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Alexander Scotland

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Alexander Scotland, 1948 (oder früher)

Alexander Paterson Scotland, OBE (* 15. Juli 1882 in Middlesbrough; † 3. Juli 1965 in Brent, London) war ein britischer Offizier und Geheimdienstmitarbeiter. Er erlangte vor allem während und nach dem Zweiten Weltkrieg Bekanntheit als Leiter des London Cage, einer Verhöreinrichtung des britischen Militärgeheimdienstes, die später wegen Foltervorwürfen in die Kritik geriet.

Leben und militärische Laufbahn

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Frühe Jahre und Afrika

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Scotland wuchs in England auf und reiste Anfang des 20. Jahrhunderts nach Afrika, um dort in der Britischen Armee Karriere zu machen, wo sein Bruder bereits diente. Nachdem dies nicht gelungen war, arbeitete er zwischen 1903 und 1907 im damaligen Deutsch-Südwestafrika und war während des Krieges gegen die Herero und Nama zeitweise als ziviler Mitarbeiter für die deutsche Schutztruppe tätig. Während dieser Zeit erlernte er die deutsche Sprache fließend und erwarb tiefgehende Kenntnisse über die deutsche Militärkultur, was seine spätere Geheimdienstkarriere prägte. Nach seiner Demobilisierung 1908 ließ er sich vom britischen Geheimdienst (SIS) anwerben und war hierzu als Händler in Keetmanshoop tätig.[1][2]

Erster Weltkrieg

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Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Scotland in Windhoek inhaftiert, wo er mit den deutschen Verhörtechniken konfrontiert wurde. Nach Kapitulation der dortigen deutschen Kolonialtruppen im Juli 1915 kam er nach 11 Monaten Haft frei und bemühte sich in England um die Aufnahme in den britischen Geheimdienst. Nach anfänglicher Ablehnung wurde er in das Inns of Court Officers' Training Corps aufgenommen und im Juli 1916 als Second Lieutenant nach Frankreich versetzt. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse wurde er primär mit der Befragung deutscher Kriegsgefangener betraut.[3][4]

Zweiter Weltkrieg und der „London Cage“

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Im Juli 1940 wurde Scotland zum Intelligence Corps transferiert und mit der Leitung der Prisoner of War Interrogation Section (PWIS) beauftragt. In dieser Funktion installierte er im gesamten Vereinigten Königreich ein Netzwerk von Verhörzentren (sogenannten „Cages“).[5]

Das bekannteste Zentrum war der im Londoner Stadtteil Kensington eingerichtete London Cage, den Scotland als Kommandant persönlich führte. Die Einrichtung diente der Befragung hochrangiger deutscher Kriegsgefangener und ab 1945 mutmaßlicher Kriegsverbrecher (darunter Angehörige der SS und der Gestapo).[6]

Kontroversen und Memoiren

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Bereits während des Krieges gab es interne Spannungen zwischen MI5 und MI6 (SIS) über die Verhörmethoden in Scotlands Einrichtung. Nach dem Krieg erhoben zahlreiche deutsche Gefangene schwere Vorwürfe wegen systematischer Misshandlungen, Schlafentzug und physischer Gewalt.[7]

Scotland verfasste 1950 eine Autobiografie mit dem Titel The London Cage. Das britische War Office sowie das Foreign Office beschlagnahmten das Manuskript jedoch zunächst und drohten Scotland mit einer Anklage nach dem Official Secrets Act, da das Buch detaillierte Verstöße gegen die Genfer Konventionen beschrieb. Nach umfangreichen Zensurkürzungen durfte das Buch erst 1957 in modifizierter Form erscheinen.[7]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Helen Fry: The London Cage: The Secret History of Britain's WW2 Interrogation Centre. Yale University Press, 2017, Kapitel 2. A very ‘German’ Englishman, S. 44 f.
  2. ↑ Alexander Paterson Scotland: The London Cage. Evans Brothers, London 1957, OCLC 223431209, S. 11.
  3. ↑ Helen Fry: The London Cage: The Secret History of Britain's WW2 Interrogation Centre. Yale University Press, 2017, S. 45–47.
  4. ↑ Alexander Paterson Scotland: The London Cage. Evans Brothers, London 1957, OCLC 223431209, S. 28.
  5. ↑ Helen Fry: The London Cage: The Secret History of Britain's WW2 Interrogation Centre. Yale University Press, 2017, S. 49, 37.
  6. ↑ Helen Fry: The London Cage: The Secret History of Britain's WW2 Interrogation Centre. Yale University Press, 2017, S. 37–41.
  7. 1 2 Helen Fry: The London Cage: The Secret History of Britain's WW2 Interrogation Centre. Yale University Press, 2017, S. 68.