Alexander Fend
Alexander Fend (* in Wien) ist ein österreichischer Tänzer, Performer und Choreograf.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fend absolvierte ein Tanzstudium an der Schule der Wiener Staatsoper sowie weitere Ausbildungen in Monaco, Paris und Amsterdam.[1][2] Seine Ausbildung umfasste klassisches Ballett, zeitgenössischen Tanz, Schauspiel sowie Tanz- und Theatertheorie.[3]
Fend arbeitete als Tänzer und Choreograf mit verschiedenen Tanz- und Theaterkompanien zusammen. Zu seinen frühen Stationen gehörten das Tanztheater Homunculus in Wien, die Neue Oper Wien und die Kompanie des brasilianischen Tänzers und Choreografen Ismael Ivo in Stuttgart.[1]
Gastengagements führten ihn unter anderem an die Wiener Staatsoper, die Oper Graz, das Schauspielhaus Graz, das Theater an der Wien, das Tiroler Landestheater Innsbruck, das Staatstheater Darmstadt, das Deutsche Nationaltheater Weimar, das Theater Dortmund, das Haus der Kulturen der Welt, die Philharmonie Luxembourg, das Daegu Opera House in Südkorea, die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper Berlin.[1][2]
Fend wirkte außerdem bei den Wiener Festwochen, dem Steirischen Herbst, dem Festival Wien Modern, dem Weiße-Nächte-Festival in Sankt Petersburg, dem New York International Fringe Festival und dem Festival d’Aix-en-Provence mit.[1]
Tanz und Opernperformance
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2013 gehörte Fend zum Tanzensemble von Giuseppe Verdis Oper Il trovatore in der Inszenierung von Philipp Stölzl. Die Produktion entstand als Koproduktion der Staatsoper Unter den Linden und der Wiener Festwochen. Nach der Wiener Premiere im Theater an der Wien wurde sie ab November 2013 an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin gezeigt.[4]
2016 wirkte er als Tänzer in Bohuslav Martinůs Oper Juliette an der Staatsoper im Schillertheater mit. Die musikalische Leitung hatte Daniel Barenboim, Regie führte Claus Guth.[5] Im selben Jahr gehörte Fend zum Ensemble von Guths Inszenierung von Richard Strauss’ Salome an der Deutschen Oper Berlin.[6] 2017 trat Fend in der von Robert Wilson inszenierten Konzertperformance LUTHER dancing with the gods auf. Die Produktion des Rundfunkchors Berlin wurde im Berliner Pierre Boulez Saal gezeigt und verband Motetten von Johann Sebastian Bach mit Musik von Knut Nystedt und Steve Reich.[7]
Als Tänzer war Fend auch an der Uraufführungsproduktion von Pascal Dusapins Oper Il viaggio, Dante beim Festival d’Aix-en-Provence 2022 beteiligt. Die auf Werken Dante Alighieris basierende Oper wurde von Claus Guth inszeniert und choreografiert; die musikalische Leitung hatte Kent Nagano.[8][9] Weitere Auftritte hatte Fend unter anderem in The Rake’s Progress, Violetter Schnee von Beat Furrer und in Opernproduktionen an der Staatsoper Unter den Linden.[10]
Choreografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für die Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oper Lotario bei den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen 2017 entwickelte Fend die Choreografie. Dabei arbeitete er mit dem Göttinger Butoh-Tänzer Tadashi Endo zusammen.[11] 2023 erarbeitete Fend gemeinsam mit Sofia Pintzou die Choreografie für Alban Bergs Oper Wozzeck am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Regie führte Maxim Didenko.[12]
2025 arbeiteten Fend und Pintzou erneut mit Didenko zusammen. Für die Inszenierung von Gija Kantschelis einziger Oper Musik für die Lebenden am Theater Bonn gestalteten sie die Choreografie. Das Werk wurde im Rahmen der Bonner Reihe „Fokus ’33“ gezeigt.[13] 2026 übernahmen Fend und Pintzou die Choreografie für Rimski-Korsakows Oper Schneeflöckchen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Didenko verlegte das Märchen in eine von Klimaveränderungen und sozialer Kälte geprägte Zukunftswelt.[14]
Alma
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über mehrere Jahre gehörte Fend zum Team der internationalen Theaterproduktion Alma von Joshua Sobol in der Inszenierung von Paulus Manker. Er war dort unter anderem für die Abendspielleitung tätig und begleitete internationale Aufführungen der Produktion.[15]
Arbeiten als Choreograf (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2017: Lotario von Georg Friedrich Händel, Internationale Händel-Festspiele Göttingen, Regie: Carlos Wagner[11]
- 2017: Le Vieux Roi et la Lune, Philharmonie Luxembourg, Regie: Benjamin Prins[16]
- 2023: Wozzeck von Alban Berg, Badisches Staatstheater Karlsruhe, gemeinsam mit Sofia Pintzou, Regie: Maxim Didenko[12]
- 2023: Zwischen den Zügen/Chöre, Berlin Hauptbahnhof, musikalische Leitung und Choreografie[17]
- 2025: Musik für die Lebenden von Gija Kantscheli, Theater Bonn, gemeinsam mit Sofia Pintzou, Regie: Maxim Didenko[13]
