sie ihre aerobes, schwebende Maschinen, die von Meereslebewesen und Pilzen inspiriert sind.[3] Ihre Radiolaria-Serie besteht aus Modellen von Strahlentierchen aus Lichtwellenleitern, die natürliche Prozesse nachahmen, durch Kinematik- und Lichtsteuerung auf die Umgebung reagieren und sich so autonom bewegen, zusammenziehen und ausdehnen. Für Messages from the Mud, ihrer ersten Außeninstallation für das Storm King Art Center, verwendet Yi Winogradsky-Säulen, in denen sie mehrere Jahre lang lokale Bodensubstrate mit verschiedenen organischen und anorganischen Zusätzen kultiviert hat.[4]

Für Life is cheap erhielt Yi 2016 den Hugo Boss Prize der Solomon R. Guggenheim Foundation. Die Installation verbindet Duftkreationen, Bakterienkulturen aus Manhattans Chinatown und Koreatown (Manhattan) und Dioramen. In einem der Dioramen bevölkern Ameisen ein Netzwerk von Pfaden, das an Prozessorplatten und Transistoren erinnert und in dem die Ameisen den Informationsfluss symbolisieren.[5] Yi versteht ihre ephemeren Konzepte, mit veränderlichen und vergänglichen Objekten, als Protest gegen die Monumentalität der Kunst vorangegangener Generationen.
“I wanted to make more impermanent statements, because we’re all impermanent.”
„Ich wollte mehr nicht-permanente Aussagen machen, denn wir alle sind nicht permanent.“
Yi ist die Gründerin von Metaspore, einer nomadischen Initiative, in der der künstlerische Prozess als Teil von Forschung im 21. Jahrhundert begriffen wird.[6]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tate Turbine Hall Hyundai Commission (2020)
- Hugo Boss Prize (2016)
- Louis Comfort Tiffany Foundation Award (2011)
Ausstellungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Message from the Mud. Storm King Art Center, New Windsor (2026)
- Anicka Yi. Museum of Fine Arts, Houston (2025)
- There Exists Another Evolution but in This One.
- UCCA Center for Contemporary Art, Beijing (2025)
- Leeum Museum of Art, Seoul (2024)
- The Postnatal Egg, Newfields Museum of Art (2023)
- Anicka Yi: Metaspore., Pirelli HangarBicoca, Mailand (2022);
- In Love With The World. Hyundai Commission, Turbine Hall, Tate Gallery of Modern Art, London (2021)
- Life Is Cheap. Solomon R. Guggenheim Museum, New York (2017)
- Jungle Stripe. Fridericianum, Kassel (2016)
- 7,070,430K of Digital Spit. Kunsthalle Basel, Basel, (2015)
- 6,070,430K of Digital Spit. List Visual Arts Center, MIT, Cambridge, Massachusetts (2015)
- You Can Call Me F. The Kitchen, New York (2015)
- Death. Cleveland Museum of Art, Cleveland, Ohio (2014)
- Denial. Galerie Lars Friedrich, Berlin (2013)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fiammetta Griccioli, Vicente Todolí: Anicka Yi: Metaspore. Marsilio Arte, 2022. ISBN 979-1-254-63003-7
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jacqui Palumbo: Living, dying (and flying) artworks — Inside Anicka Yi’s ephemeral universe, CNN, 29. Mai 2026 (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Cecilia Mareike Carolin Preiß: Kunst mit allen Sinnen. Multimodalität in zeitgenössischer Medienkunst. transcript Verlag, 2021, ISBN 978-3-8394-5671-2, S. 51.
- ↑ Anicka Yi: There Exists Another Evolution, But In This One. UCCA (englisch).
- ↑ Hyundai Commission - Anicka Yi In Love With The World. Tate Museum of Modern Art (englisch).
- 1 2 Jacqui Palumbo: Living, dying (and flying) artworks — Inside Anicka Yi’s ephemeral universe, CNN, 29. Mai 2026 (englisch).
- ↑ The Hugo Boss Prize 2016: Anicka Yi, Life Is Cheap. Guggenheim New York (englisch).
- ↑ Metaspore.org
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Yi, Anicka |
| KURZBESCHREIBUNG | koreanisch-US-amerikanische Konzeptkünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1973 |
| GEBURTSORT | Seoul |