Zum Inhalt springen

ASU-76

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die ASU-76 (Awiadessantnaja Samochodnaja Ustanowka; russisch АСУ-76 Авиадесантная самоходная установка, auf Deutsch: Luftlande-Selbstfahrlafette 76) ist eine Luftlande-Selbstfahrlafette aus sowjetischer Produktion. Ihre Aufgabe sollte es sein, isoliert hinter den feindlichen Linien operierenden Luftlandetruppen mobile Artillerieunterstützung zu geben.

Entwicklungsgeschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1944 entwickelte und fertigte das Werk Nr. 38 auf Eigeninitiative drei Selbstfahrlafetten-Prototypen, welche die Bezeichnung OSU-76 erhielten. Diese Fahrzeuge hatten als Hauptwaffe das 76-mm-Divisionsgeschütz M1942. Bei Tests wurden jedoch diverse Konstruktionsmängel festgestellt, die zur Einstellung des Programms führten. Das Hauptproblem war der Rückstoß der Hauptwaffe, der von der Wanne nicht abgefangen werden konnte. Man hielt an der Grundkonzeption dieser Luftlandelafette fest und beschloss, ein neues, speziell an die Bedürfnisse angepasstes Geschütz zu entwickeln. Das Resultat war eine 76-mm-Kanone mit der Werksbezeichnung LB-76S, die im Dezember 1946 erfolgreich getestet und für den Einbau freigegeben wurde.[3] Das Werk Nr. 40 in Mytischtschi sollte ab 1946 die Luftlande-Selbstfahrlafette Objekt 570 (ASU-76P) und die davon abgeleitete schwimmfähige Variante Objekt 571 (ASU-76P) produzieren. Die mit der 76-mm-Kanone LB-76S bewaffnete ASU-76 sollte am 17. Dezember 1949 als erste Luftlande-Selbstfahrlafette in die Bewaffnung der Roten Armee aufgenommen werden. Eine Serienfertigung erfolgte jedoch nicht.[3] Im gleichen Jahr entwickelte man im Waggoninstandsetzungs-Werk Nr. 2 die schwimmfähige Luftlande-SFL K-73, die mit der 57-mm-Kanone Tsch-51 und einem koaxialen 7,62-mm-SG-43-MG ausgerüstet war. Dieser Entwurf setzte sich schließlich durch und wurde als ASU-57 in die Rote Armee eingeführt.

Die geschweißte Wanne des ASU-76 war nur leicht gepanzert, um Gewicht zu sparen. Der nach oben hin offene Kampfraum war nur mit einer Plane bedeckt. Die Wannenfront war abgeschrägt, die Seiten standen vertikal. Für den Antrieb wurde der wassergekühlte Sechszylinderbenzinmotor GAZ-51E mit einer Leistung von 78 PS verwendet. Er war wie das Vierganggetriebe hinten rechts verbaut und trieb die vorneliegende Treibräder an. Die ASU-76 verfügte über ein gummibereiftes Stützrollenlaufwerk mit vier einzeln aufgehängten drehstabgefederte Laufrollen und zwei Stützrollen je Seite.[3] Die Hauptbewaffnung bildete die 76-mm-Kanone mit der Bezeichnung LB-76S russisch ЛБ-76С, die mittig verbaut wurde. Es konnten 30 Schuss Munition mitgeführt werden. Als zusätzliche Bewaffnung diente ein RP-46-Maschinengewehr.[3] Die geringen Abmessungen und die geringe Gefechtsmasse von 5,8 Tonnen ermöglichten den Lufttransport und das Absetzen per Fallschirm.

