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Amy Fay

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Amy Fay (vor 1897)

Amy Fay; Amelia Muller Fay (* 21. Mai 1844 in Bayou Goula, Louisiana; † 9. November 1928 in Boston) war eine US-amerikanische Pianistin und Managerin der New York Women’s Philharmonic Society.

Amy Fay war die Tochter von Reverend Charles Fay (1808–1888) und Emily geb. Hopkins (1817–1856)[1] aus Louisiana und St. Albans (Vermont). Ihr Onkel war der Komponist Charles Jerome Hopkins. Ihre Schwester Rose Emily Fay heiratete den Dirigenten Theodore Thomas, und ihre Schwester Melusina Fay Peirce war die Frau des amerikanischen Philosophen Charles Sanders Peirce.

Amy Fay studierte Klavier bei John Knowles Paine in Harvard und am New England Conservatory of Music. Von 1869 bis 1875 setzte sie ihr Studium in Deutschland fort. Zunächst in der Klavierklasse von Carl Tausig[2], wo sie Kommilitonin von Vera Timanov war.[3] Nach Tausigs Tod studierte sie mehrere Monate bei Theodor Kullak und spielte in Weimar Franz Liszt vor, zu dessen Schülerkreis sie dann zählte. Ihr letzter deutscher Klavierlehrer war Ludwig Deppe, den sie bei einer Soirée zu Ehren Anna Mehligs in Berlin kennenlernte.[4] Deppes Klaviertechnik revolutionierte ihr Spiel und diente zur Entwicklung einer Methode, die sie später in Amerika lehrte.

Während ihres Aufenthaltes in Deutschland berichtete sie in Briefen an ihre Familie in den Vereinigten Staaten über ihren Alltag, über das Leben in Deutschland, die Musiker, mit denen sie verkehrte, sowie ihre verschiedenen Reisen. Diese Briefe wurden noch während ihres Aufenthaltes in Deutschland in verschiedenen amerikanischen Zeitungen abgedruckt.[5] Ein Teil der Briefe erschien überarbeitet und in Buchform im Jahr 1880 unter dem Titel Music-Study in Germany: From the Home Correspondence of Amy Fay. Das Buch erfuhr mehrere Auflagen. Neben den Schilderungen über Liszts Unterrichtsstil enthält es auch eine umfassende biografische Skizze von Liszt. Des Weiteren beschreibt Fay darin Treffen mit Clara Schumann, deren Halbschwester Marie Wieck sowie Friedrich Wieck, Hans von Bülow, Anton Rubinstein, den Geigern Joseph Joachim, August Wilhelmj und Heinrich de Ahna und schildert ihr Vorspiel bei Xaver Scharwenka.[6] Weiter berichtet sie unter anderem von den Sieges-Feierlichkeiten am Ende des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871, ihren Reisen durch Deutschland sowie über die Stellung der Frau in Deutschland im Vergleich zum Leben in den Vereinigten Staaten.

Nach ihrer Rückkehr nach Boston wurde Fay für ihre „Piano Conversations“ bekannt: Liederabende, denen kurze Vorträge vorausgingen. Sie zog nach Chicago und New York, wo sie Mitglied und Managerin der Women’s Philharmonic Society of New York wurde.

Amy Fay starb am 9. November 1928 in Boston und wurde auf dem Mount Auburn Cemetery in Cambridge (Massachusetts) beerdigt.[1]

Wilson Smith widmete Amy Fay seine Piano Pieces op. 43, William H. Sherwood widmete ihr die Suite op. 5.[7]

Veröffentlichungen

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  • Music-Study in Germany. From the Home Correspondence of Amy Fay, hrsg. von Melusina Fay Peirce [1836–1923, Amy Fays Schwester], 9. Aufl., A.C. McClurg and Company, Chicago 1886 [Erstveröffentlichung 1880] (online bei IMSLP.org). Reprint New York 1991, ISBN 0-548-74541-2
    • Deutsche Übersetzung: Musikstudien in Deutschland. Aus Briefen in die Heimath. Robert Oppenheim, Berlin 1882 (online bei Google Books); Reprint: ConBrio-Verl.-Ges., Regensburg 1996.
  • The Deppe Finger Exercises for Rapidly Developing an Artistic Touch in Piano Forte Playing (carefully arranged, classified and explained by Amy Fay). 1890, Straub & Co., Chicago.
  • Liszt as a Teacher. In: Etude Magazine. Mai, 1902 (online)
  • Margaret William MacCarthy: More letters of Amy Fay: the American years, 1879–1916. Ausgewählt und hrsg. von Margaret William McCarthy. Information Coordinators, Detroit 1986.
  • Margaret William MacCarthy: Amy Fay. America's notable woman of music. Harmonie Park Press, Warren (Michigan) 1995.
  • Amy Fay. In: Alfred Goodman: Die amerikanischen Schüler Franz Liszts (= Veröffentlichungen zur Musikforschung 1). Heinrichshofen, Wilhelmshaven 1972, S. 40–46.
  • Amy Fay: Sie spielen wie ein Nussknacker. In: Monica Steegmann, Eva Rieger (Hrsg.): Frauen mit Flügel. Lebensberichte berühmter Pianistinnen. Insel-Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 1996, ISBN 3-458-33414-9, S. 97–146.
Commons: Amy Fay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Amy Fay in der Datenbank Find a Grave
  2. Amy Fay: Music-Study in Germany. Macmillan, 1880, S. 10.
  3. Amy Fay: Music-Study in Germany. Macmillan, 1880, S. 25.
  4. Amy Fay: Music-Study in Germany. Macmillan, 1880, S. 164.
  5. Amy Fay: Music-Study In Germany. Macmillan, 1880, S. 144.
  6. Amy Fay: Music-Study in Germany. 1880, S. 109.
  7. Vgl. „Works dedicated to: Fay, Amy“ auf IMSLP.org.