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AN-M54

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AN-M54


AN-M54

Allgemeine Angaben
Typ: Brandbombe
Herkunftsland: Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Ordnance Department, Chemical Warfare Service (CWS)
Entwicklung: 1941
Indienststellung: 1942
Einsatzzeit: 1942–1945
Technische Daten
Gefechtsgewicht: 1,81 kg
Länge: 0,599 m
Durchmesser: 42,9 mm
Spannweite: 42,9 mm
Ausstattung
Gefechtskopf: 0,73 kg Thermit
Zünder: Aufschlagzünder
Waffenplattformen: Bomber
Liste von Bomben nach Herkunftsnation

Die AN-M54 ist eine Brandbombe, die während des Zweiten Weltkrieges in den Vereinigten Staaten entwickelt und produziert wurde. Umgangssprachlich werden sie als Thermitstab oder Stabbrandbombe bezeichnet.

Ab 1941 produzierten die Vereinigten Staaten die Stabbrandbomben AN-M50 und AN-M52. Millionen dieser kleinen Bomben wurden an die United States Army Air Forces (USAAF) und im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes an die Royal Air Force geliefert. Diese warfen die Bomben zu hunderttausenden bei Luftangriffen auf Städte in Europa ab. Allerdings konnte die U.S.-Kriegswirtschaft die Magnesium-Legierung Elektron für die Bombenkörper kurzzeitig nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stellen. Daraufhin entwickelten das Ordnance Department und der Chemical Warfare Service (CWS) eine neue Stabbrandbombe ohne einen Elektron-Bombenkörper. Dieses neue Bombenmodell bekam die Bezeichnung AN-M54. Im Dezember 1941 bestellte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten 20 Millionen dieser Bomben, woraufhin im Edgewood Arsenal die Produktion begann. Nach der Herstellung von 13 Millionen AN-M54 wurde die Produktion gestoppt, da die Industrie mittlerweile genügend Magnesium für die etablierten AN-M50-Bomben bereitstellen konnte.[1][2]

Die AN-M54 war eine Stabbrandbombe die verpackt in Streubomben abgeworfen wurde. Sie wurde im Flächenbombardement gegen dichtbebaute Stadtgebiete mit möglichst hohem Anteil an brennbaren Materialien eingesetzt. Gegenüber den AN-M50 und AN-M52-Stabbrandbomben hatte die AN-54 eine deutlich höhere Durchschlagskraft, so dass sich diese z. B. auch zum Einsatz gegen Industrieanlagen mit Stahlbeton-Decken eignete. Die Bomben konnten aus mittlerer sowie großer Flughöhe abgeworfen werden. Sie wurden beim Aufschlag auf der Erdoberfläche gezündet.[3]

Aufbau einer AN-M54

Die AN-M54 hatte eine längliche Rumpfform. Der Bombenkörper bestand aus einem Stahlrohr. Dieses hatte einen Durchmesser von 42,9 mm und eine Länge von 0,345 m. Hinten im Bombenkörper war der mechanische Aufschlagzünder mit der Zündladung verbaut. Ebenso waren dort drei seitliche Bohrungen im Bombenkörper niedergebracht, welche die anfängliche Redoxreaktion des Thermits unterstützten. Befüllt war der Bombenkörper mit 0,73 kg TH3-Thermit. Dies war eine Mischung aus 68,7 % Thermit, 29 % Bariumnitrat, 2 % Schwefel und 0,3 % Bindemittel wie z. B. PBAN. Das sechseckige Heckteil war 0,254 m lang und bestand aus gefalzten Blechen. Das hohle Heckteil war mit drei Schrauben am Bombenkörper befestigt. Die Grundfarbe der Bombe war grau und ein violetter Streifen am Heck der Bombe kennzeichnete die AN-M54 als Brandbombe.[4][5][6]

