Zum Inhalt springen

Aaron Boadu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Aaron Boadu (* 13. Mai 1986[1] in Hamburg[2]) ist ein deutscher Influencer[3] und ehemaliger American-Football-Spieler.

Sportliche Laufbahn

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boadu kam am Contra Costa College, einem zweijährigen Community College im US-Bundesstaat Kalifornien, vom Basketball zum American Football.[4][5] Dort begann er im Alter von 20 Jahren mit Football.[5] Nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte Boadu zunächst für die Hamburg Blue Devils.[5][6] Zeitweise spielte er außerdem Basketball für den Bramfelder SV in der Regionalliga.[7]

2010 schloss sich Boadu den Kiel Baltic Hurricanes an. In seiner ersten Saison gewann der 1,99 Meter große Defensive End[1][8] mit der Mannschaft unter Cheftrainer Patrick Esume vor 11.121 Zuschauern[9] die deutsche Meisterschaft.[10] Nach der Saison 2012 verließ Boadu die Hurricanes und kehrte 2015 nach Kiel zurück.[11] Im Juni desselben Jahres gewann er mit ihnen die European Football League.[12] In der Saison 2016 stellte Boadu mit 13 Sacks einen neuen Vereinsrekord der Kiel Baltic Hurricanes auf.[13] In der German Football League belegte er damit Rang drei der Sack-Statistik.[14] In der Saison 2018 wurde Boadu nach einem Platzverweis gegen die Berlin Rebels für ein Spiel gesperrt.[15] Später in derselben Saison erhielt er gegen die Dresden Monarchs seinen zweiten Platzverweis.[16][17] Zu Jahresbeginn 2019 wechselte Boadu zu den Potsdam Royals.[2] Im Juli 2019 spielte er dann für die Hildesheim Invaders und gewann mit ihnen gegen seine frühere Mannschaft aus Kiel.[18] 2021 spielte Boadu für Berlin Thunder in der neu gegründeten European League of Football.[19]

Tätigkeit als Influencer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zu seiner Football-Laufbahn war Boadu als Fitnesscoach der Hamburger Rapgruppe 187 Strassenbande tätig.[20] Später verlagerte sich seine öffentliche Tätigkeit zunehmend auf Internetplattformen. Unter dem Namen Coach Aaron veröffentlicht er dort vor allem Inhalte zu Fitness, Ernährung und Lebensführung.[3]

Rezeption und Kontroversen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundheit und Ernährung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Medienunternehmen Online Marketing Rockstars (OMR) berichtete 2025, Boadu behaupte, Leitungswasser sei „vergiftet“ und gegen Depressionen reichten einige Liegestütze aus.[20] Die Apotheken Umschau zählte Boadu 2025 zu den drei wichtigsten Influencern des Ernährungstrends „Gottes Nahrung“ und kritisierte, dass in den entsprechenden Videos wissenschaftliche Belege für die verbreiteten Behauptungen fehlten. Zudem würden Nahrungsergänzungsmittel beworben, ohne vor möglichen Risiken oder Überdosierungen zu warnen.[21] Die Welt berichtete zudem über pauschal abwertende Äußerungen Boadus gegenüber übergewichtigen Menschen. In einem von der Zeitung dokumentierten Beitrag bezeichnete er diese unter anderem als „faule Sau“ und „fette Versager“.[22]

Geschlechterrollen und Lebensführung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boadus Aussagen über Frauen wurden wiederholt medial kritisiert. Deutschlandfunk Kultur bezeichnete Teile seiner auf Internetplattformen veröffentlichten Inhalte 2026 als frauenfeindlich.[3] Der Tagesspiegel berichtete über ein Video Boadus, in dem er Frauen als „von Natur aus hinterhältigere Wesen“ bezeichnete. Ein Ausschnitt dieser Aussage wurde von der Rapperin Ikkimel als Sample für ihr Lied „Giftmord“ verwendet.[23] OMR dokumentierte außerdem Aussagen Boadus, wonach Frauen „irrationale Wesen“ seien und in einer Beziehung der Mann die Richtung vorgeben müsse.[20]

Politische und gesellschaftliche Aussagen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

