Zum Inhalt springen

Aarhus GF

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Aarhus GF
Vorlage:Infobox Fußballunternehmen/Wartung/Kein Bild
Verein
Vorlage:Infobox Fußballunternehmen/Wartung/Kein Bild
Name Aarhus Gymnastikforening af 1880
Sitz Aarhus
Gründung 26. September 1880
Farben weiß-marineblau
Präsident Erik Meineche Schmidt
Website agf1880.dk
Fußballunternehmen
Vorlage:Infobox Fußballunternehmen/Wartung/Kein Bild
Name AGF A/S
Aktionäre 20–24,99 %: Hans Vestergaard
15–19,99 %: Kim Larsen
5–9,99 %: Henning Norup
Streubesitz
Vorstand Lars Fournaise (Vorsitzender)
Website agf.dk
Erste Mannschaft
Cheftrainer Jakob Poulsen
Spielstätte Vejlby Stadion
Plätze 12.000
Liga Superliga
2025/26 1. Platz
Heim
Auswärts

Der Aarhus Gymnastikforening af 1880 (Gymnastikverein Aarhus von 1880, kurz AGF) ist ein Sportverein aus Aarhus, Dänemarks zweitgrößter Stadt. Er ist besonders bekannt durch die gleichnamige Herrenfußballmannschaft, die mehrfach dänischer Meister war und in der höchsten dänischen Spielklasse, der Superliga, spielt. AGF ist jütländischer Rekordmeister (dieser Titel wird heute nicht mehr ausgespielt). Der Verein trug bis 2024 seine Spiele im Ceres Park aus. Seitdem wird auf dem Grund die Skovens Arena als neue Spielstätte errichtet. Übergangsweise tritt der Aarhus GF im Vejlby Stadion an.

Gegründet wurde AGF am 26. September 1880 als reiner Turnverein. Doch bereits 1902 wurde die Fußballabteilung AGF fodbold ins Leben gerufen, die bereits sechs Jahre später ihren ersten Titel gewinnen konnte: den des Meisters von Jütland, damals der höchste erreichbare Titel, denn die dänische Meisterschaft wurde erst ab 1913 ausgespielt. Die AGF-Elf zog als eine der führenden Mannschaften Jütlands immer mehr Zuschauer an, und so beschloss man in Aarhus, ein Sportstadion zu bauen: 1920 wurde das Aarhus Stadion südlich der Stadt eingeweiht, unweit des königlichen Schlosses Marselisborg. Bis dahin hatte man die Heimspiele auf dem Vereinsgelände ausgetragen. Parallel zum Bau des Stadions hielt auch der sportliche Aufstieg an: Schon im folgenden Jahr erreichte AGF erstmals das Finale um die dänische Meisterschaft, das allerdings, genau wie 1923 und 1925, verloren wurde. In jener Saison lief die Mannschaft erstmals in den heutigen Vereinsfarben auf: weißes Hemd und marineblaue Hose.

1942 wurde das heutige Vereinsgelände Fredensvang im Aarhuser Stadtteil Viby eingeweiht, seitdem ist die Mannschaft als de hvide fra Fredensvang (die Weißen von Fredensvang) bekannt.

Die goldenen Jahre

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1950er Jahre hatte sich AGF (der Verein hieß weiter Aarhus GF, obwohl sich die Stadt seit 1948 „Århus“ statt „Aarhus“ schrieb – die Handballmannschaft ist indes heute als ÅGF bekannt) zwar längst unter den besten dänischen Klubs etabliert, doch die wichtigsten Titel gingen weiterhin vornehmlich an die großen Teams aus Kopenhagen. Bis 1955 waren de hvide vier Mal Vizemeister und vier Mal Dritter geworden, doch der ganz große Erfolg war ihnen verwehrt geblieben. Doch 1955, in dem Jahr, in dem der dänische Pokal erstmals ausgespielt wurde, platzte der Knoten: Auf Anhieb gewann AGF Pokal und Meisterschaft und vertrat Dänemark auch im erstmals ausgespielten Europapokal. In den darauffolgenden fünf Jahren sollten weitere fünf nationale Titel folgen. Noch heute erinnert man sich in Aarhus gerne an die „Goldene Mannschaft“ jener Jahre (in Dänemark werden dem Meister traditionell Goldmedaillen verliehen) um Spieler wie John Admisen, Aage Rou und Gunnar Kjeldberg.

