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Jägerlatein

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(Weitergeleitet von Anglerlatein)

Jägerlatein ist in der deutschen Sprache eine Metapher für übertrieben dargestellte Erzählungen von Jägern über Erlebnisse bei der Jagd, etwa Zahl oder vor allem Größe der erlegten Tiere. Dazu gehört auch das Erfinden neuer Tierarten wie des Wolpertingers.[1] Der alte Begriff fand als Sprachbild für Konfabulation Eingang in die allgemeine Umgangssprache. Analog werden die Begriffe Seemannsgarn aus der Seefahrt und Anglerlatein aus dem Umfeld des Angelns verwendet.

Jägerlatein, Emil Rau (Offizieller Katalog der Münchener Jahres-Ausstellung 1900 im Glaspalast)

Dagegen ist die Jägersprache als Bezeichnung für den Jargon der Jäger vom Jägerlatein zu unterscheiden.

Der wohl älteste Beleg für Jägerlatein stammt aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Thutmosis III. (reg. 1479–1425 v. Chr.), der sich brüstete, auf dem Rückweg eines seiner Feldzüge nach Vorderasien 120 Elefanten erlegt zu haben. Noch fantastischer nimmt sich die Bilanz einer Hofjagd des assyrischen Königs Tiglatpileser I. (reg. 1115/4–1077/6 v. Chr.) aus, bei der ebenfalls 120 Elefanten und dazu noch 800 Löwen erlegt worden sein sollen.[2]

Von Otto von Bismarck ist das Bonmot überliefert: „Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“[3]

  • Martina Giese: Jägerlatein und lateinische Jägersprache. In: Archivum Latinitatis Medii Aevi 71 (2013), S. 37–51.
Wiktionary: Jägerlatein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: Knaurs Großes Jagdlexikon. Weltbild-Verlag, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-1579-5, S. 449.
  2. Edzard Dietz Otto: Geschichte Mesopotamiens. Von den Sumerern bis zu Alexander dem Großen. 2., verbesserte Aufl., C.H.Beck, München 2009, S. 170.
  3. Die Grenzen des Geflunkers. In: Jäger. 21. Dezember 2010, abgerufen am 24. Mai 2026.