Alexander Sitkovetsky

Alexander Sitkovetsky (russisch Александр Ситковетский, wiss. Transliteration Aleksandr Sitkovetskij; * 1983 in Moskau) ist ein russisch-britischer[1] Geiger.
Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alexander Sitkovetsky stammt aus einer traditionsreichen Musiker-Familie.[2] Er ist ein Neffe zweiten Grades des Geigers und Dirigenten Dmitry Sitkovetsky;[3] dessen Eltern sind der Geiger Julian Sitkowetski und die Pianistin Bella Davidovich. Seine eigenen Eltern sind ebenfalls Musiker: Die Mutter Olga ist Pianistin, der Vater Alexander ist ein Rock-Gitarrist.[4]
Mit sechs Jahren begann er Violine zu spielen.[5] Als er sieben Jahre alt war, verließ er Moskau.[6] Im Alter von acht Jahren gab er sein erstes Konzert. Kurz danach begann er sein Geigenstudium an Yehudi Menuhins Schule[2] in Stoke d’Abernon (nahe Cobham, südwestlich von London). Menuhin hatte seine Geigenlehrerin Natalya Boyarskaya und seine Mutter Olga zuvor eingeladen, an der Schule zu unterrichten. So blieb Natalya Boyarskaya seine Lehrerin.[7] Sitkovetskys Studium an der Yehudi Menuhin School dauerte sieben Jahre.[8] Im Alter von 15 Jahren nahm er an einem Meisterkurs von Maxim Vengerov teil.[9] In den Jahren 2008–2010 absolvierte er ein Studium bei Ana Chumachenco an der Kronberg Academy.[2]
Tätigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sitkovetsky trat mehrmals mit Yehudi Menuhin auf. Zwei Beispiele sind Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen, das er zusammen mit Menuhin spielte, und Mendelssohns Violinkonzert, das er unter Menuhins Leitung spielte.[2] Bei der Trauerfeier anlässlich der Bestattung Menuhins auf dem Gelände seiner Schule im März 1999 spielte Sitkovetsky zusammen mit Nicola Benedetti[10] den langsamen Satz aus Bachs Doppelkonzert.[11]
Im Jahr 2001 erschien erstmals eine CD mit Alexander Sitkovetsky. Darauf ist er laut CD-Titel mit „romantischen russischen Raritäten“ zu hören, am Klavier begleitet von seiner Mutter Olga.[12]
Im Jahr 2007 gründete Alexander Sitkovetsky mit der Pianistin Wu Qian und dem Cellisten Leonard Elschenbroich das Sitkovetsky Trio.[13] Ab der Saison 2014/15 war Richard Harwood der Cellist in diesem Streichtrio.[14] Seit 2017[15] ist Isang Enders der Cellist des Sitkovetsky Trios.[1] Die beiden Gründungsmitglieder Sitkovetsky und Wu Qian sind mittlerweile verheiratet.[16]
Zudem gehört Alexander Sitkovetsky zusammen mit Julia Fischer (Violine), Nils Mönkemeyer (Bratsche) und Benjamin Nyffenegger (Cello) dem seit 2010 bestehenden Julia Fischer Quartett an, in dem er die zweite Violine spielt.[17]
Sitkovetsky ist auch ein gefragter Lehrer. So unterrichtete er im Jahr 2017 am Royal Northern College of Music in Manchester und an der Royal Academy of Music in London. Im selben Jahr verpflichtete ihn die Zürcher Hochschule der Künste,[18] an der er bis heute tätig ist (Stand März 2026).[19] Seit 2020[20] unterrichtet er zusätzlich an der Meadows School of the Arts der Southern Methodist University in Dallas.[21]
Seit September 2023 ist Sitkovetsky künstlerischer Leiter des NFM Leopoldinum Orchestra in Breslau.[22]
Bei Discogs sind unter dem Namen Alexander Sitkovetsky insgesamt acht Einspielungen verzeichnet (Stand März 2026).[23] Hinzu kommen sieben weitere Einspielungen mit dem Sitkovetsky Trio (Stand März 2026).[24]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tonträger von Alexander Sitkovetsky im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografie auf der Website der Kronberg Academy
- Website des Sitkovetsky Trios (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Sitkovetsky Trio auf der Website des Impresariat Simmenauer.
