Anch
| Anch | ||||
|---|---|---|---|---|
| Aussprache | ||||
| deutsch | [] | |||
| altägyptisch | [] / [] | |||
| Transkription | ||||
| deutsch | Anch | |||
| englisch | Ankh | |||
| ägyptologisch | Ꜥnḫ | |||
| Kodierung | ||||
| Unicode: U+2625 – ☥ und U+132F9 – 𓋹 | ||||
| Gardiner: S34 | ||||
| „Leben“ | ||||
| ausgeschrieben, altägyptisch |
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Das Anch (☥, 𓋹), im Englischen und Niederländischen Ankh, ägyptisch Ꜥnḫ, ist ein altägyptisches Symbol für das Leben, insbesondere für das Weiterleben im Jenseits.[1]
Das Symbol wird auch als Anch-Symbol, Anch-Kreuz, ägyptisches Kreuz, Henkelkreuz, Lebensschleife, Nilschlüssel oder koptisches Kreuz (als Symbol der koptischen Kirche) bezeichnet. Die lateinische Bezeichnung lautet Crux ansata.[2]
Als Hieroglyphe ist das Zeichen eine Abkürzung für Leben, aber auch ein Logogramm für Sandalenriemen.[3]
Herkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die genaue Herkunft des Symbols ist nicht abschließend geklärt. Alan Gardiner deutete es in seiner Egyptian Grammar als Darstellung einer Sandalenbindung (Zeichen S34).[4] Demgegenüber hält Ludwig Morenz das Zeichen ursprünglich für eine Schleife und nicht für einen Sandalenriemen.[5] Auch das British Museum Dictionary of Ancient Egypt führt die Deutung als Sandalenriemen lediglich als eine von mehreren Interpretationen an.[6]
Details
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Symbol selbst besteht aus einem T mit einer aufgesetzten Schleife (meist halbe Lemniskate).
Es gibt alte ägyptische Darstellungen, in denen ein Gott das Anch dem Pharao als Zeichen des Lebens überreicht. Dabei ist das Zeichen manchmal in der Nähe der Nase zu finden, um eine Verbindung zwischen Leben und Atem darzustellen.[7]
Die Aussprache ([] oder []) wurde rekonstruiert.[8]
- Replikat eines Spiegeletuis des Tutanchamun in Form eines Anch (Original: Ägyptisches Museum Kairo, JE 62349, Fund-Nr. 269b)
- Gott Amun-Re hält Ramses II. das Lebenszeichen an die Nase mit den Worten: „Hiermit gebe ich dir alles Leben, Beständigkeit und Wohlergehen, alle Gesundheit, alle Herzensfreude, alle Tüchtigkeit, alle Stärke.“ (13. Jh. v. Chr.)
- Relief mit koptischem Kreuz
5.–6. Jh. n. Chr.
Moderne Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Esoterik wurde das Anch früh rezipiert: Die 1875 gegründete Theosophische Gesellschaft nahm es als Crux ansata in ihr Emblem auf, wo es als Symbol für Leben und Unsterblichkeit gedeutet wird.[9] In der populären Kultur kommt es häufig als Symbol für Unsterblichkeit oder Lebenskraft vor – so etwa in Subkulturen wie der Gothic-Szene, wo es gerne als Schmuck getragen wird, in Computerspielen und in Filmen wie Flucht ins 23. Jahrhundert, wo es als ein Schlüssel für eine Zuflucht auftaucht.[10] In dem Vampirfilm Begierde (The Hunger, 1983) – einem Kultfilm der Gothic-Szene – töten die Vampire ihre Opfer mit in Anch-Anhängern verborgenen Klingen.[11][12] Der Gitarrist Vinnie Vincent trug zu seiner Zeit bei Kiss (1982–1983) bei Konzerten ein Anch als Maske.[13]
Seit den 1960er Jahren fand das Anch als Symbol der afrikanischen kulturellen Identität Verbreitung, insbesondere in der Black-Power-Bewegung und im Afrozentrismus.[14] Auch in neopaganistischen Glaubenssystemen wird es häufig als Lebens- und Schutzsymbol verwendet.[15]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. 3., unveränderte Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 418–420.
- Philippe Derchain: Anchzeichen. In: Wolfgang Helck (Hrsg.): Lexikon der Ägyptologie (LÄ). Band I, Harrassowitz, Wiesbaden 1975, ISBN 3-447-01670-1, Sp. 268–269.
- Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Anchzeichen. In: Kleines Lexikon der Ägyptologie. 4., überarbeitete Auflage. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04027-0, S. 33.
- Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter. Handbuch der mystischen und magischen Welt Ägyptens. Scherz, Bern u. a. 1998, ISBN 3-502-16430-4, S. 124–125.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ H. Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg 2000, S. 418–420.
- ↑ ankh. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
- ↑ Rainer Hannig: Großes Handwörterbuch Ägyptisch – Deutsch (= Kulturgeschichte der antiken Welt. Band 64). 6., unveränderte Auflage. von Zabern, Mainz 2015, ISBN 978-3-8053-4935-2, S. 1080.
- ↑ Alan Gardiner: Egyptian Grammar. 3. Auflage. 1957, S. 508.
- ↑ Ludwig Morenz: The ankh symbol. In: The Sphinx Nose. Griffith Institute, University of Oxford, 2001, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
- ↑ Ian Shaw, Paul Nicholson: ankh. In: The British Museum Dictionary of Ancient Egypt. The American University In Cairo Press, Cairo 2002, ISBN 977-424-762-0, S. 34 (englisch).
- ↑ Natale Spineto: Die Symbole der Menschheit. Patmos, Düsseldorf 2003, ISBN 3-491-72474-0, S. 60.
- ↑ Alan Gardiner: Life and Death (Egyptian). In: James Hastings (Hrsg.): Encyclopaedia of Religion and Ethics. Band VIII, 1915, S. 20 f. (englisch).
- ↑ Philip Sydney Harris: Theosophical Society, Emblem of the. In: Theosophy World. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
- ↑ Dan Persons: Logan's Run: The Film That Killed '70s SF. In: Reactor. 18. März 2021, abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
- ↑ The Hunger (1983). In: Filmsite.org. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
- ↑ Emily Gagne: How 'The Hunger' Queered Vampire Style. In: Dread Central. 20. November 2023, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
- ↑ Martin Kielty: Vinnie Vincent Appears in Kiss-Like Mask. In: Ultimate Classic Rock. 30. Oktober 2018, abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
- ↑ Relate to Your Heritage. In: Brooklyn Museum. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
- ↑ Lux Ferre: Ankh. In: Occult World. 25. Juli 2017, archiviert vom am 8. Mai 2026; abgerufen am 31. August 2026 (englisch).