Amur mit Quellflüssen und Einzugsgebiet (gelb)Amur mit Quellflüssen und Einzugsgebiet (gelb)
DerAmurinderNähederSiedlungWerchnjajaEkoninderRegionChabarowsk,RusslandDer Amur in der Nähe der Siedlung Werchnjaja Ekon in der Region Chabarowsk, Russland
EinederSäulenausderMing-ZeitaufdemTyr-FelsenüberdemAmur,unweitvonNikolajewsk(um1860;dieSäulenwurdenum1900ineinMuseuminWladiwostokgebracht)Eine der Säulen aus der Ming-Zeit auf dem Tyr-Felsen über dem Amur, unweit von Nikolajewsk (um 1860; die Säulen wurden um 1900 in ein Museum in Wladiwostok gebracht)
Der Fluss entsteht 61 Kilometer westlich von Mohe durch den Zusammenfluss des Argun und der Schilka.
Nach dieser Flusshochzeit fließt der Amur auf knapp 2000 Kilometern Länge als Grenzfluss nach Südosten. Er nimmt das Wasser von Bureja, Huma He, Seja und Songhua Jiang (Sungari) auf. Vor dem Sichote-Alin („Küstengebirge“) knickt er im chinesisch-russischen Tiefland nach Nordosten ab. Oberhalb von Chabarowsk mündet der Ussuri ein, und der Amur fließt nun bis zur Mündung auf russischem Gebiet. Weiter in Richtung Nordosten fließend, nimmt er das Wasser des Amgun auf.
Die bei Komsomolsk gemessenen Wassermengen (im März durchschnittlich 984m³/s, im September dagegen 20.702m³/s; langjähriger Schnitt 9.819m³/s) stammen aus einem Einzugsgebiet von 1.730.000km².[2]
Zusammen mit dem linken Quellfluss des Amurs, der Schilka, und deren rechtem Quellfluss, dem Onon, entsteht der 4411 Kilometer lange Flusslauf Onon-Schilka-Amur; gemeinsam mit dem rechten Amur-Quellfluss Argun bildet sich der 4444 Kilometer lange Flusslauf Argun-Amur. Am Argun liegt Hailar (heute: Stadtbezirk von Hulun Buir) und etwa 150 Kilometer westlich davon befindet sich der Hulun-See (Hulun Nur), der eigentlich keinen Kontakt zum von ihm aus gesehen weiter östlich fließenden Argun hat. In besonders niederschlagsreichen Jahren kommt es vor, dass dieser See, der normalerweise abflusslos ist, an seinem Nordufer überläuft, um nach etwa 30 Kilometern in den Argun zu münden. Dadurch bekommt der in diesen See mündende Cherlen (Kerulen) eine Verbindung zum Argun, der von dort an in seinem Unterlauf auf 944 Kilometern Länge die chinesisch-russische Grenze bildet und anschließend in den Amur übergeht, so dass dann der 5052 Kilometer lange Flusslauf Kerulen-Argun-Amur entsteht.
Der reine Amur-Fluss ist mit 2824 Kilometern[1] etwa so lang wie die Donau. Der Kerulen-Argun-Amur-Flusslauf ist der siebtlängste der Erde.
In der ersten mit einer europäischen Macht getroffenen Vereinbarung Chinas, im Vertrag von Nertschinsk, erkannte Russland am 6.September 1689 das Gebiet beiderseits des Amur als chinesisches Hoheitsgebiet an. 1858, mit dem Vertrag von Aigun, wurde der Amur Grenze zwischen beiden Staaten. Allerdings gab es an diesem Grenzabschnitt in der (jüngeren) Vergangenheit mehrere Grenzkonflikte.