Abuit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, konnte jedoch bisher nur in Form von winzigen Körnern bis etwa 500μm Größe und zusammen mit anderen Mineralen in Mineral-Aggregaten bis etwa 2mm Größe gefunden werden. Das Mineral ist farblos und durchsichtig und zeigt auf den Kornoberflächen einen glasähnlichen Glanz. Aufgrund der geringen Probengröße konnten weder die Mohshärte noch die Dichte gemessen werden. Die anhand der kristallographischen Daten berechnete Dichte beträgt 3,214g/cm3.
Entdeckt wurde Abuit in Mineralproben aus der Hinomaru-Nago-Mine (fälschlich auch Hinomaru-Nako-Mine; 34°53′0″N, 131°52′0″O34.883333333333131.86666666667), einer Pyrophyllit-Lagerstätte in rhyolithischemTuff nahe der Stadt und dem gleichnamigen Landkreis Abu in der Präfektur Yamaguchi auf der japanischen Insel Honshū. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Satomi Enju und Seiichiro Uehara aus dem Fachbereich für Erd- und Planetenwissenschaften der Universität Kyūshū, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.[4]
Enju und Seiichiro sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2014 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 2014-084[1]), die den Abuit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte 2017 im Journal of Mineralogical and Petrological Sciences. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Abuit lautet „Abu“.[2]
Die von der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführte Strunz-Klassifikation (hier: Strunz-Mindat) ordnet den Abuit in die Abteilung der „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ (englischPhosphates, etc., with additional anions, without H2O; vergleiche dazu auch die gleichnamige Abteilung in der Klassifikation nach Strunz (9. Auflage)). Eine weitere Eingruppierung wurde in der Strunz-Mindat-Klassifikation bisher nicht vorgenommen (Stand 2024).[8]
In der idealen, stoffreinen Zusammensetzung von Abuit (CaAl2(PO4)2F2) besteht das Mineral im Verhältnis aus einem Teil Calcium (Ca), je zwei Teilen Aluminium (Al), Phosphor (P) und Fluor (F) sowie acht Teilen Sauerstoff (O) pro Formeleinheit. Dies entspricht einem Massenanteil (Gewichtsprozent) von 12,45Gew.-%Ca, 16,76Gew.-%Al, 19,24Gew.-%P, 11,80Gew.-%F und 39,75Gew.-%O[9] oder in der Oxidform 17,42Gew.-%CaO, 31,67Gew.-%Aluminiumoxid (Al2O3), 44,08Gew.-%Phosphorpentoxid (P2O5) und 11,80+4,97Gew.-%Fluor (F/F2).[5]
Insgesamt 21 WDS-Sondenanalysen am Typmaterial von Abuit ergaben eine durchschnittliche Zusammensetzung von 17,29Gew.-%CaO, 31,26Gew.-%Al2O3, 45,04Gew.-%P2O5 und 11,24+4,73Gew.-%F/F2 sowie als Fremdbeimengung 0,22Gew.-%Strontiumoxid (SrO).[10]
Basierend auf 10 Anionen pro Formeleinheit (pfu) ergibt sich daraus die empirische Formel (Ca0.99Sr0.01)1.00Al1.96P2.03O8(F1.89OH0.11) beziehungsweise bei strontiumreichen Analysen (Ca0.81Sr0.17)0.99Al1.99P2.01O8F2.0, die zur eingangs genannten Formel idealisiert wurde.[10]
Satomi Enju, Seiichiro Uehara:Abuite, CaAl2(PO4)2F2, a new mineral from the Hinomaru-Nago mine, Yamaguchi Prefecture, Japan. In: Journal of Mineralogical and Petrological Sciences. Band112, 2017, S.109–115 (englisch, rruff.info[PDF; 2,8MB; abgerufen am 27.Juni 2024]).
Dmitriy I. Belakovskiy, Fernando Cámara, Yulia Uvarova, Olivier C. Gagné:New mineral names. In: American Mineralogist. Band103, 2018, S.330–337 (englisch, rruff.info[PDF; 427kB; abgerufen am 27.Juni 2024]).
P. A. Williams, Frédéric Hatert, Marco Pasero, Stuart J. Mills:IMA Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) Newsletter 23. New minerals and nomenclature modifications approved in 2014 and 2015. In: Mineralogical Magazine. Band79, 2015, S.51–58 (englisch, rruff.info[PDF; 93kB; abgerufen am 27.Juni 2024]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345678910111213Satomi Enju, Seiichiro Uehara:Abuite, CaAl2(PO4)2F2, a new mineral from the Hinomaru-Nago mine, Yamaguchi Prefecture, Japan. In: Journal of Mineralogical and Petrological Sciences. Band112, 2017, S.109–115 (englisch, rruff.info[PDF; 2,8MB; abgerufen am 27.Juni 2024]).
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Abuite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 218kB; abgerufen am 27.Juni 2024]).
12Dmitriy I. Belakovskiy, Fernando Cámara, Yulia Uvarova, Olivier C. Gagné:New mineral names. In: American Mineralogist. Band103, 2018, S.330–337 (englisch, rruff.info[PDF; 427kB; abgerufen am 27.Juni 2024]).