Aldermanit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und findet sich meist in Form faseriger oder flockenartiger Mineral-Aggregate, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Talk haben. Selten entwickelt er jedoch auch dünntafelige bis prismatische, radialstrahlig angeordnete Kristalle von wenigen Millimetern Größe. In reiner Form ist Aldermanit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Erstmals entdeckt wurde Aldermanit im Phosphat-Steinbruch „Moculta“ bei Angaston im Barossa Valley in Südaustralien. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Ian R. Harrowfield, Edgar Ralph Segnit und John. A. Watts, die das Mineral nach Arthur Richard Alderman (1901–1980), dem ehemaligen Professor für Geologie und Mineralogie an der University of Adelaide, benannten. Die chemische Zusammensetzung gaben die Mineralogen mit Mg5Al12(PO4)8(OH)22·nH2O (mit n≈32) an.
Harrowfield, Segnit und Watts sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1980 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1980-044[1]), die den Aldermanit als eigenständige Mineralart anerkannte.
Neuere Analysen durch Peter Elliot, Ian E. Grey und Anthony C. Willis, die 2021 publiziert wurden, zeigten allerdings, dass auch Natrium ein essentieller Bestandteil der Formel von Aldermanit ist. Zudem konnte die Kristallstruktur entschlüsselt werden.[6] Chemische Formel und Struktur des Minerals wurden daher neu definiert und diese Neudefinition nach Prüfung durch die IMA (Antrag 20-I) noch im gleichen Jahr anerkannt.[9] Das Mineral wird seitdem in der „Liste der Minerale und Mineralnamen“ der IMA unter der Summenanerkennung „2021 s.p.“ (special procedure) geführt.[2]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.17-010. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Aldermanit als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/D.17 bildet.[5]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Aldermanit die System- und Mineralnummer 42.13.01.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung und gleichnamigen Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 42.13.01.
Weiße Aldermanit-Kristalle auf kleinen, klaren Minyulit-Kristallen auf Phosphatgesteinsmatrix aus Tom's Steinbruch, Koonunga, Light Regional Council, South Australia
Außer an seiner Typlokalität, dem Moculta-Phosphat-Steinbruch, konnte Aldermanit bisher (Stand: 2026) noch in dem ebenfalls bei Angaston gelegenen Penrice-Marmor-Steinbruch in den South Mountain Lofty Ranges gefunden werden. Daneben trat das Mineral noch in „Tom's Phosphat-Steinbruch“ und „St John's Steinbruch“ bei Koonunga im Light Council sowie im „Fairview-Steinbruch“ bei Robertstown in den North Mountain Lofty Ranges in South Australia auf.[11]
I. R. Harrowfield, E. R. Segnit, J. A. Watts:Aldermanite, a new magnesium aluminium phosphate. In: Mineralogical Magazine. Band44, 1981, S.59–62 (rruff.info[PDF; 1,7MB; abgerufen am 31.Januar 2026]).
Louis J. Cabri, Michael Fleischer, Adolf Pabst:New mineral names. In: American Mineralogist. Band66, 1981, S.1099–1103 (englisch, rruff.info[PDF; 568kB; abgerufen am 31.Januar 2026]).
Peter Elliot, Ian E. Grey, Anthony C. Willis:Redefinition of the formula for aldermanite, [Mg(H2O)6][Na(H2O)2Al3(PO4)2(OH,F)6]⋅H2O, and its crystal structure. In: Mineralogical Magazine. Band85, Nr.3, 2021, S.348–353, doi:10.1180/mgm.2021.36 (englisch).
Ritsuro Miyawaki, Frédéric Hatert, Marco Pasero, Stuart J. Mills:IMA Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) – Newsletter 60. In: European Journal of Mineralogy. Band33, 2021, S.203–208, doi:10.5194/ejm-33-203-2021 (englisch, cnmnc.units.it[PDF; 106kB; abgerufen am 31.Januar 2026]).
Aldermanite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 31.Januar 2026(englisch).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.505 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234Peter Elliot, Ian E. Grey, Anthony C. Willis:Redefinition of the formula for aldermanite, [Mg(H2O)6][Na(H2O)2Al3(PO4)2(OH,F)6]⋅H2O, and its crystal structure. In: Mineralogical Magazine. Band85, Nr.3, 2021, S.348–353, doi:10.1180/mgm.2021.36 (englisch).
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Aldermanite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 31.Januar 2026]).
1234Aldermanite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 31.Januar 2026(englisch).
↑Ritsuro Miyawaki, Frédéric Hatert, Marco Pasero, Stuart J. Mills:IMA Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) – Newsletter 60. In: European Journal of Mineralogy. Band33, 2021, S.203–208, doi:10.5194/ejm-33-203-2021 (englisch, cnmnc.units.it[PDF; 106kB; abgerufen am 31.Januar 2026]).