Alfred Bofinger

Alfred Friedrich Wilhelm Bofinger (* 25. Juli 1891 in Stuttgart; † 2. Januar 1959) war ein deutscher Rundfunk-Funktionär.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bofinger legte das Abitur am Friedrich-Eugens-Gymnasium Stuttgart ab und studierte anschließend Literatur-, Musik- und Theaterwissenschaft in München, Leipzig und Paris. Er leistete insgesamt sechseinhalb Jahre Wehrdienst, zuletzt als Oberleutnant der Reserve im Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württembergisches) Nr. 119 im Ersten Weltkrieg. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse und dem Ritterkreuz mit Schwertern des Friedrichs-Ordens ausgezeichnet.
1921 wurde Bofinger an der Universität Leipzig mit der Dissertation Ästhetische Beiträge zur Psychologie der theatralischen Darstellungsmittel zum Dr. phil. promoviert. Bis 1924 war er als Dramaturg, Schriftsteller und Kulturjournalist tätig. 1924 wurde er Gründungsvorstand der Süddeutsche Rundfunk AG (SÜRAG) innerhalb der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft. Er war der einzige Rundfunkverantwortliche der Weimarer Republik, den die Nationalsozialisten im Amt ließen.[1] Er war im Frühjahr 1933 NSDAP-Mitglied geworden.[2]
Von 1934 bis 1945 war Bofinger Intendant des Reichssenders Stuttgart. Während der Zeit des Nationalsozialismus gehörte er dem Deutschen Ausland-Institut, dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland, dem Goethe-Bund und dem Kampfbund für deutsche Kultur an. Von 1940 bis 1944 war er Gruppenleiter „Rundfunk“ beim Militärbefehlshaber in Frankreich mit Sitz in Paris. Er stand in Verbindung zu Kreisen des Widerstands um Carl-Heinrich von Stülpnagel.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte Bofinger bis zu seinem Tod im Alter von 67 Jahren im Januar 1959 wieder in Stuttgart und war dort als freier Journalist tätig.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bofinger, Alfred. In: Das Deutsche Führerlexikon. 1934/1935. Stollberg, Berlin 1934, S. 64f (online).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alfred Bofinger auf der Website des Südwestrundfunks
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ansgar Diller: Rundfunkpolitik im Dritten Reich. In: Hans Bausch (Hrsg.): Rundfunk in Deutschland, Band 2, dtv 3184, München 1980, ISBN 3-423-03184-0.
- ↑ Eva Susanne Breßler: Von der Expirementierbühne zum Propagandainstrument: Die Geschichte der Funkausstellung von 1924 bis 1939. Böhlau, 2009, ISBN 978-3-412-20241-5, S. 262.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bofinger, Alfred |
| ALTERNATIVNAMEN | Bofinger, Alfred Friedrich Wilhelm (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rundfunk-Funktionär |
| GEBURTSDATUM | 25. Juli 1891 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
| STERBEDATUM | 2. Januar 1959 |
- Intendant des Süddeutschen Rundfunks
- Journalist (Deutsches Reich)
- Hörfunkjournalist
- Kulturjournalist
- Person der NS-Propaganda
- Person (deutsche Besetzung Frankreichs 1940–1945)
- Oberleutnant (Württemberg)
- Person (Stuttgart)
- Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse
- Träger des Friedrichs-Ordens (Ritter)
- KfdK-Mitglied
- NSDAP-Mitglied
- Absolvent der Universität Leipzig
- Württemberger
- Deutscher
- Geboren 1891
- Gestorben 1959
- Mann