Alarsit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form von unregelmäßigen Körnern bis etwa 0,3mm Größe oder in körnigen Mineral-Aggregaten und krustigen Überzügen gefunden werden. Die Kornoberflächen weisen einen glasähnlichen Glanz auf. In reiner Form ist Alarsit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein und durch Fremdbeimengungen eine cremeweiße Farbe mit einem Stich ins Gelbliche, Grünliche oder Bläuliche annehmen. Seine Strichfarbe ist jedoch immer weiß.
Erstmals entdeckt wurde Alarsit in Mineralproben, die nach der großen Spalteneruption an den Fumarolen des Tolbatschik auf der Halbinsel Kamtschatka im russischen Föderationskreis Ferner Osten gesammelt wurden. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch T. F. Semenowa, Lidija Pawlowna Wergassowa, Stanislaw K. Filatow und W. W. Ananew (russisch: Т. Ф. Семенова, Л. П. Вергасова, С. К. Филатов, В. В. Ананьев), die das Mineral nach dessen chemischer Zusammensetzung aus Aluminium und Arsen mit der allgemein üblichen Endung -it für Minerale benannten.
Das Mineralogen-Team reichte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1993 bei der International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 1993-003[1]) zur Prüfung ein, die den Alarsit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung folgte ein Jahr später zunächst im russischen Fachmagazin Доклады Академии наук [Doklady Akademii Nauk] (deutsch: Berichte der Akademie der Wissenschaften) und wurde 1995 im englischsprachigen Fachmagazin American Mineralogist bestätigt.
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Alarsit ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit kleinen Kationen (einige zusätzlich mit größeren Kationen)“ zu finden ist, wo es zusammen mit Berlinit und Rodolicoit die unbenannte Gruppe 8.AA.05 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Alarsit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreie Phosphate etc.“ ein. Hier ist er ebenfalls zusammen mit Berlinit und Rodolicoit in der „Berlinitgruppe“ mit der System-Nr. 38.04.02 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., A+XO4“ zu finden.
In der idealen (theoretischen) Zusammensetzung besteht Alarsit (Al[AsO4]) aus Aluminium (Al) und dem Arsenatkomplex [AsO4]3− mit einem Massenanteil (Gewichts-%) von 16,26Gew.-%Al, 45,16Gew.-%Arsen (As) und 38,58Gew.-%Sauerstoff (O)[10] oder in Oxidformeln ausgedrückt aus 30,73Gew.-%Al2O3 und 69,27Gew.-%As2O5.[4]
Insgesamt 20 Mikrosondenanalysen an natürlichen Mineralproben aus der Typlokalität Tolbatschik ergaben allerdings eine leicht abweichende Zusammensetzung von 31,98Gew.-%Al2O3 und 66,71Gew.-%As2O5 sowie zusätzliche Beimengungen von 0,60Gew.-%Fe2O3 und CuO. Auf der Basis von vier Sauerstoffatomen errechnet sich daraus die empirische Formel Al1,04Fe3+0,01Cu2+0,01As0,96O4, die zur Reinformel Al[AsO4] idealisiert wurde, da sich die genannten Beimengungen auf Einschlüsse von Hämatit und Tenorit zurückführen lassen, die auch für eine entsprechende Fremdfärbung des Minerals verantwortlich sind.[11]
Die bisher einzigen bekannten Fundorte für Alarsit sind dessen Typlokalität an den Fumarolen während der großen Spalteneruption und an der Fumarole Arsenatnaya am Zweiten Schlackenkegel des Tolbatschik auf Kamtschatka.[12]
F. Machatschki:Die Kristallstruktur von Tiefquarz SiO2 und Aluminiumorthoarsenat AlAsO4. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band94, 1936, S.222–230 (rruff.info[PDF; 436kB; abgerufen am 1.November 2020] Aluminiumorthoarsenat ab S. 227).
A. Goiffon, G. Bayle, R. Astier, J. C. Jumas, M. Maurin, E. Phillippot:Cristallochimie des phases GaPO4, AlAsO4 et GaAsO4. In: Étude comparée des structures de type quartz α. Revue de Chimie Minérale. Band20, 1983, S.338–350 (französisch).
Т. Ф. Семенова, Л. П. Вергасова, С. К. Филатов, В. В. Ананьев:Аларсит AlAsO4 – Новый минерал вулканических эксгаляций. In: Doklady Akademii Nauk. Band338, Nr.4, 1994, S.501–505 (russisch, rruff.info[PDF; 328kB; abgerufen am 1.November 2020] englische Übersetzung: T. F. Semenova, L. P. Vergasova, S. K. Filatov, V. V. Ananev: Alarsite AlAsO4: A new mineral from volcanic exhalations).
John Leslie Jambor, Jacek Puziewicz, Andrew C. Roberts:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band80, 1995, S.1328–1333 (englisch, rruff.info[PDF; 703kB; abgerufen am 1.November 2020]).
H. Sowa:The crystal structure of AlAsO4 at high pressure. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band194, 1991, S.291–304 (englisch, rruff.info[PDF; 564kB; abgerufen am 1.November 2020]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.425 (englisch).
123456
Alarsite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 64kB; abgerufen am 1.November 2020]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123Alarsite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 1.November 2020(englisch).
123John Leslie Jambor, Jacek Puziewicz, Andrew C. Roberts:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band80, 1995, S.1328–1333 (englisch, rruff.info[PDF; 703kB; abgerufen am 1.November 2020]).
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Fundortliste für Alarsit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 1. November 2020.