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Adolf Kohn

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Adolf Kohn (geb. 10. März 1868 in Prag; gest. 3. April 1953 ebenda) war ein österreichisch-tschechischer Musiker und Maler von Veduten und Architekturmalerei. Er gilt als Chronist des historischen Prager Ghettos.

Adolf Kohns Eltern waren Bernard Kohn, Kantor an der Prager Pinkas-Synagoge, und Rozálie Kohn, geb. Stern, die aus Kovanice, einer Gemeinde im Okres Nymburk, etwa 60 Kilometer östlich von Prag, stammte. Sein älterer Bruder Emil Klement war ein bekannter Medizinprofessor an der Prager Karls-Universität. Nach dem Besuch der Jüdischen Grundschule im Viertel absolvierte Adolf Kohn das deutschsprachige humanistische Staatsgymnasium in der Prager Altstadt im Palais Kinsky, das 15 Jahre später auch Franz Kafka besuchte.[1]

Anschließend studierte er zunächst Medizin an der Prager Universität, wechselte aber nach einigen Semestern und studierte Musik bei dem Konzertmeister Mořic Wallerstein (auch bekannt als Moritz Wallerstein, 1847–1906). Nach dem Studium arbeitete er lange Jahre als Organist. Er war vor allem an der Maisel-Synagoge tätig, daneben aber auch in anderen Synagogen und Kirchen. Zudem war er in der Maisel-Synagoge Chorleiter.[1]

Im August 1897 heiratete er Theresie Stein (1865–1936), die aus Nymburk stammte.[1] Im März 1915 zog er in einen Neubau in der Haštalská-Straße, den er bis zu seinem Lebensende bewohnte. Kurz zuvor war er eine Beziehung mit Anna Karasová (1891–1981) eingegangen, die er 1918 heiratete. Aus dieser Ehe gingen die drei Töchter Markéta, Valérie und Věra hervor. Markéta wurde im Konzentrationslager Auschwitz ermordet, die anderen beiden Töchter überlebten im Ghetto Theresienstadt. Adolf Kohn blieb aufgrund seiner „Mischehe“ von der Deportation verschont. Er starb 85-jährig am 3. April 1953 in Prag und wurde auf dem dortigen Olšany-Friedhof beigesetzt.[2]

Schaffen und Werk

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Als das jüdische Viertel zwischen 1893 und 1913 größtenteils abgerissen wurde, weckte das das Interesse an der Prager Altstadt und lockte Maler sowie Fotografen in die Josefstadt, um das alte Viertel bildlich festzuhalten. In dieser Zeit begann Adolf Kohn als Autodidakt mit der Malerei.[1][2]

Als Motive malte er fast ausschließlich Gebäude, Straßen und Plätze des jüdischen Viertels – ergänzt um wenige Stadtansichten, Stillleben und Porträts. Seine Bilder datierte er nicht, sondern signierte sie lediglich und hielt auf der Rückseite oft den Namen der Straße oder des dargestellten Hauses fest. Datiert werden kann der Beginn seiner Malerei nur durch Motive wie Pferdestraßenbahnen und Gaslaternen, die den Beginn seiner Malerei auf die Zeit vor 1900 schließen lassen.[3]

Seine Bildmotive weisen klare Kompositionen auf und sind in hellen Pastellfarben akribisch festgehalten. Sie zeigen die Gebäude, Straßen und Plätze, die meist ohne oder nur mit wenigen Menschen bevölkert sind. Personen sind bewegungslos dargestellt und erscheinen unnatürlich. Insgesamt ist sein Werk durch scheinbare Naivität geprägt, die sich in der figurativen Darstellung äußert.[3]

Auch anhand von Postkarten und Fotografien schuf er hunderte von Bildern. Die prominentesten Motive malte er oft in zahlreichen Variationen wie etwa die Synagogen und den Jüdischen Friedhof. Die Bilder knüpfen oftmals aneinander an, werden aus unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln dargestellt und bilden so ein Panorama des Viertels. Die wertvollsten Bilder sind die der verschwundenen Orte.[3]

Erstmals widmete das Jüdische Museum in Prag Adolf Kohn eine Ausstellung. Rund 50 Gemälde und 30 Fotografien wurden vom 30. Juni bis 26. September 2003 präsentiert.[4]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Arno Pařík: Adolf Kohn, S. 2.
  2. 1 2 Arno Pařík: Adolf Kohn, S. 4.
  3. 1 2 3 Arno Pařík: Adolf Kohn, S. 3.
  4. ↑ Adolf Kohn – Maler des Prager Ghettos. Auf der Website des Jüdischen Museums Prag