AGF im Profifußball

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Aarhusianer im Laufe der 1960er Jahre den Anschluss an die Spitze wieder verloren und die 1970er Jahre größtenteils als klassische Fahrstuhlmannschaft verbracht hatten (das Finale des Pokals, ihres erklärten Lieblingswettbewerbs, konnten sie 13 Jahre lang nicht erreichen), waren sie 1978 bei der Einführung des bezahlten Fußballs als Gründungsmitglied der dänischen Profiliga mit von der Partie und bis zum Ende der Saison 2005/06 die einzige Mannschaft, die immer in der ersten Liga gespielt hat. Eine zweite kleine goldene Epoche fand Mitte der 1980er Jahre statt, als man noch einmal Meister und dreimal Pokalsieger wurde. Einer der wichtigsten Spieler jener Jahre war Flemming Povlsen, der später mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurde.

Bereits 1978 wurde der Profifußball in eine vom Verein separate Trägergesellschaft ausgegliedert. Heute wird der Spielbetrieb von der AGF A/S getragen, deren Aktien (ISIN DK0010263722) sich in privater Hand befinden und an der Nasdaq Copenhagen börsennotiert sind.[1]

In der Saison 2006/07 spielte Aarhus Gymnastikforening in der Viasat Sport Division, der zweiten dänischen Liga. Nach dem direkten Wiederaufstieg in der darauf folgenden Saison spielte Aarhus wieder in der ersten Dänischen Liga. Zum Ende der Saison 2009/10 stieg man erneut in die Viasat Sport Division ab, in der Folgesaison jedoch gleich wieder auf. 2012 wurde Aarhus Fünfter und qualifizierte sich für die zweite Qualifikationsrunde zur Europa League, wo man jedoch gegen den georgischen Klub FC Dila Gori ausschied.

Nach der Saison 2013/14 stieg der Verein als Tabellenvorletzter in die 1. Division ab, schaffte aber in der folgenden Saison als Tabellenzweiter den direkten Wiederaufstieg. Am vorletzten Spieltag der Saison 2025/26 sicherte sich AGF durch einen 2:0-Sieg bei Brøndby IF vorzeitig die erste Meisterschaft seit 40 Jahren und den insgesamt sechsten Titel der Vereinsgeschichte.[2]

