Die 1917 von den Ingenieuren Thelen und Schubert entwickelte Albatros J.I war als Schlachtflugzeug zur direkten Unterstützung der Infanterie konzipiert worden; die Typenbezeichnung „J“ stand dabei für die neue Kategorie „Infanterieflugzeug“ (kurz „IFL“). Der Entwurf orientierte sich an der bereits in die Serienfertigung gelaufenen, zweistieligen Albatros C.XII. Man übernahm den für Albatros typischen, mit Sperrholz beplankten Rumpf, das Heckleitwerk aus geschweißtem Stahlrohr und die mit Leinen bespannten Tragflächen. Das Flugzeug sollte ebenfalls von einem wassergekühlten Sechszylinder-Reihenmotor angetrieben werden. Im Gegensatz zu ihrem Schwestertyp besaß die J.I allerdings leicht gepfeilte Tragflächen und einen rechteckigen Rumpfquerschnitt. Außerdem wurde auf die Klauenbremse am Fahrwerk verzichtet. Wesentlich war der nach unten gezogene Bug mit niedrig gehaltener Motoraufhängung sowie vor allem die unten und an den Seiten des Cockpits angebrachten fünfMillimeter dicken Stahlplatten, die die Besatzung speziell bei Tiefangriffen gegen den Beschuss durch Bodentruppen schützen sollten, was das Flugzeug 490kg schwerer und dadurch langsam und schwerfällig machte. Die Feuerkraft wurde auf drei MG erhöht, davon zwei starr montierte LMG08/15 und ein bewegliches LMG 14 „Parabellum“.
Bereits bei ihrer Feuertaufe im April 1918 in der 4. Flandernschlacht zeichneten sich die Albatros J.I. aus. Selbst beschussfest gegen Infanteriefeuer griffen die Maschinen gegnerische Stellungen im extremen Tiefflug an, wobei ihre Piloten aufgrund der guten Sicht nach vorn feindliche Bodentruppen mit der vollen Feuerkraft der beiden 45° nach unten gerichteten MG bekämpften und der Fliegerschütze mit seinem beweglichen MG, sowie leichten Bomben und Handgranaten den Feuerüberfall fortsetzte. In Einsatzhöhen zwischen 50 und 500m wurden die J.I im Verbund mit den schweren „Blechkästen“ von Junkers und AEG eingesetzt, unter dem Begleitschutz der ungepanzerten, aber dafür schnellen und wendigen „Pappschachteln“ Halberstadt und Hannover, die die Sicherung gegen Jagdflieger übernahmen. Diese Flugzeugtypen bildeten Mitte 1918 den Kernbestand der deutschen Schlachtgeschwader an der Westfront. Neben Angriffseinsätzen hielten diese Verbindung zu einzelnen Stützpunkten, unterstützten Stoßtruppunternehmen, warfen Meldungen und Versorgungsmaterial ab oder erkundeten den Verlauf der vordersten Linie.
Nach dem Krieg erhielt die Albatros J.I die zivile Handelsbezeichnung L.40. Zehn J.I dienten bis 1921 in den polnischen Luftstreitkräften[4]. Auch Norwegen und die Ukraine übernahmen einige Flugzeuge.
Konnte die J.I noch als Variante der Mehrzweckflugzeugen der Albatros-C-Typen gelten, so war ihr Nachfolgemodell Albatros J.II weitgehend neu konzipiert und ähnelte kaum noch den C-Schwestertypen. Auf die für Albatros-Flugzeuge typische runde Propellerhaube wurde nun verzichtet. Völlig auf Kampfeinsätze in 50 bis 150 Metern Höhe eingestellt, war sie wesentlich kompakter gebaut; ihre Panzerung war bis zum Bug verlängert worden, was das Flugzeug trotz des stärkeren Motors und der kleineren Abmessungen noch langsamer und schwerfälliger machte.
Obwohl die beauftragten Werke bereits voll mit der Produktion der Albatros J.I ausgelastet waren, wurden im Februar 1918 bereits 50 Zulassungsnummern für eine erste Serienfertigung der J.II freigegeben (J.II 125 bis 174/18), doch die ersten Albatros J.II kamen erst im Juni 1918 an die Front.
Von diesem Typ wurden bis zum Kriegsende noch 90 Stück geliefert.
Mit der Auflösung der deutschen Luftstreitkräfte wurden die meisten J.II verschrottet; drei im Baltikum zurückgebliebene Flugzeuge (J.II 705/18, 710/18 und 714/18) wurden von der litauischen Fliegertruppe verwendet.