A Long Winter
| Film | |
| Titel | A Long Winter |
|---|---|
| Produktionsland | Kanada, Vereinigtes Königreich |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 117 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Andrew Haigh |
| Drehbuch | Andrew Haigh |
| Produktion | Tristan Goligher, Chad Oakes, Mike Frislev, Michael Elliott |
| Kamera | André Turpin |
| Schnitt | Jonathan Alberts |
| Besetzung | |
| |
A Long Winter (dt.: „Ein langer Winter“) ist ein Spielfilm von Andrew Haigh aus dem Jahr 2026. Das Drama ist im kargen Westen der Vereinigten Staaten der 1950er-Jahre angesiedelt. Aus der Perspektive des jüngsten Sohnes zeichnet es den Zusammenbruch einer Familie nach. Regisseur Haigh adaptierte den Stoff anhand einer gleichnamigen Kurzgeschichte des Iren Colm Tóibín. Die Hauptrollen übernahmen Fred Hechinger, Caitríona Balfe und Ebon Moss-Bachrach. Die kanadisch-britische Koproduktion wurde Anfang September 2026 beim amerikanischen Filmfestival von Telluride uraufgeführt. Ein regulärer Kinostart ist durch den Verleih MUBI vorgesehen.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Colorado zu Beginn der 1950er-Jahre: Mikey führt mit seinem älteren Bruder Tommy und seinen Eltern Louise und Lester ein provinzielles, isoliertes Leben in den Bergen. Der Vater sorgt als Kohlebergmann für den Lebensunterhalt der Familie. Als Tommy eines Tages als Soldat in den Koreakrieg eingezogen wird, treten bei Louise Anzeichen einer Depression und wachsender Unzufriedenheit zutage. Sie empfindet zunehmend Unmut gegenüber ihrem Ehemann und dem isolierten Leben, das sie führt.[1][2]
Eines Tages verschwindet Louise während eines heftigen Schneesturms in der Wildnis. Mikey und Lester suchen nach ihr und sind gezwungen, ihren Alltag fortan ohne sie zu bewältigen.[1] Lester ist verzweifelt und Mikey erkennt jeden Morgen den Schmerz, Groll und die Angst in den Augen des Vaters. Er denkt über die Beweggründe für das Verschwinden seiner Mutter nach. Auch muss sich Mikey mit seinen eigenen Wünschen auseinandersetzen. Als ein geheimnisvoller junger Mann namens Jimmy bei ihnen einzieht, um im Haushalt zu helfen, fühlt sich Mikey zu ihm hingezogen.[2]
Entstehungsgeschichte
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A Long Winter ist der sechste Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor Andrew Haigh. Das Drehbuch verfasste der Brite anhand der gleichnamigen Kurzgeschichte des preisgekrönten irischen Autors Colm Tóibín.[2] Diese war erstmalig 2006 in dessen Erzählband Mothers and Sons erschienen. Das Werk enthielt insgesamt neun Kurzgeschichten, die sich um familiäre Prüfungen und Leiden drehten und sich vor allem auf Mütter und Söhne sowie Themen wie Verrat und Trennung konzentrierten. A Long Winter ist in einer abgelegenen, verschneiten Bergregion Spaniens angesiedelt und erzählt vom Mittzwanziger Miquel, der nach dem plötzlichen Verschwinden seiner Mutter herausfindet, dass sie Alkoholikerin war.[3] Gleichzeitig muss sich der junge Mann mit seiner eigenen Homosexualität auseinandersetzen. Der damals noch als Kurzfilmregisseur tätige Haigh las A Long Winter kurz nach ihrer Veröffentlichung und überzeugte Tóibín, ihm die Rechte für eine Verfilmung zu übertragen. „In dieser Geschichte steckte alles, worüber ich Filme machen wollte – ich erinnere mich, wie ich sie las und dachte: ‚Das ist die perfekte Verkörperung dessen, was mir am Herzen liegt‘“, so Haigh. Während er seine Karriere als Spielfilmregisseur vorantrieb, versuchte er immer wieder, A Long Winter zu realisieren. Ein erster Drehbuchentwurf sah vor, die Geschichte wie das Original in Spanien spielen zu lassen, obwohl Haigh über keine Spanisch-Kenntnisse verfügte. Daraufhin kam eine zeitnahe Verfilmung nicht zustande.[2]
Die Dreharbeiten fanden in der kanadischen Provinz Alberta statt.[4] Als Kameramann fungierte André Turpin, mit dem Regisseur Andrew Haigh zuvor an seinem vielfach preisgekrönten Film All of Us Strangers (2023) zusammengearbeitet hatte. Den Schnitt übernahm Jonathan Alberts, der bereits den Großteil von Haighs Spielfilmen als Editor betreut hatte.