Europapokalbilanz

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1955/56Europapokal der Landesmeister 1. Runde Frankreich Stade Reims2:40:2 (H)2:2 (A)
1956/57Europapokal der Landesmeister Vorrunde Frankreich OGC Nizza2:61:1 (H)1:5 (A)
1957/58Europapokal der Landesmeister Vorrunde Nordirland Glenavon FC3:00:0 (H)3:0 (A)
1. Runde Spanien 1945 FC Sevilla2:40:4 (A)2:0 (H)
1960/61Europapokal der Landesmeister Vorrunde Polen 1944 Legia Warschau3:13:0 (H)0:1 (A)
1. Runde Norwegen Fredrikstad FK4:03:0 (H)1:0 (A)
Viertelfinale Portugal Benfica Lissabon2:71:3 (A)1:4 (H)
1961/62Europapokal der Pokalsieger 2. Runde Deutschland Bundesrepublik Werder Bremen2:50:2 (A)2:3 (H)
1965/66Europapokal der Pokalsieger Vorrunde Portugal Vitória Setúbal4:22:1 (H)2:1 (A)
1. Runde Schottland Celtic Glasgow0:30:1 (H)0:2 (A)
1979/80UEFA-Pokal 1. Runde Polen 1944 FKS Stal Mielec2:11:1 (H)1:0 (A)
2. Runde Deutschland Bundesrepublik FC Bayern München2:51:2 (H)1:3 (A)
1983/84UEFA-Pokal 1. Runde Schottland Celtic Glasgow1:50:1 (A)1:4 (H)
1984/85UEFA-Pokal 1. Runde Polen 1980 Widzew Łódź1:20:2 (A)1:0 (H)
1985/86UEFA-Pokal 1. Runde Belgien KSV Waregem2:62:5 (A)0:1 (H)
1987/88Europapokal der Landesmeister 1. Runde Luxemburg Jeunesse Esch4:24:1 (H)0:1 (A)
2. Runde Portugal Benfica Lissabon0:10:0 (H)0:1 (A)
1988/89Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Nordirland Glenavon FC7:24:1 (A)3:1 (H)
2. Runde Wales Cardiff City6:12:1 (A)4:0 (H)
Viertelfinale Spanien FC Barcelona0:10:1 (H)0:0 (A)
1992/93Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Schweden AIK Solna(a)4:4(a)3:3 (A)1:1 (H)
2. Runde Rumänien Steaua Bukarest(a)4:4(a)3:2 (H)1:2 (A)
1995UEFA Intertoto Cup Gruppenphase Polen Górnik Zabrze4:14:1 (H)
Deutschland Karlsruher SC0:30:3 (A)
Schweiz FC Basel2:12:1 (H)
England Sheffield Wednesday1:31:3 (A)
1996/97Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Slowenien NK Olimpija Ljubljana(a)1:1(a)1:1 (H)0:0 (A)
1997/98UEFA-Pokal 2. Qualifikationsrunde Ungarn Újpest Budapest3:20:0 (A)3:2 (H)
1. Runde Frankreich FC Nantes3:22:2 (H)1:0 (A)
2. Runde Niederlande FC Twente Enschede(a)1:1(a)1:1 (H)0:0 (A)
2001UEFA Intertoto Cup 1. Runde Slowenien NK Celje2:71:0 (H)1:7 (A)
2012/13UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Georgien FC Dila Gori2:51:2 (H)1:3 (A)
2020/21UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Finnland FC Honka Espoo5:25:2 (H)
2. Qualifikationsrunde Slowenien NŠ Mura0:30:3 (A)
2021/22UEFA Europa Conference League 2. Qualifikationsrunde Nordirland Larne FC2:31:2 (A)1:1 (H)
2023/24UEFA Europa Conference League 2. Qualifikationsrunde Belgien FC Brügge1:30:3 (A)1:0 (H)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 66 Spiele, 22 Siege, 15 Unentschieden, 29 Niederlagen, 84:103 Tore (Tordifferenz −19)

Kader in der Saison 2025/26

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 26. Februar 2026[3]

Nr. Position Name
1 DanemarkDänemark TW Jesper Hansen
2 SchwedenSchweden AB Felix Beijmo
3 DanemarkDänemark AB Henrik Dalsgaard
4 Norwegen MF Magnus Knudsen
5 DanemarkDänemark AB Frederik Tingager
6 DanemarkDänemark AB Nicolai Poulsen
7 Norwegen MF Markus Solbakken
8 DanemarkDänemark ST Sebastian Jørgensen
9 DanemarkDänemark ST Patrick Mortensen
10 Norwegen MF Kristian Arnstad
11 Sudafrika MF Gift Links
13 DeutschlandDeutschland ST Janni Serra
Nr. Position Name
14 DanemarkDänemark AB Tobias Mølgaard
17 Irak MF Kevin Yakob
19 SchwedenSchweden AB Eric Kahl
20 Island ST Tómas Óli Kristjánsson
21 Norwegen TW Mads Hedenstad
26 DanemarkDänemark AB Jacob Andersen
27 DanemarkDänemark ST Stefen Tchamche
29 DanemarkDänemark AB Rasmus Carstensen
31 DanemarkDänemark ST Tobias Bech
39 DanemarkDänemark ST Frederik Emmery
40 DanemarkDänemark AB Jonas Jensen-Abbew

