Alexandre Natanson

Alexandre Natanson (geboren am 27. September 1866 in Warschau; gestorben am 12. März 1936 in Paris) war ein französischer Herausgeber.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alexandre Natanson wurde als ältester Sohn des Bankiers Adam Natanson und von Anne Reich geboren. Seine Brüder waren der Journalist und Kunstkritiker Thadée Natanson[1] und der Dramatiker Louis-Alfred Natanson[2]. Er besuchte das Lycée Condorcet in Paris, wo er die späteren Maler Édouard Vuillard und Maurice Denis, den Schriftsteller Marcel Proust sowie den Historiker Daniel Halévy kennenlernte. Nach seinem Jurastudium wurde er Rechtsanwalt.[3]
Zusammen mit seinen Brüdern war er an der Gründung von La Revue blanche beteiligt, die zu einem Ort des Austauschs über die Pariser Kunstavantgarde des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde. In der Redaktion kümmerte er sich um finanzielle Angelegenheiten. Er war zudem Gründer und Leiter des Le Cri de Paris, das mit zahlreichen Skandalen und Gerichtsverfahren konfrontiert war. Aus gesundheitlichen Gründen oder aus Überdruss verkaufte Natanson 1901 seine Anteile.[4] Pierre Lafitte ernannte ihn im Jahr 1900 zum Leiter von La Vie au grand air.[5]
Am 16. Mai 1929 versteigerte er einen Teil seiner Kunstsammlung, die von Étienne Bignou begutachtet worden war.[6]
Natanson war mit Sara Olga Cahn verheiratet und hatte vier Töchter: Evelyne Nattier-Natanson (1891–1962), eine Kupferstecherin; Bolette Natanson (1892–1936)[7], Architektin und Innenarchitektin, die in Paris eine Kunstgalerie eröffnete und Objekte entwarf,[8] Georgette (1894–1969) und Marcelle.
Alexandre Natanson wurde auf dem Friedhof von Montmartre beigesetzt.[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Natanson, Alexandre. In: AGORHA. (französisch).
- Natanson, Alexandre. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Angaben zu Alexandre Natanson in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Natanson, Thadée. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag); abgerufen am 19. Juni 2026.
- ↑ Natanson, Louis Alfred. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag); abgerufen am 19. Juni 2026.
- ↑ Venita Datta: Birth of a National Icon The Literary Avant-garde and the Origins of the Intellectual in France. State University of New York Press, 1999, ISBN 0-7914-4207-1, S. 31,35 (google.de).
- ↑ Natanson Alexandre, Alfred et Thadée ( vom 30. Juni 2011 im Internet Archive) (französisch)
- ↑ Henri Avenel: La presse française au vingtième siècle : portraits et biographies. Flammarion, 1901, S. 385 f. (Werk auf Gallica).
- ↑ Bulletin des musées de France vom 1. Juni 1929; S. 123 ff. auf Gallica
- ↑ Cadre de Bolette Natanson 1934. In: Centre Pompidou. Abgerufen am 19. Juni 2026 (französisch).
- ↑ Le Monde illustré vom 13. Juni 1936 auf Gallica
- ↑ Le Petit journal vom 16. März 1936; Les obsèques de M. Alexandre Natanson auf Gallica
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Natanson, Alexandre |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Herausgeber |
| GEBURTSDATUM | 27. September 1866 |
| GEBURTSORT | Warschau |
| STERBEDATUM | 12. März 1936 |
| STERBEORT | Paris |