Produziert wurde A Long Winter von Tristan Goligher für das britische Unternehmen The Bureau, Chad Oakes und Mike Frislev für die kanadische Nomadic Pictures und von dem Briten Michael Elliott. Das Projekt wurde von MUBI entwickelt. Die Finanzierung oblag dem britischen Verleiher und Streaminganbieter gemeinsam mit der britischen Film4.[4]
Veröffentlichung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]A Long Winter wurde am 4. September 2026 im Rahmen des amerikanischen Telluride Film Festival uraufgeführt.[5] Der Beitrag wurde auch ins Programm des im September 2026 abgehaltenen Filmfestivals von Toronto aufgenommen. Dort wird Haighs Regiearbeit in der Sektion Special Presentations als kanadische Premiere gezeigt.[6]
In den USA wird das Werk auch beim Ende September 2026 stattfindenden New York Film Festival gezeigt, wo A Long Winter ins Hauptprogramm aufgenommen wurde. Im Festivalprogramm wurde der Film als „feinfühlige Geschichte über emotionales Reifen und sexuelles Erwachen, eingebettet in eine wunderschöne, zugleich aber abweisende Landschaft“ beschrieben. Hervorgehoben wurden André Turpins „hinreißende“ Kamera und die „fesselnden schauspielerischen Leistungen“. Regisseur Haigh setze seine „fortwährende Erkundung jener privaten Räume und unausgesprochenen Sehnsüchte fort, die zwischen uns Menschen existieren“.[1]
MUBI behielt die Verleihrechte für die USA, das Vereinigte Königreich, Irland, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, den Benelux-Ländern, Lateinamerika, Australien, Neuseeland, der Türkei und Indien. The Match Factory ist für den weltweiten Vertrieb zuständig.[4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Colm Tóibín: A Long Winter. London : Picador, 2025. – ISBN 978-1-0350-7984-1.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- A Long Winter bei IMDb
- Festivalprofil von New York (englisch)
- Offizielle Webseite des Verleihs MUBI (englisch)
- Festivalprofil von Toronto (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 A Long Winter. In: filmlinc.org (abgerufen am 6. August 2026).
- 1 2 3 4 David Canfield: Andrew Haigh Calls His New Film His Version of ‘The Revenant’ — Allow Him to Explain (First Look). In: hollywoodreporter.com, 10. August 2026 (abgerufen am 11. August 2026).
- ↑ Colm Tóibín. In: Gale Literature: Contemporary Authors, Gale, 2026. Gale Literature Resource Center (abgerufen am 11. August 2026).
- 1 2 3 Mona Tabbara: Andrew Haigh’s ‘A Long Winter’ starring Ebon Moss-Bachrach, Caitriona Balfe, Kit Connor, starts filming for Mubi, Film4. In: screendaily.com, 29. Oktober 2025 (abgerufen am 6. August 2026).
- ↑ Program Guide. In: telluridecms-production.s3.amazonaws.com (abgerufen am 5. September 2026).
- ↑ A Long Winter. In: tiff.net (abgerufen am 6. August 2026).