Die Bomben wurden für den Abwurf in Streubehälter und Streubomben gepackt. Dabei wurde ein seitlich am Bombenkörper angebrachter, federbelasteter Sicherungsstift durch die Nachbarbombe eingedrückt. Dieser blockierte die Zündnadel des Aufschlagzünders. Nach dem Abwurf der Streubombe folgte diese einer Wurfparabel. Nach einer vorbestimmten Zeit wurden die Sprengringe und dadurch die Bombenbeplankung weggesprengt. Mit dem Ausstoßen aus der Streubombe trennten sich die AN-M54 aus dem Bündel und wurden dadurch scharf. Die AN-M54-Bomben verteilten sich nun nach dem Gießkannenprinzip über der Zielfläche. Beim Aufprall schlug ein Schlagbolzen auf die Zündladung und nach einer kurzen Verzögerung begann das Thermit zu brennen. Die AN-M54 brannte während 1–2 Minuten bei einer Brenntemperatur von bis zu 2400 °C. Dabei trat eine heftige Stichflamme aus der dem Bombenkörper hervor und zerschmolz diesen zu einer weißglühenden, brennenden Metallschmelze. Ein direktes Löschen der AN-M54 mit Wasser oder Sand war nicht möglich. Sich einer abbrennenden AN-M54 zu nähern, war durch die teilweise verbauten Sprengladungen im Bombenkopf gefährlich. Durch den schnellen Abbrand und den fehlenden Elektron-Bombenkörper hatte die AN-M54 gegenüber der AN-M50 eine wesentlich geringere Brandwirkung. Von der AN-M54-Bombe entstanden die folgenden Modelle:[4][5][7]

  • AN-M54: 1. Serienversion.
  • AN-M54X: Mit 11 g Schießpulver hinter dem Bombenkopf. Dieses explodierte nach rund einer Minute und verstreute das brennende Thermit.
  • AN-M54XA1: Mit einer kleinen Ladung Tetryl im Bombenkopf, welche nach einer Verzögerung von rund einer Minute explodierte. Die Explosion zerlegte den Bombenkopf in Splitter. Diese wirkten auf kurze Distanz tödlich.

Die AN-M54 wurden als Bündel in Streubehältern und Streubomben verpackt. Diese waren im Querschnitt kreisförmig oder sechseckig. Dadurch konnten sie als Bündel mit unterschiedlicher Bestückung und Gewicht zusammengestellt werden.[5]

  • AM-M8: mit M5-Adapter mit 34 × AN-M54, Gewicht 45 kg
  • M9: mit M6-Adapter mit 128 × AN-M54, Gewicht 227 kg

Der erste Einsatz der AN-M54 erfolgte beim Doolittle Raid im April 1942. Danach wurde dieses Bombenmodell nur vereinzelt von der United States Army Air Forces bei den Luftangriffen auf Deutschland sowie bei den Luftangriffen auf Japan verwendet. Bis zum Kriegsende wurden knapp 13 Millionen AN-M54 als Kriegsreserve gelagert und dann delaboriert.[1]

Commons: American WW2 incendiary bombs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Leo P. Brophy, Wyndham D. Miles, Rexmond C. Cochrane: The Chemical Warfare Service: From Labratory to Field. (PDF) In: army.mil. Center of Military History, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  2. James B. Conant: Fire Warfare, Incendiaries and Flame Throwers. (PDF) In: dtic.mil. Office of Scientific Research and Development, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  3. US Bomb, 4 lb Incendiary, AN-M54 Series. In: bulletpicker.com. Bullet Picker, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  4. 1 2 TM 9-1904, Ammunition Inspection Guide (1944). (PDF) In: bulletpicker.com. War Department, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 USNBD - Bombs and Fuzes, Pyrotechnics (1945). (PDF) In: bulletpicker.com. U. S. Navy Bomb Disposal School, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  6. Energetic Properties of Thermites. (PDF) In: phmsa.dot.gov. Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
  7. OP 1664, Volume 2 - US Explosive Ordnance (1947). (PDF) In: bulletpicker.com. U. S. Navy, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).