Altamura
| Altamura | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Apulien | |
| Metropolitanstadt | Bari (BA) | |
| Koordinaten | 40° 49′ N, 16° 33′ O | |
| Höhe | 436 m s.l.m. | |
| Fläche | 427 km² | |
| Einwohner | 70.094 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Postleitzahl | 70022 | |
| Vorwahl | 080 | |
| ISTAT-Nummer | 072004 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Altamurani | |
| Schutzpatron | Sant’Irene | |
| Website | Altamura | |
Altamura, Porta Bari | ||
Altamura ist eine italienische Stadt in der Metropolitanstadt Bari in Apulien mit 70.094 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024).
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Altamura liegt 45 km südwestlich von Bari an der Grenze zur Basilikata. Die Nachbargemeinden sind Bitonto, Cassano delle Murge, Gravina in Puglia, Grumo Appula, Matera (MT), Ruvo di Puglia, Santeramo in Colle und Toritto.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurde die Murge-Anhöhe, auf der Altamura liegt, besiedelt und im 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr. wurden in der Gegend Megalithe erstellt. Im 5. Jahrhundert v. Chr. legten die Peuketier die antike Akropolis, die hohe Mauer („alta mura“) an. Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt von den Sarazenen zerstört. Danach ließ sie erst wieder Friedrich II. im Jahr 1230 per Dekret neu begründen und ab 1232 die Kathedrale bauen. Dabei wurde die Stadt hauptsächlich von Griechen und Juden aus der Umgebung besiedelt. Im 13. Jahrhundert erhielt Altamura eine Stadtmauer und wurde von Karl I. von Anjou als Lehen vergeben.
- Helden von 1799
Altamura ist als „Löwin Apuliens“ bekannt, weil die Bürger während der Parthenopäischen Republik 1799 erbitterten Widerstand gegen die Bourbonen leisteten. Viele lokale Freiheitskämpfer aus dieser Zeit werden noch heute als Volkshelden in Altamura verehrt.
- Universität Altamura
Die ehemalige Universität Altamura – Università degli Studi di Altamura – war eine königliche Hochschuleinrichtung, die 1748 gegründet und 1812 offiziell wieder geschlossen wurde. Gegründet wurde die Universität 1747/1748 durch den letzten Fürsten der Stadt und König von Neapel, Karl III. von Bourbon, nach einer Initiative des Erzpriesters der Kathedrale Santa Maria Assunta Marcello Papiniano Cusani. Die Finanzierung erfolgte aus einem Fonds namens Monte a Moltiplico, der ursprünglich für die Gründung eines eigenen Bistums in Altamura eingerichtet worden war. Die Universität war im Prälatenpalast, dem Palazzo Prelatizio (auch bekannt als Palazzo Vescovile) in Altamura, untergebracht. Ursprünglich lag der Fokus auf traditionellen Disziplinen wie Geisteswissenschaften, Philosophie, Theologie, Medizin sowie Zivil- und Kirchenrecht. Später wurden auch moderne Fächer wie Experimentalphysik, Chemie und Botanik hinzugefügt. Die offizielle Schließung erfolgte aufgrund fehlender finanzieller Mittel, obwohl Professoren noch bis etwa 1821 weiter unterrichteten. Während der Revolution von Altamura im Jahr 1799 erhielt die Universität den Beinamen „Leonessa di Puglia“ (Löwin Apuliens) und wurde als Università degli Studi della Leonessa di Puglia geführt.[2][3][4]
Sehenswürdigkeiten
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- Hauptsehenswürdigkeit ist die Kathedrale Santa Maria Assunta des Bistums Altamura-Gravina-Acquaviva delle Fonti, die sich an der Piazza Duomo erhebt und bei der es sich um die einzige im Auftrag Friedrich II. erbaute Kirche in Apulien handelt.
- Historisches Zentrum (Centro Storico & I Claustri)
- Mittelalterliche Stadtmauer (Mura Megalitiche)
- Palazzo Baldassarre und Nationalmuseum Museo Nazionale Archeologico di Altamura
- Uomo di Altamura und Museo dell'Uomo di Altamura mit der Schauhöhle Grotta di Lamalunga, Fundort des Altamura-Mannes
- Doline Pulo di Altamura
- Kirche San Nicola (Heiliger Nikolaus)
- Pfarrkirche Santa Maria della Consolazione
- Pulo di Altamura, eine Doline (die größte der vier in der Alta Murgia)
- Cava dei Dinosauri (Pontrelli-Steinbruch)
Wirtschaft und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wirtschaft von Altamura ist eine Mischung aus landwirtschaftlichen Traditionen und einem starken mittelständischen Industrie- und Dienstleistungssektor. Schwerpunkte sind neben der Agrarwirtschaft die Lebensmittelindustrie, insbesondere Backwaren wie Pane di Altamura DOP und die Möbelindustrie. Zusammen mit den Nachbarstädten Matera und Santeramo in Colle bildet Altamura das sogenannte „Möbel-Distrikt“ (Distretto del Salotto).
