Alan Hull

Alan Hull (* 20. Februar 1945 in Benwell, Newcastle upon Tyne, England, als James Alan Hull; † 17. November 1995) war ein britischer Singer-Songwriter. Bekannt wurde er vor allem als Gründungsmitglied der Folkrockband Lindisfarne.
Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hull begann seine musikalische Karriere 1962 bei der Band „The Chosen Few“, aus der nach Hulls Weggang Skip Bifferty entstand. Hull verließ The Chosen Few, um als Pfleger in einer psychiatrischen Klinik zu arbeiten. Er trat nebenbei als Folkmusiker auf und wurde Mitglied der Band „Brethren“ – zuvor „The Downtown Faction“ –, die sich bald darauf „Lindisfarne“ nannte. Hull schrieb die meisten Hits der Gruppe, die Anfang der 1970er äußerst erfolgreich war.[1][2]
Nach dem geringen kommerziellen Erfolg des dritten Albums Dingley Dell und einer enttäuschenden Amerikatournee kam es 1973 zur Trennung. Ein Teil der Band machte sich als Jack the Lad selbständig, während Hull mit Ray Jackson eine neue Besetzung von Lindisfarne zusammenstellte. Von ihr ließ er sich auch auf seinem ersten Soloalbum Pipedream begleiten. Der Rezensent der Zeitschrift Sounds, der als „Freewheelin Frank“ zeichnete, sah Hull darauf auf dem Weg zu einer anspruchsvollen Popmusik, die sich mit ihren ausgezeichneten Texten nicht weit von der alten Lindisfarne entfernt habe. Er hob die aussagestarken Texte über alltägliche Begebenheiten hervor, etwa „Numbers“ über die Trostlosigkeit zwischen den Auftritten, „Country Gentleman’s Wife“ über Hulls Beziehungen zu verheirateten Frauen und „For the Bairns“, das an seine Tochter gerichtet ist. Hull zählte er zu den besten englischen Songschreibern. Für das Cover wurde ein Motiv von René Magritte verwendet.[3] Außerdem veröffentlichte Hull den Gedichtband The Mocking Horse, bevor er mit den verbliebenen Lindisfarne-Kollegen zwei weitere Gruppenalben aufnahm.
Als Nächstes erschien das Soloalbum Squire, und Hull gründete die Band „Radiator“, die 1977 das Album Is’t it Strange herausbrachte.[2]
1978 gab es eine Wiedervereinigung von Lindisfarne, die wieder an die alten Erfolge anknüpfen konnte. Allerdings verblasste die Popularität in den 1980ern. Es erschienen weiterhin Alben der Gruppe, die jedoch nicht mehr die vorderen Chartplätze erreichten. 1990 gab es noch einmal einen Hit auf Platz 2 der Single-Charts mit einer Neuaufnahme von Fog on the Tyne von 1971, diesmal mit dem Fußballstar Paul „Gazza“ Gascoigne. Hull hatte zwischenzeitlich weitere Soloalben veröffentlicht.[2]
1995 feierte die Band Lindisfarne ihr 25-jähriges Bestehen. Am 17. November des gleichen Jahres starb Alan Hull während der Arbeit am Album Statues & Liberties im Alter von 50 Jahren an einer Thrombose.[1]
Diskografie (solo)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1973: Pipedream (1973) – UK Album-Charts Platz 29
- 1975: Squire
- 1979: Phantoms (2007 als CD mit Bonusmaterial veröffentlicht)
- 1983: On The Other Side
- 1988: Another Little Adventure
- 1994: Back to Basics
- 1996: Statues & Liberties
- 1998: When War Is Over
- 2005: We Can Swing Together - Anthology
- 2009: Live at Clifton Poly 1975
Singles
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1970: We Can Swing Together / Obadiah's Grave
- 1973: Numbers / Drinking Song / One Off Pat
- 1973: Justanothersadsong / Waiting
- 1975: Dan The Plan / One More Bottle Of Wine
- 1975: One More Bottle Of Wine / Squire
- 1975: Crazy Woman / Golden Oldies
- 1979: I Wish You Well / Love Is The Answer
- 1979: A Walk In The Sea / Corporation Rock
- 1983: Malvinas Melody / Ode To A Taxman
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alan Hull bei AllMusic (englisch)
- Alan Hull bei Discogs
- lindisfarne.co.uk (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Allmusic, siehe Weblinks
- 1 2 3 Chris Welch: Nachruf auf Alan Hull. The Independent, 20. November 1995 (englisch)
- ↑ Freewheelin Frank: Alan Hull: Pipedream. In: Sounds. Nr. 12, Dezember 1973, S. 43.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hull, Alan |
| ALTERNATIVNAMEN | Hull, James Alan |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Singer-Songwriter |
| GEBURTSDATUM | 20. Februar 1945 |
| GEBURTSORT | Benwell, Newcastle upon Tyne, England |
| STERBEDATUM | 17. November 1995 |