- 1 2 3 4 Alexander Sitkovetsky auf der Website der Kronberg Academy.
- ↑ It’s In His Blood: Violinist Alexander Sitkovetsky csphilharmonic.org, 25. Oktober 2022. Zitat: „Dmitry is Alexander’s cousin once removed“ (= Dmitry ist Alexanders Onkel zweiten Grades).
- ↑ It’s In His Blood: Violinist Alexander Sitkovetsky csphilharmonic.org, 25. Oktober 2022.
- ↑ Maxim Vengerov – Masterclass Video bei YouTube (50 Min.). Angabe von Sitkovetsky, siehe 4:18 bis 4:21.
- ↑ Maxim Vengerov – Masterclass Video bei YouTube (50 Min.). Angabe von Sitkovetsky, siehe 4:42 bis 4:45.
- ↑ Maxim Vengerov – Masterclass Video bei YouTube (50 Min.). Angabe von Sitkovetsky, siehe 4:54 bis 5:07.
- ↑ Maxim Vengerov – Masterclass Video bei YouTube (50 Min.). Angabe von Sitkovetsky, siehe 4:27 bis 4:37.
- ↑ Maxim Vengerov – Masterclass Video bei YouTube (50 Min.). Zum damals 15-jährigen Teilnehmer Alexander Sitkovetsky siehe 3:51 bis 13:40. Sitkovetsky spielt Mozart. Zwischendurch macht er Angaben zu seiner Person und äußert sich zur Musik.
- ↑ Benedetti & Sitkovitsky: Tribute to Menuhin – Usher Hall northwestend.com, 14. August 2025. Zitat: „[…] Bach’s Concerto for Two Violins in D minor. Benedetti told us how this piece had been part of her life since she was eleven, playing it with Sitkovetsky back then, later at Menuhin’s funeral […]“
- ↑ Menuhin laid to rest as violin concerto plays heraldscotland.com, 20. März 1999.
- ↑ Alexander Sitkovetsky, Olga Sitkovetsky – Sasha Plays Romantic Russian Rarities bei Discogs.
- ↑ Website des Sitkovetsky Trios, Stand April 2014 (englisch).
- ↑ Website des Sitkovetsky Trios, Stand März 2015.
- ↑ Im September 2017 erschien auf der Website des Sitkovetsky Trios erstmals die Nachricht, dass Isang Enders der neue Cellist sei, siehe Homepage, Stand September 2017.
- ↑ In harmony: Navigating love and music. Wu Qian and Alexander Sitkovetsky classical-music.uk, 19. April 2024.
- ↑ Julia Fischer Quartett auf der Website der Agentur KünstlerSekretariat am Gasteig.
- ↑ ZHdK verpflichtet Sitkovetsky und Malov musikzeitung.ch, 3. Mai 2017.
- ↑ Alexander Sitkovetsky auf der Website der Zürcher Hochschule der Künste, abgerufen am 15. März 2026.
- ↑ Violinists Alexander Sitkovetsky and Chad Hoopes join Meadows School of the Arts thestrad.com, 24. Juni 2020.
- ↑ Alexander Sitkovetsky auf der Website der Meadows School of the Arts, abgerufen am 15. März 2026.
- ↑ NFM Leopoldinum Orchestra nfm.wroclaw.pl, abgerufen am 15. März 2026.
- ↑ Alexander Sitkovetsky bei Discogs.
- ↑ Sitkovetsky Trio bei Discogs
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sitkowetski, Alexander |
| ALTERNATIVNAMEN | Sitkovetsky, Alexander; Ситковетский, Александр (russisch); Sitkovetskij, Aleksandr (wissenschaftliche Transliteration) |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Violinist |
| GEBURTSDATUM | 1983 |
| GEBURTSORT | Moskau |