  • ASU-76 Objekt 570: Basisversion, vier Prototypen und zwei Vorserienmodelle wurden hergestellt.
  • ASU-76P Objekt 571: Schwimmfähige Ausführung, ein Prototyp wurde 1949 produziert.
Commons: ASU-76 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 опытная авиадесантная самоходная установка АСУ-76 (музей БТТ Кубинка) (russisch, Archivversion)
  2. Самоходная артиллерийская установка (russisch, abgerufen am 12. Mai 2022)
  3. 1 2 3 4 Самоходная артиллерийская установка АСУ-76 (объект 570) (russisch, abgerufen am 22. Mai 2022)
ASU-76

ASU-76 im Panzermuseum Kubinka

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze)
Länge 3,9 m (Wanne)
4,67 m mit Kanone in 12-Uhr-Stellung[1]
Breite 2,34 m
Höhe 1,6 m
Masse 5,8 Tonnen (Gefechtsgewicht)
Panzerung und Bewaffnung
Hauptbewaffnung 1 × 76-mm Kanone-LB-76S[2]
Sekundärbewaffnung 1 × 7,62-mm-RP-46-Maschinengewehr
Beweglichkeit
Antrieb wassergekühlter GAZ-51E-Benzinmotor, 6-Zylinder[1]
78 PS (41 kW)
Federung Drehstabfederung
Geschwindigkeit 45 km/h (Straße)
17–21 km/h (Gelände)
Leistung/Gewicht
Reichweite max. 250 km
Flugabwehrgeschütze
(Liste)

14,5-mm-Fla-MG SPU-114,5-mm-Fla-MG SPU-214,5-mm-Fla-MG SPU-4ZU-23-257-mm-Flugabwehrkanone S-60100-mm-Flugabwehrkanone KS-19100-mm-Flak KS-37130-mm-Flugabwehrkanone KS-30152-mm-Flugabwehrkanone KM-52

Panzerabwehr

57-mm-Panzerkanone Ch-26 (K-70)85-mm-Panzerabwehrkanone D-4885-mm-Panzerabwehrkanone SD-44100-mm-Panzerabwehrkanone T-12100-mm-Panzerabwehrkanone MT-12125-mm-Panzerabwehrkanone 2A45M Sprut-A

Gebirgsgeschütze

76-mm-Gebirgskanone Model 1958 (2A2/M-99)76-mm-Gebirgskanone Model 1969 (M-1969)

Feldkanonen

122-mm-Kanone D-74130-mm-Kanone M-46180-mm Kanone S-23

Haubitzen

122-mm-Haubitze M1938 (M-30)122-mm-Haubitze D-30 (2A18)152-mm-Haubitze M1943 (D-1)152-mm-Kanonenhaubitze M1955 (D-20)152-mm-Kanonenhaubitze 2A36 Giazint-B152-mm-Haubitze 2A65 Msta-B

Mörser

82-mm-Mörser 2B9 Wassiljok120-mm-Mörser 2B11120-mm-Mörser 2S12 Sani82-mm-Mörser 2B14 Podnos120-mm-Kanonenmörser 2B16 Nona-K120-mm-Mörser 2B23 Nona-M182-mm-Mörser 2B2482-mm-Mörser 2B25 Galle160-mm-Mörser M160240-mm-Mörser M240

Mehrfachraketenwerfer

BM-14BMD-20BM-21 GradBM-24BM-25 KorschunBM-27 UraganBM-30 Smerch9A53 TornadoTOS-1 BuratinoTOS-2 TosotschkaTOS-3 Drakon

Rückstoßfreie Waffen

73-mm-SPG-982-mm-SPG-9282-mm-rückstoßfreies Geschütz B10107-mm-rückstoßfreies Geschütz B-11

Selbstfahrlafetten (Luftlandetruppen)

ASU-57ASU-76ASU-85

Selbstfahrlafetten (Flugabwehr)

ZSU-23-4 ShilkaZSU-37-2 JenisseiZSU-57-22S6 Tunguska2S38 Deriwazija-PWO

Selbstfahrlafetten (Artillerie)

Geschütz: 2A3 Kondensator 2P2S1 Gwosdika2S3 Akazija2S5 Giazint-S2S7 Pion2S18 Pat-S2S19 Msta-S2S30 Iset2S35 Koalizija-SW2S35-1 Koalizija-SW KSh2S43 Malwa2S44 Giazint-K

Mörser: 2B1 Oka2K32 Dewa2S4 Tjulpan2S9 Nona2S11 Tundscha2S23 Nona SWK2S31 Wena2S34 Chosta2S39 Magnolia2S40 Floks2S41 Drok2S42 Lotus

Loitering Munition

Lancet 1Lancet 3

Kampfwagenkanonen

D-81U-5TS2A28 GromD-10T2A382A422A832A82