OMR ordnete 2025 mehrere Aussagen Boadus in einen verschwörungstheoretischen Zusammenhang ein. Dabei berichtete das Medium unter anderem, Boadu behaupte, den Klimawandel gebe es nicht.[20] Im selben Jahr dokumentierte das Violence Prevention Network (VPN) gemeinsame Veröffentlichungen Boadus mit den vom VPN als extrem rechts bezeichneten Accounts „heimat3cho“[20][24] und „frei.und.direkt“.[25][26] In den Videos wurden unter anderem Aussagen verbreitet, wonach die deutsche Politik gegen das „deutsche Volk“ gerichtet sei. Auf die Frage, ob sie rechtsextrem seien, erklärten die Gesprächspartner sinngemäß, der Begriff „rechtsextrem“ werde inzwischen zu weit gefasst, und bezeichneten sich stattdessen als „radikal im Recht“. Das VPN kritisierte, Boadu biete den Akteuren damit eine Plattform für rechtsextreme Haltungen, hake nicht kritisch nach und stimme ihnen wiederholt zu.[26]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Saison 2017. In: Kiel Baltic Hurricanes. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2020; abgerufen am 20. August 2022.
  2. 1 2 Thomas Sellmann: Royals verstärken Defense weiter. In: Football-aktuell.de. 12. Januar 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2025; abgerufen am 13. September 2026.
  3. 1 2 3 Jonas Lüth: Ein Influencer polarisiert, ein Imker profitiert. In: Deutschlandfunk Kultur. 31. Mai 2026, abgerufen am 13. September 2026.
  4. ↑ Institutional Self-Evaluation Report. (PDF) In: Contra Costa College. August 2020, abgerufen am 14. September 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 Boadu bleibt in Kiel. In: Football-aktuell.de. 13. Februar 2018, archiviert vom Original am 12. April 2025; abgerufen am 12. April 2025.
  6. ↑ Teufel Aaron: Ich will in den USA rocken. In: Bild. Abgerufen am 6. Februar 2020.
  7. ↑ Christian Huhn: MBC 2 behält einen kühlen Kopf und siegt erneut. In: Mitteldeutscher BC. 8. November 2008, abgerufen am 20. August 2022.
  8. ↑ Holger Fricke: Wirbelstürme zu Gast beim GFL-Season-Opener. In: Braunschweig Lions. 4. Januar 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2020; abgerufen am 21. März 2024.
  9. ↑ BOWLS. In: Ergebnisse.Footballverband.de. Abgerufen am 3. Oktober 2026.
  10. ↑ Hurricanes Stats 2010. In: Kiel Baltic Hurricanes. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2020; abgerufen am 20. August 2022.
  11. ↑ Boadu kommt zu den Baltic Hurricanes. In: Kieler Nachrichten. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2020; abgerufen am 28. Januar 2020.
  12. ↑ AFI’s Europe Top 20: Saarland Hurricanes, Triangle Razorbacks Join Europe’s Best. In: American Football International. 30. Juni 2015, abgerufen am 13. September 2026 (englisch).
  13. ↑ Records. In: Kiel Baltic Hurricanes. Abgerufen am 20. August 2022.
  14. ↑ German Football League – Leaders 2016. In: German Football League. Abgerufen am 13. September 2026.
  15. ↑ Thomas Pfeiffer: Canes in Höhle der Löwen chancenlos? In: Kieler Nachrichten. 12. Mai 2018, abgerufen am 19. September 2026.
  16. ↑ Thomas Pfeiffer: Herbe 21:56-Pleite der Canes in Dresden. In: Kieler Nachrichten. 27. Mai 2018, abgerufen am 19. September 2026.
  17. ↑ Gelungene Revanche! In: German Football League. 27. Mai 2018, abgerufen am 19. September 2026.
  18. ↑ Invaders starten mit Sieg in die Rückrunde. In: Hildesheim Invaders. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2020; abgerufen am 28. Januar 2020.
  19. ↑ Berlin Thunder – Kader 2020/2021. In: sport.de. Abgerufen am 19. September 2026.
  20. 1 2 3 4 5 Tanja Rabe; Torben Lux: Zwischen Rohgang-Hype und Verschwörungstheorien – Das Viral-Playbook der neuen Ernährungs-Influencer. In: OMR. 15. August 2025, abgerufen am 13. September 2026.
  21. ↑ Stephanie Morcinek: Warum der Ernährungstrend „Gottes Nahrung“ gefährlich sein kann. In: Apotheken Umschau. 16. Juli 2025, abgerufen am 13. September 2026.
  22. ↑ Julian Theilen: Muskeln und Verachtung – das Phänomen „Rohmilch-Männer“. In: Die Welt. 27. Dezember 2024, abgerufen am 13. September 2026.
  23. ↑ Aida Baghernejad: „Poppstar“ von Ikkimel: Sex im Auto, Sex am Strand, Sex mit Vätern. In: Der Tagesspiegel. 17. Mai 2026, abgerufen am 13. September 2026.
  24. ↑ Emotionalisiert, zugespitzt, meinungsstark: Political Influencer zwischen Journalismus und Algorithmus. (PDF) Landesanstalt für Medien NRW, 2025, abgerufen am 13. September 2026.
  25. ↑ Rechte auf TikTok. In: Wyn.Wyn. funk, 13. Juni 2025, abgerufen am 13. September 2026.
  26. 1 2 dist[ex] monitor – Bericht 4. Quartal 2025. (PDF) Violence Prevention Network, 2025, S. 15–16, abgerufen am 13. September 2026.