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Adolf Rautmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Onkel Pelle mit Kindern am Badestrand (1928)

Hermann Albert Adolf Rautmann (* 11. Februar 1869 in Brenkenhof; † 8. Januar 1937 in Berlin) war ein Zirkuskünstler, Schausteller und ein Berliner Original. Im Volksmund wurde er Onkel Pelle genannt.

Adolf Rautmann kam als Jugendlicher mit seinen Eltern August Ferdinand und Henriette geborene Schlüter aus dem westlich von Berlin gelegenen Havelland nach Berlin[1], wo er sich unter anderem dem Circus Renz anschloss und auf Reisen ging. Auch im Circus Krone trat er für kurze Zeit als Manegenclown auf. Zurück in Berlin trat er mit einer Reihe von bekannten Künstlern auf. Am 31. Oktober 1890 heiratete er die zwei Monate ältere und aus Berlin stammende Anna Martha Clara Schöne, von der er am 26. Juli 1901 wieder geschieden wurde.[2] Am 28. Januar 1902 heiratete er die Wirtschafterin Marie Luise Henriette Andres (1872–1907).[3]

Von 1906 bis 1907 betrieb Rautmann in der Müllerstraße 147 in Berlin-Wedding einen Rummelplatz. Um diese Zeit herum betätigte er sich auch in anderen großen, deutschen Städten als Festveranstalter und Pächter von sieben Rummelplätzen.[1] Im August 1907 verwitwet, heiratete er am 1. November 1907 die 18 Jahre jüngere und in Thorn geborene Hedwig Klara Stoll.[4] Adolf Rautmann spielte Flöte, Geige und Konzertina. Als Alleinunterhalter trat er vor allem vor Kindern als „Onkel Pelle“ auf. Diesen Spitznamen verdankte er der Tatsache, dass sein Körper nur aus Haut und Knochen zu bestehen schien. Im Amtlichen Fernsprechbuch für Berlin von 1932 steht dies sogar in seinem Eintrag:[5]

Rautmann, Adolf, gen[annt]. Onkel Pelle, Schaustellungsunternehmer, Berlin Nordpark, N 65, Müllerstraße 148, D 6 Wedding 85 79.“

Gedenktafel, Müllerstraße 147, in Berlin-Wedding

Bei seinen Vorführungen beschäftigte er die Kinder mit Spielen, zauberte Bonbons hervor und zeigte Kunststücke, lustige Mützen und Kostüme. Dabei war er so erfolgreich, dass der Name „Onkel Pelle“ sogar markenrechtlich geschützt wurde.

Adolf Rautmann war mit dem Zeichner Heinrich Zille befreundet. Das Geburtshaus des Spaßmachers ist noch erhalten und befindet sich neben der Heimatstube im Ortsteil Brenkenhof von Großderschau.

Adolf Rautmann starb am 8. Januar 1937 im Alter von 67 Jahren in seiner Wohnung am Vergnügungspark in der Müllerstraße 148.[6]

Nach seinem Tod wurde er von vielen Nachahmern bei Stadt-, Straßen-, Hinterhof-, Schul- oder Kleingartenfesten kopiert, um die Kinder zu unterhalten und zu beschäftigen.

Drei Pappeln, die Rautmann 1924 bei seinem Wohnhaus in der Müllerstraße gepflanzt hatte, mussten 1989 wegen einer Pilzerkrankung gefällt werden und wurden 1991 durch Neupflanzungen ersetzt. Eine Gedenktafel erinnert dort an ihn.

  • Hermann Kügler: Onkel Pelle – Adorf Rautmann (1869–1937) – Ein Beitrag zur Volkskunde Berlins. In: Berlinische Blätter für Geschichte und Heimatkunde, Jahrgang 1, 1933/1934, S. 6–8.
  • Brigitte Prévot, Jürgen Handrich: Stadtplätze im Wedding: eine Dokumentation ihrer Entstehung und Bedeutung. Hrsg.: Gartenbauamt. Bezirksamt Wedding von Berlin, Deutschland, Berlin-Wedding 1991.
Commons: Adolf Rautmann – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Horst Bosetzky, Jan Eik: Haste schon jehört? Berliner Merk- und Denkwürdigkeiten. Jaron, 2005, ISBN 978-3-89773-520-0, S. 21.
  2. Standesamt Berlin Xiii, Heiratsregister-Eintrag Nr. 791/1890 vom 31. Oktober 1890; eingesehen auf ancestry.de am 23. März 2026.
  3. Standesamt Berlin XiiiB, Heiratsregister-Eintrag Nr. 12/1902 vom 28. Januar 1902; eingesehen auf ancestry.de am 23. März 2026.
  4. Standesamt Berlin XiiiA, Heiratsregister-Eintrag Nr. 897/1907 vom 1. November 1907; eingesehen auf ancestry.de am 23. März 2026.
  5. Rautmann, Adolf. In: Amtliches Fernsprechbuch für Berlin, 1932, S. 1022.
  6. Standesamt Berlin XIIIB, Sterberegister-Eintrag Nr. 311/1937 vom 8. Januar 1937; eingesehen auf ancestry.de am 23. März 2026.