Zudem ist die Stadt und Region im Tourismus und Kultur verankert, unter anderem archäologische Funde des Altamura-Menschen. Das Museo Nazionale Archeologico di Altamura präsentiert die umfangreiche archäologische Geschichte der Alta Murgia-Region von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter. Es ist vor allem für seine Verbindung zum „Uomo di Altamura“ (Altamura-Mann) bekannt, einem bedeutenden Neandertaler-Skelett.[5]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Altamura wird der Verkehr stark durch die Lage am Rande des Nationalparks Alta Murgia und die historische Altstadt geprägt. Der Bahnhof von Altamura wird von der Privatbahn Ferrovie Appulo Lucane (FAL) bedient; es gibt stündliche Verbindungen nach Bari Centrale (Fahrtzeit ca. 1 Stunde) und regelmäßige Züge nach Matera (ca. 20–30 Minuten). Regionale Busse verbinden Altamura mit Bari, Matera und Potenza; Fernbusanbieter wie FlixBus sind angebunden mit einer Haltestelle in der Stadt. Zwischen Altamura und dem Flughafen Bari (BRI) verkehrt der Pugliairbus. Das historische Zentrum ist eine verkehrsberuhigte Zone (ZTL Zona a Traffico Limitato).
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lucera, Italien
- Modica, Italien
- Castellana Sicula, Italien
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Giacomo Tritto (1733–1824), Komponist der Neapolitanischen Schule und Lehrer am Konservatorium in Neapel
- Luca de Samuele Cagnazzi (1764–1852), Archidiakon, Mathematiker und Erfinder des Tonometers, Namensgeber des Liceo Classico Cagnazzi in Altamura
- Vincenzo Lavigna (1776–1836), Musiker
- Saverio Mercadante (1795–1870), Opernkomponist und Namensgeber des Teatro Mercadante in Altamura
- Ottavio Serena (1837–1914), Politiker, Richter und Historiker
- Giuseppe Oronzo Giannuzzi (1838–1876), Physiologe
- Francesco De Feo (1920–2020), Dokumentarfilmer
- Donato Squicciarini (1927–2006), Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls
- Giacinto Berloco (* 1941), Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls
- Domenico Cornacchia (* 1950), katholischer Geistlicher, Bischof von Lucera-Troia
- Michele Castoro (1952–2018), katholischer Geistlicher, Erzbischof von Manfredonia-Vieste-San Giovanni Rotondo
- Giovanni Peragine (* 1965), katholischer Geistlicher, Erzbischof von Shkodra-Pult
- Francesco Caputo (* 1987), Fußballspieler

Kulinarisches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Altamura ist in Italien bekannt für sein Brot, das als Pane di Altamura ein Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung ist.[6]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Felice G. Lo Porto: Altamura, Apulia, Italy. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3 (englisch, perseus.tufts.edu).
- Ekkehart Rotter: Apulien. Fahrten zu byzantinischen Grottenkirchen, normannischen Kathedralen, staufischen Kastellen und Barockbauten in Lecce (= DuMont Kunst Reiseführer). 6. Auflage. Dumont Reise Verlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-4314-6.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
- ↑ Mincuzzi Antonella: Universitas di Altamura. In: SIUSA - Sistema Informativo Unificato per le Soprintendenze Archivistiche. 27. November 2019, abgerufen am 29. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ Nicola Antonio Imperiale: Storie di Puglia – L’antica Università degli Studi di Altamura. In: bari-e.it. 11. Juli 2025, abgerufen am 29. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ Barbara Raucci: La diffusione delle scienze nell'università degli studi di Altamura. In: sisfa.org. Abgerufen am 29. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ Museo Nazionale Archeologico di Altamura. In: museipuglia.cultura.gov.it. Abgerufen am 29. Januar 2026 (italienisch).
- ↑ eAmbrosia: Pane di Altamura. Abgerufen am 4. Juli 2025.