- 2026: Schneeflöckchen von Nikolai Rimski-Korsakow, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, gemeinsam mit Sofia Pintzou, Regie: Maxim Didenko[14]
Arbeiten als Tänzer und Performer (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2013: Il trovatore von Giuseppe Verdi, Staatsoper im Schillertheater und Wiener Festwochen, Regie: Philipp Stölzl[18]
- 2016: Juliette von Bohuslav Martinů, Staatsoper im Schillertheater, Regie: Claus Guth[5]
- 2016: Salome von Richard Strauss, Deutsche Oper Berlin, Regie: Claus Guth[6]
- 2017: LUTHER dancing with the gods, Rundfunkchor Berlin und Pierre Boulez Saal, Regie: Robert Wilson[7]
- 2019: Violetter Schnee von Beat Furrer, Staatsoper Unter den Linden, Regie: Claus Guth[19]
- 2022: Il viaggio, Dante von Pascal Dusapin, Festival d’Aix-en-Provence, Regie und Choreografie: Claus Guth[9]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Besondere Beachtung fand Fends Arbeit an Händels Lotario. Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine beschrieb seine gemeinsam mit Tadashi Endo entwickelte Choreografie als ausdrucksstark.[11] Die Besprechung bei IOCO verwies auf die Verbindung von Choreografie, Personenführung und der psychologischen Darstellung der Opernfiguren.[20]
Bei der Karlsruher Produktion von Wozzeck wurden die von Fend und Pintzou choreografierten Tänzerinnen und Tänzer in einer Rezension bei IOCO gemeinsam mit dem Staatsopernchor und dem Kinderchor hervorgehoben.[21]
Die Choreografie der Wiesbadener Produktion von Schneeflöckchen wurde von der Frankfurter Rundschau zurückhaltender beurteilt. Die Zeitung bewertete die Tanzszenen als für das Format einer großen Oper zu wenig ausgeprägt.[22]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Alexander Fend. In: Hessisches Staatstheater Wiesbaden. Abgerufen am 13. September 2026.
- 1 2 Alexander Fend. In: Theater Bonn. Abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Alexander Fend. In: Deutsche Oper Berlin. Abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Andre Sokolowski: Oper von Giuseppe Verdi. Il Trovatore an der Staatsoper Berlin. In: Kultura-Extra. 30. November 2013, abgerufen am 13. September 2026.
- 1 2 Stücke. In: Alfred Peter. Abgerufen am 13. September 2026 (Eintrag „Juliette“, Staatsoper Berlin).
- 1 2 A Salome of Great Musico-Dramatic Import at Deutsche Oper Berlin. In: Seen and Heard International. 8. April 2016, abgerufen am 13. September 2026 (englisch).
- 1 2 LUTHER dancing with the gods. In: Rundfunkchor Berlin. 2017, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Il viaggio, Dante. In: Festival d’Aix-en-Provence. Abgerufen am 13. September 2026 (englisch).
- 1 2 Rapport d’activité 2022. (PDF) In: Festival d’Aix-en-Provence. Abgerufen am 13. September 2026 (französisch, Abschnitt „Il viaggio, Dante“, PDF-Seite 25).
- ↑ Programmheft und Besetzung. (PDF) In: Staatsoper Unter den Linden. Abgerufen am 13. September 2026 (Fend in der Auflistung der Tänzerinnen und Tänzer).
- 1 2 3 Ute Lawrenz: Oper „Lotario“ bei den Händel-Festspielen: Kammerspiel der großen Gefühle. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 22. Mai 2017, abgerufen am 13. September 2026.
- 1 2 Wozzeck. (PDF) Programmheft. In: Badisches Staatstheater Karlsruhe. 21. März 2023, abgerufen am 13. September 2026.
- 1 2 Musik für die Lebenden. In: Theater Bonn. Abgerufen am 13. September 2026.
- 1 2 Schneeflöckchen. In: Hessisches Staatstheater Wiesbaden. 2026, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ 20 Jahre Alma. (PDF) In: Alma Mahler on Stage. Abgerufen am 13. September 2026 (Abschnitt „das Alma Team“, PDF-Seite 48).
- ↑ Musical Theatre Projects. In: Benjamin Prins. Abgerufen am 13. September 2026 (englisch).
- ↑ Alexander Fend – Produktionen. In: Website von Alexander Fend. Abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Berlin, Staatsoper: Il Trovatore. In: Online Musik Magazin. 2013, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Violetter Schnee. In: Staatskapelle Berlin. 2019, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Guido Müller: Göttingen, Händel-Festspiele, Wunderbare Barockrarität – Lotario. In: IOCO – Kultur im Netz. 25. Mai 2017, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Wozzeck – Alban Berg. In: IOCO – Kultur im Netz. 31. März 2023, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Judith von Sternburg: Rimski-Korsakows Oper „Schneeflöckchen“ in Wiesbaden – Undine im Eis. In: Frankfurter Rundschau. 15. Februar 2026, abgerufen am 13. September 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fend, Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Tänzer, Performer und Choreograf |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |
| GEBURTSORT | Wien |