Zum Inhalt springen

Akito Watabe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Akito Watabe
Watabe bei der WM 2019 in Seefeld

Watabe bei der WM 2019 in Seefeld

Nation Japan Japan
Geburtstag 26. Mai 1988 (38 Jahre)
Geburtsort Hakuba, Japan
Größe 173 cm
Gewicht 60 kg
Karriere
Disziplin Nordische Kombination
Verein Waseda-Universität
Nationalkader 2005
Status zurückgetreten
Karriereende 2026
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
WM-Medaillen 1 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 3 × Bronzemedaille
JWM-Medaillen 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Nationale Medaillen 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Silber 2014 Sotschi Gundersen NS
Silber 2018 Pyeongchang Gundersen NS
Bronze 2022 Peking Gundersen GS
Bronze 2022 Peking Team
 Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 2009 Liberec Team
Silber 2017 Lahti Gundersen GS
Bronze 2017 Lahti Teamsprint
Bronze 2019 Seefeld Gundersen NS
Bronze 2021 Oberstdorf Gundersen GS
 Nordische Junioren-Ski-WM
Silber 2006 Kranj Sprint
Japanische Meisterschaften
Gold 2013 Hakuba Gundersen
Gold 2016 Nayoro Gundersen
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 18. März 2006
 Weltcupsiege (Einzel) 19  (Details)
 Gesamtweltcup 01. (2017/18)
 Sprintweltcup 50. (2005/06)
 Best Jumper Trophy 01. (2017/18)
 Best Skier Trophy 11. (2020/21)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 19 30 25
 Team 0 1 3
 Teamsprint 0 0 1
Platzierungen im Grand Prix
 Debüt im Grand Prix 08. August 2009
 Grand-Prix-Siege (Einzel) 03  (Details)
 Gesamtwertung 01. (2013)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 3 5 5
letzte Änderung: 17. Februar 2022

Akito Watabe (jap. 渡部 暁斗, Watabe Akito; * 26. Mai 1988 in Hakuba) ist ein ehemaliger japanischer Nordischer Kombinierer. Er gewann in der Saison 2017/18 den Gesamtweltcup, bei dem er außerdem noch viermal den zweiten und dreimal den dritten Rang belegte. Bei Olympischen Spielen gewann er zwei Silbermedaillen in den Einzeldisziplinen.

Akito Watabe begann seine internationale Karriere 2005 im B-Weltcup der Nordischen Kombination – dem späteren Continental Cup – und nahm an den Junioren-Weltmeisterschaften 2005 im finnischen Rovaniemi teil und erreichte dort im Sprint den 50. Platz und mit dem Team konnte er Achter werden. Ein Jahr später bei den Junioren-Weltmeisterschaften im slowenischen Kranj konnte er sich im Sprint die Silbermedaille sichern und im Gunderson-Wettbewerb kam er auf den siebten Platz. Mit dem Team konnte er den elften Platz erreichen. Durch diese guten Ergebnisse konnte er sich für die Olympischen Spiele in Turin empfehlen und wurde auch in das Aufgebot für die Olympischen Spiele aufgenommen. Im Sprint belegte er den 19. Platz. Bei dem Heimweltcup in Sapporo gab er sein Debüt im Weltcup der Nordischen Kombination und konnte durch einen Platz in den Weltcuppunkten seine Leistungen bestätigen. In den beiden folgenden Wintern wurde er kaum bis gar nicht im Weltcup eingesetzt. Im heimischen Hakuba gelangen ihm am 17. und 18. Februar 2008 seine einzigen beiden Podiumsplatzierungen im B-Weltcup, als er sowohl im Massenstart als auch im Sprint den zweiten Platz erreichte.

In der Weltcupsaison 2008/09 konnte Watabe sich langsam im Weltcupteam etablieren und belegt am Ende des Weltcupwinters mit 97 Punkten den 38. Platz gemeinsam mit Georg Hettich belegen. Zudem durfte er an den Nordischen Skiweltmeisterschaften im slowenischen Liberec teilnehmen, wo er mit Yūsuke Minato, Taihei Katō und Norihito Kobayashi im Team die Goldmedaille gewinnen konnte. Damit konnte nach 1993 und 1995 wieder eine japanische Staffel eine Goldmedaille bei nordischen Skiweltmeisterschaften gewinnen. In der folgenden Saison 2009/10 konnte Watabe sich im Bezug auf das Vorjahr noch verbessern und belegte schlussendlich im Gesamtweltcup mit 285 Punkten gemeinsam mit David Kreiner den 18. Platz. Beim Sieg von Eric Frenzel in Seefeld am 30. Januar 2010 stand er mit Platz drei zum ersten Mal auf dem Podest. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver konnte er im Einzel von der Großschanze den neunten Platz und von Normalschanze den 21. Platz belege. Mit dem Team reichte es nur zum sechsten Platz. Mit den elften Platz im Gesamtweltcup konnte er in der Saison 2010/11 seine Leistungen aus den Vorjahr bestätigen. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften in Oslo sicherte er sich im Einzel von der Normalschanze den fünften Platz und mit dem Team wurde er von der Großschanze Fünfter und von der Normalschanze Sechster.

