Alan Shepard
| Alan Shepard | ||||
|---|---|---|---|---|
| Land | ||||
| Organisation | ||||
| ausgewählt | 2. April 1959 (1. NASA-Gruppe) | |||
| Einsätze | 2 Raumflüge | |||
| Start des ersten Raumflugs |
5. Mai 1961 | |||
| Landung des letzten Raumflugs |
9. Februar 1971 | |||
| Zeit im Weltraum | 9d 0h 16min | |||
| EVA-Einsätze | 2 | |||
| EVA-Gesamtdauer | 9 h 23 min | |||
| ausgeschieden | August 1974 | |||
| Raumflüge | ||||
| ||||
| Nr. | Mission | Funktion | Flugdatum | Flugdauer |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mercury-Redstone 3 | Kommandant | 5. Mai – 5. Mai 1961 | 0d 0h 15m |
| 2 | Apollo 14 | Kommandant | 31. Januar – 9. Februar 1971 | 9d 0h 01m |
Die Person
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alan „Al“ Shepard galt als eine der schwierigsten Personen des gesamten Apollo-Programms. Im Astronauten-Korps war die Meinung über ihn geteilt. Er genoss Respekt und Anerkennung, musste aber ebenso mit Missgunst leben.
Manche beschrieben ihn als sehr undurchsichtigen, aber hochintelligenten und gerissenen Choleriker, dessen Launen – besonders hinsichtlich seines Einflusses auf die Auswahl der Mannschaften – bei den anderen Astronauten gefürchtet waren. Im Buch A Man on the Moon beschreibt ihn der Autor Andrew Chaikin als einen Charakter, den man im Deutschen wohl als „Fuchs“ bezeichnen würde. Shepard habe zwar ein raumfüllendes Charisma, aber auch ein „triefend arrogantes Selbstvertrauen“ besessen. Er sei von nicht wenigen Astronauten deswegen gemieden worden, habe aber umgekehrt auch seinerseits Distanz gewahrt. Mit seinem – so wörtlich – „ultimativen Einfluss auf Astronautenkarrieren“ soll er ferner den Spitznamen „Big Al“ getragen haben. Chaikin zitiert in diesem Zusammenhang einen (nicht namentlich genannten) Astronauten mit den Worten: „You had the feeling that if it came down to you or him, frankly, he would cut your balls off so fast you wouldn’t know that they're gone for a little while.“
Dieser extreme Charakter wird auch in der Mini-Fernsehserie From the Earth to the Moon thematisiert. In ihr wird gezeigt, dass die Sekretärin Shepards angeblich täglich wechselnde Fotos ihres Chefs – verkörpert von Ted Levine –, auf welchen er in den verschiedenen Gemütszuständen abgebildet war, unter der Überschrift „Mood of the day“ ausgehängt hatte, um Besucher zu warnen.
Ebenso wird darauf eingegangen, dass Shepards Apollo-14-Flug sehr unter Kritik stand, da er der wohl unerfahrenste Kommandant des Apollo-Mondprogramms war und nach seiner Erkrankung sehr lange als fluguntauglich außer Dienst gestanden hatte. Darüber hinaus ist immer wieder der Vorwurf zu vernehmen, Shepard habe seine Freundschaft zu Deke Slayton, der für die Apollo-Mannschaftseinteilung zuständig war, bis aufs Äußerste beansprucht, um seinen Mondflug durchzusetzen.
Der ehemalige Astronaut Eugene Cernan geht in seinem Buch The Last Man on the Moon auf die Kritik an Shepard ein und meint, dass ihm im Laufe der Zeit klargeworden sei, sein späterer Freund habe trotz der langen Flugpause selbst zum Zeitpunkt der Apollo-14-Mission über Talente und Qualitäten verfügt, die er und die meisten anderen Astronauten nicht mal mit viel Anstrengung hätten ausgleichen können.
Besonderheiten und Rekorde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erster Amerikaner im All (Mercury-Redstone 3)
- Ältester Mensch auf dem Mond (Apollo 14)
- Einziger Mercury-Veteran auf dem Mond (Apollo 14)
- Erster Golfspieler auf dem Mond (Apollo 14)
- Erster Großvater auf dem Mond (Apollo 14)
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Shepard wurde 1977 als zweiter Raumfahrer in die National Aviation Hall of Fame aufgenommen. Er war einer der ersten sechs Astronauten, denen am 1. Oktober 1978 die Congressional Space Medal of Honor verliehen wurde.
Im Dezember 2006 wurde ein Versorgungs- und Munitionstransporter der Lewis-and-Clark-Klasse nach ihm benannt, die USNS Alan Shepard (T-AKE-3).[2]
In der Science-Fiction-Videospielreihe Mass Effect, deren erster Teil 2007 veröffentlicht wurde, lautet der Nachname der Hauptfigur Shepard, was von BioWare als bewusste Verbeugung vor Alan Shepard bestätigt wurde.
Am 4. Dezember 2008 wurde im Kreidesee Hemmoor eine Piper 28 kontrolliert versenkt. Sie gehörte ehemals Shepard und konnte seitdem in einer Tiefe von knapp 10 m betaucht werden. 2020 sackte die Piper ab und es brach dabei ein Tragwerk ab. Die Piper wurde im Rahmen einer Tauchaktion auf knapp 50 m Tiefe verlegt.
Zum 50-jährigen Jubiläum seiner ersten Reise ins Weltall gab die Post in den USA 2011 eine Gedenkmarke mit dem Bild von Alan Shepard heraus.[3]
Die Trägerrakete New Shepard der Firma Blue Origin ist nach Alan Shepard benannt.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Neal Thompson: Light This Candle: The Life and Times of Alan Shepard. Random House, New York 2005, ISBN 978-1-4000-8122-6.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kurzbiografie von Alan Shepard bei spacefacts.de
- NASA-Biografie von Alan Shepard (englisch; PDF)
- Biografie von Alan Shepard in der Encyclopedia Astronautica (englisch)
- Audio-Datei: Shepard betritt den Mond (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Remastered images reveal how far Alan Shepard hit a golf ball on the Moon Ars Technica, 5. Februar 2022, abgerufen am 7. Februar 2021
- ↑ USNS ALAN SHEPARD (T-AKE 3) im Naval Vessel Register
- ↑ Erster Amerikaner im Weltraum geehrt in: NZZ Online vom 5. Mai 2011
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Shepard, Alan |
| ALTERNATIVNAMEN | Shepard, Alan Bartlett Jr. (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Astronaut |
| GEBURTSDATUM | 18. November 1923 |
| GEBURTSORT | East Derry, New Hampshire, USA |
| STERBEDATUM | 21. Juli 1998 |
| STERBEORT | Monterey, Kalifornien, USA |
- Raumfahrer (Vereinigte Staaten)
- Mercury-Besatzung
- Apollo-Besatzung
- Teilnehmer einer bemannten Mondlandung
- Person (NASA)
- Testpilot
- Rear Admiral (United States Navy)
- Person im Pazifikkrieg (Vereinigte Staaten)
- Militärpilot (United States Navy)
- Absolvent der United States Naval Academy
- Träger der Congressional Space Medal of Honor
- Träger der Navy Distinguished Service Medal
- Träger des Distinguished Flying Cross (Vereinigte Staaten)
- US-Amerikaner
- Geboren 1923
- Gestorben 1998
- Mann


