Das gesamte Ensemble mit seinen niedrigen Häusern, der Dorfkirche mit dem Pfarr- und Gemeindehaus, dem historischen Straßenpflaster und einzelnen Gebäuden samt den äußeren Grünflächen steht unter Denkmalschutz. Zu den seit 1977 geschützten Gebäuden gehören außerdem die erste Dorfschule (Hausnummer51), in der das Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf eingerichtet wurde, und einige –wenn auch etwas umgebaute und vor allem im Inneren modernisierte– Bauernhäuser (Nummern16–16c, 18–32, 35, 38–58, 62–64a, 66–70).[1]
Alt-Marzahn mit der Dorfkirche vor den neuen Wohnhochhäusern, 1989
Der eigentliche Straßenbereich in typischer Spindelform um die Dorfkirche als Zentrum herum hieß anfangs Dorfaue,[2] die am 11.Mai 1938 ihren heutigen Namen erhielt.
Zuerst führte der Fernhandelsweg von Berlin nach Altlandsberg und darüber hinaus durch den alten Dorfkern. Seit dem Bau der Großsiedlung Marzahn Ende der 1970er Jahre wird der Durchgangsverkehr über eine Umgehungsstraße nördlich davon umgeleitet. Alt-Marzahn als Verkehrsweg ist seitdem eine nur für Anlieger von der Landsberger Allee oder der Allee der Kosmonauten aus erreichbare Straße, zu der ein Nebenast von etwa 130Meter Länge zwischen der Straße Hinter der Mühle und der südwestlichen Kolonistensiedlung gehört.
Unmittelbar im früheren Dorfkern ist die Straße noch mit Kopfsteinpflaster versehen; es gibt breite Fußwege und einen schmalen Grünstreifen dazwischen.
Alt-MarzahnDorfkirche Alt-Marzahn
Direkt auf dem Anger sind die (zweite) Dorfkirche sowie das ehemalige Dorfschulhaus erhalten. Es wurde 1911/1912 nach Entwurf des Lichtenberger Baumeisters Paul Tarruhn errichtet. Das zweigeschossige Gebäude diente bis 1977 als Lehranstalt, anschließend zog die Wohnungsverwaltung des Stadtbezirks Marzahn in die Räume. Von der Originalausstattung sind der Trinkbrunnen im Foyer sowie eine Wandtafel (heute in einem Ausstellungsraum) erhalten. Nach 1990 konnte das Haus umfassend und denkmalgeschützt saniert werden und beheimatet seitdem das Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf.[3]
Der frühere Kirchfriedhof hieß von dessen Auflassung 1879 bis zum Beginn des 20.Jahrhunderts Kantor-Filter-Platz nach dem ersten Dorfschullehrer und Kantor der Dorfkirche Marzahn Martin Hermann Rudolf Filter (1833–1897). Sein Grab befindet sich auf dem weiter östlich des Dorfangers (an der heutigen Landsberger Allee Ecke Allee der Kosmonauten) neu angelegten Gemeindefriedhof Marzahn, der 1975 geschlossen wurde.
Dorf-Anger Alt-MarzahnKriegerdenkmal auf dem Anger
Ein Teil des Dorfangers trug den Namen Ludwig-Dubick-Platz,[4] er war nach dem ersten Marzahner Gemeindevorsteher benannt. Auf diesem Platz wurde 1920 ein Kriegerdenkmal aufgestellt, das heute unter Denkmalschutz steht.
Die Ziffern (grau = Gewerbestandorte; grün = Bauwerke) bedeuten:
Modell des Schulhauses, des heutigen Museums im Museumsvorraum
01–ev. Dorfkirche, 02–Museum, 03–Mühle, 04–Tierhof 05–Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen 06–Getreidelehrgarten 07–ev. Kindergarten, 08–Pfarr- und Gemeindehaus 09–Haus Nr. 57, 10–Gaststätte Marzahner Krug 11–Selbsthilfekontaktstelle, 12–Kriegerdenkmal 13–Infopunkt, 14–Haus Nr. 26 15–Haus Nr. 62, 16–Haus Nr. 64 17–Feuerwache, 18–Lesegarten 19–Gemeindefriedhof Marzahn 20–kath. Kirche von der Verklärung des Herrn