Akito Watabe gelang in der Saison 2011/12 sein Durchbruch in die Weltspitze. In der Saison konnte er insgesamt vier Einzelrennen gewinnen. Den ersten Sieg in seiner Karriere konnte er am 5. Februar 2012 im Val di Fiemme vor Mikko Kokslien und Bill Demong feiern. Seine weiteren Siege feierte er am 18. Februar 2012 in Klingenthal, am 26. Februar 2012 in Liberec und am 9. März 2012 in Oslo. Weitere viermal lief er auf das Podium. Durch diese Ergebnisse sicherte er sich im Gesamtweltcup den zweiten Platz hinter Jason Lamy Chappuis. In der folgenden Saison konnte er keinen Sieg feiern, aber konnte sich sechsmal eine Podiumsplatzierung sichern und erreichte im Gesamtweltcup den dritten Platz hinter den Sieger Eric Frenzel und den zweiten Jason Lamy Chappuis. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften im Val di Fiemme musste er sich im Einzel von der Großschanze, in der Staffel und im Teamsprint mit den vierten Platz begnügen.[1] Im Einzel von der Normalschanze belegte er den neunten Platz.

In der olympischen Saison konnte Watabe vor Olympia fünfmal einen Platz auf dem Podest bejubeln. Bei den Olympischen Spielen sicherte er sich von der Normalschanze hinter Eric Frenzel die Silbermedaille. Nach den Olympischen Spielen konnte er bei der WM-Generalprobe in Falun den Gundersen-Wettkampf von 15. März 2014 vor Jørgen Graabak und Alessandro Pittin und dadurch seinen fünften Weltcupsieg feiern. Im Gesamtweltcup der Saison 2013/14 sicherte er sich den dritten Platz hinter Eric Frenzel und Johannes Rydzek. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften in Falun belegte er in der Mannschaft und im Teamspringen jeweils den sechsten Platz und im Einzel von der Groß- und Normalschanze jeweils den siebten Platz. Nach den nordischen Skiweltmeisterschaften konnte er seinen sechsten und siebten Weltcupsieg einfahren. Am 6. März 2015 siegte er in Lahti vor Johannes Rydzek und Fabian Rießle und am 14. März 2015 in Oslo vor Johannes Rydzek und Alessandro Pittin. Hinter Eric Frenzel belegte Watabe Platz zwei in der Gesamtwertung der Saison 2014/15. Am 26. Dezember 2015 wurde Watabe erneut japanischer Meister.[2] Auch im Weltcup 2015/16 zählte Watabe weiterhin zur Weltspitze und wurde erneut Zweiter in der Gesamtwertung.

Nachdem Watabe beim letzten Weltcup vor den Weltmeisterschaften 2017 in Lahti seinen ersten Saisonsieg erzielen konnte, ging er als einer der Topfavoriten in Lahti an den Start. Dort errang Watabe mit Silber im Einzelwettbewerb von der Großschanze seine erste WM-Medaille in einem Einzelwettbewerb und konnte darüber hinaus mit seinem Bruder Yoshito Bronze im Teamsprint gewinnen. Beim darauffolgenden Weltcup in Oslo fuhr er seinen neunten Weltcupsieg ein und wurde letztlich Dritter im Gesamtweltcup. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang gewann er wie vier Jahre zuvor von der Normalschanze und wieder hinter Eric Frenzel die Silbermedaille. In der Weltcup-Saison 2017/18 gewann Watabe acht Weltcup-Wettbewerbe und wurde schließlich erstmals Gesamtweltcupsieger.

Seinen zweiten Grand-Prix-Sieg erreichte Watabe beim Gundersen-Wettkampf von der Großschanze in Oberstdorf im August 2018. Diese Platzierung konnte er zwar im Winter nie erreichen, gehörte aber dennoch konstant zur Weltspitze, sodass er in der Gesamtwertung der Saison 2018/19 nach fünf Podiumsplätzen den zweiten Rang hinter Jarl Magnus Riiber, womit er zum achten Mal in Folge auf dem Podest des Gesamtweltcups stand. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld verpasste Watabe zwar sowohl im Team als auch im Teamsprint als Vierter knapp die Medaillenränge, konnte jedoch beim Einzel von der Normalschanze Bronze holen.