Bekannte Spieler

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2020 ist der Aarhus GF auch in der höchsten Spielklasse der Frauen, der A-Liga, vertreten. Die Mannschaft geht auf eine Zusammenarbeit mit VSK Aarhus und dem IF Lyseng zurück und ist über die gemeinsame Gesellschaft AGF Kvindefodbold ApS organisiert, an der die AGF A/S Anteile in Höhe von 80 Prozent hält. VSK Aarhus hält 10 Prozent der Anteile, ebenso wie der IF Lyseng anfangs.[4] Lyseng stieg 2024 aus dem gemeinsamen Projekt aus, um wieder eine eigene Mannschaft im Spielbetrieb aufzubauen; die Anteile wechselten daraufhin zum Gesamtverein des AGF.[5] Auch wenn unter dem Dach des AGF erst seit wenigen Jahren Frauen spielen, steht der Frauenfußball in Aarhus in einer langen Tradition. In den 1980er und 1990er Jahren wurde der Hjortshøj-Egå IF insgesamt zehnmal dänischer Meister. 2002 schloss sich die Mannschaft der Frauen allerdings dem IK Skovbakken an, der wiederum 2016 mit dem Vejlby IK zu VSK Aarhus fusionierte.[6]

Das Team musste in den ersten Jahren stark um den Klassenerhalt kämpfen und beendete die Hauptrunde der Meisterschaften 2021[7], 2022[8] und 2023[9] auf den hinteren Plätzen, konnte den Abstieg in der Qualifikationsrunde aber stets verhindern. Von 2024 bis 2026 erreichte die Mannschaft die Meisterrunde.

Kader in der Saison 2025/26

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 15. Mai 2026[10]

Nr. Position Name
1 DanemarkDänemark TW Marie Gade
22 DanemarkDänemark TW Maya Dybro
4 DanemarkDänemark AB Sofie Vendelbo Laursen
5 DanemarkDänemark AB Johanne Guldbæk
15 DanemarkDänemark AB Sophia Parkegaard
25 DanemarkDänemark AB Julie Mathiasen
26 DanemarkDänemark AB Laura Kjærsgård
27 DanemarkDänemark AB Pernille Marie Madsen
7 DanemarkDänemark MF Cecilie Winther Johansen
12 DanemarkDänemark MF Signe Baattrup
Nr. Position Name
14 DanemarkDänemark MF Clara Littrup Jensen
17 DanemarkDänemark MF Ea Rasmussen
18 DanemarkDänemark MF Elvira Bull Nejmann
19 DanemarkDänemark MF Sofie Louise Jørgensen
24 DanemarkDänemark MF Silke Lynge Larsen
8 DanemarkDänemark ST Sofie Lundberg
9 DanemarkDänemark ST Signe Holt Andersen
11 DanemarkDänemark ST Line Aarhus
16 DanemarkDänemark ST Mia Lerche
23 DanemarkDänemark ST Mille Larsen
Commons: Aarhus GF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Investor relations. Abgerufen am 15. November 2023 (dänisch).
  2. Jens August Schaldemose: AGF-guldbrag i Brøndby slog flere rekorder. bold.dk, 11. Mai 2026, abgerufen am 11. Mai 2026 (dänisch).
  3. Aarhus GF - Vereinsprofil. Abgerufen am 26. Februar 2026.
  4. AGF og Jyllands to største klubber etablerer kvindehold. In: agf.dk. 11. März 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. Juli 2020 (dänisch).
  5. IF Lyseng forlader AGF Kvindefodbold. In: jyllands-posten.dk. 12. Mai 2024, abgerufen am 26. Mai 2026 (dänisch).
  6. Klubbens historie. In: vskaarhus.dk. Abgerufen am 15. Mai 2026 (dänisch).
  7. Gjensidige Kvindeliga 2020/21 (2021). In: dbu.dk. Abgerufen am 15. Mai 2026 (dänisch).
  8. Gjensidige Kvindeliga 2021/22 (2022). In: dbu.dk. Abgerufen am 15. Mai 2026 (dänisch).
  9. Gjensidige Kvindeliga 2022/23 (2023). In: dbu.dk. Abgerufen am 15. Mai 2026 (dänisch).
  10. Kvinde holdet. In: agf.dk. Abgerufen am 15. Mai 2026 (dänisch).