Nach der Saison 2025/26 beendete Watabe seine aktive Karriere.[3]

Erfolge Nordische Kombination

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege im Einzel

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nr. Datum Ort Disziplin
1.5. Februar 2012 Val di FiemmeGundersen
2.18. Februar 2012 KlingenthalGundersen
3.26. Februar 2012 LiberecGundersen
4.9. März 2012 OsloGundersen
5.15. März 2014 FalunGundersen
6.6. März 2015 LahtiGundersen
7.14. März 2015 OsloGundersen
8.11. Februar 2017 SapporoGundersen
9.11. März 2017 OsloGundersen
10.25. November 2017 RukaGundersen
11.26. Januar 2018 SeefeldGundersen 1
12.27. Januar 2018 SeefeldGundersen 1
13.28. Januar 2018 SeefeldGundersen 2
14.3. Februar 2018 HakubaGundersen
15.10. März 2018 OsloGundersen
16.24. März 2018 SchonachGundersen
17.25. März 2018 SchonachGundersen
18.1. März 2020 LahtiGundersen
19.24. Januar 2021 LahtiGundersen
1 
Etappensieg beim Nordic Combined Triple.
2 
Gleichzeitig Gesamtsieg beim Nordic Combined Triple.

Grand-Prix-Siege im Einzel

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nr. Datum Ort Disziplin
1.25. August 2013 OberwiesenthalGundersen
2.25. August 2018 OberstdorfGundersen
3.25. August 2019 OberwiesenthalGundersen

Erfolge Skilanglauf

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siege bei Worldloppet-Rennen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nr. Datum Ort Rennen Disziplin
1. 31. August 2024  Snow Farm Merino Muster 42 km Freistil Massenstart

Platzierungen bei Olympischen Winterspielen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr und Ort Wettbewerb
Gundersen NS Sprint Gundersen GS Team
 2006 Turin19.
 2010 Vancouver21.9.6.
2014 Sotschi2.6.5.
 2018 Pyeongchang2.5.4.
 2022 Peking7.3.3.

Platzierungen bei Weltmeisterschaften

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr und Ort Wettbewerb
Einzel NS Sprint Gundersen GS Massenstart Team NS Team GS Teamsprint Mixed NS
 2007 Sapporo35.31.8.
 2009 Liberec33.1.
 2011 Oslo5.13.5.5.
 2013 Val di Fiemme9.4.4.4.
 2015 Falun6.7.6.6.
 2017 Lahti5.2.4.3.
 2019 Seefeld3.6.4.4.
 2021 Oberstdorf5.3.4.4.
 2023 Planica15.18.5.
 2025 Trondheim13.21.5.4.

Weltcup-Platzierungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
SaisonPlatzPunkte
2005/0647.61
2008/0938.97
2009/1018.285
2010/1111.315
2011/122.1238
2012/133.721
2013/143.730
2014/152.777
2015/162.1070
2016/173.1086
2017/181.1495
2018/192.893
2019/209.449
2020/213.757
2021/2211.528
2022/2330.114

Grand-Prix-Platzierungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
SaisonPlatzPunkte
200947.6
20122.269
20131.290
20153.236
20177.181
20185.184
20194.278

B-Weltcup-Platzierungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
SaisonPlatzPunkte
2005/0624.176
2006/0748.48
2007/085.474

Akito Watabes jüngere Bruder Yoshito ist ebenfalls Nordischer Kombinierer im Weltcup.[4] Watabe lebt in der japanischen Stadt Tokorozawa. Im November 2020 wurde Watabe Vater, doch konnte er das Kind erst Ende März 2021 zum ersten Mal sehen, da er sich von November an in der Corona-Bubble in Europa befunden hatte.[5]

Commons: Akito Watabe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Archivierte Kopie (Memento vom 17. Oktober 2014 im Internet Archive)
  2. Ergebnisliste Japanische Meisterschaften 2015. In: weltcup-b.org. Abgerufen am 8. Oktober 2020 (PDF).
  3. Dirk Hofmeister: Rydzek verabschiedet sich als bester Deutscher in Oslo. In: sportschau.de. 15. März 2026, abgerufen am 15. März 2026.
  4. Das Interview führte Johannes Markus Stettner: Das ist UNSER Heimweltcup – Yoshito Watabe im Interview. NORDICJUMPWORLD, 27. Februar 2010, archiviert vom Original am 23. Dezember 2015; abgerufen am 5. Dezember 2015.
  5. Dirk Hofmeister: Akito Watabe - immer vorne dabei und doch im Schatten. In: sportschau.de. 22. März 2021, abgerufen am 22. März 2021.