Die Mission A-105 (auch Pegasus3 genannt) war der dritte von drei Flügen im Rahmen des Apollo-Programms der NASA, der einen aktiven Forschungssatelliten ins All brachte. Eine zweistufige SaturnI mit einem Dummy des Apollo-Raumschiffs transportierte den Satelliten Pegasus3 in einen erdnahen Orbit (LEO). Die Mission unterschied sich nur geringfügig von A-103 und A-104.
Aufgabe der Pegasus-Missionen war es, die Häufigkeit von Mikrometeoriten der Größenordnung von 1.E-7 bis 1.E-4g im erdnahen Raum zu erforschen. Demonstration des iterativen Steuermoduses der Rakete und weitere Tests der Steuerungsdüsen. Evaluation der Funktionen von Apollo und Saturn sowie der Apollo-Rettungsrakete.
Aktives Launch Escape System (LES):
Funktionsfähige Rettungsrakete mit 4,70m Höhe. Fluchtturm, eine 3,05m hohe Tragekonstruktion für die Rettungsrakete.
Apollo-Dummy (BP-9), das naturgetreue Modell (engl. Boilerplate genannt) wog 4.600kg und bestand aus dem Kommandomodul (CM): eine konische Aluminiumkonstruktion mit einem Basis-Durchmesser von 3,91m und 3,56m Höhe und dem Servicemodul (SM): eine Aluminiumkonstruktion, die auch als Nutzlastverkleidung des Satelliten diente, war mittels einer Adaptersektion auf der Instrumenten-Einheit der zweiten Stufe montiert. Wie bei A-104 wurden Prototypen der Steuerungsdüsen (RCS) eingesetzt.
Der Pegasus-Satellit war mit der zweiten Stufe fest verbunden, maß 5,28 × 2,13 × 2,41 Meter und wog 1.805kg. Die Zentraleinheit umfasste die Elektronik, Sensoren, Solarpanele und die Mechanik zum Entfalten der beiden ausfahrbaren Detektorflächen. Diese waren 29,3Meter lang, 4,3Meter breit und registrierten den Mikrometeoriteneinschlag.
Die Stufen wurden zwischen 8.Mai und 1.Juni 1965 zum Kennedy Space Center geliefert und auf dem Launch Complex 37B aufgebaut. Es gab keine nennenswerten Komplikationen.
Der Start erfolgte am 30.Juli1965 um 12:58:00UTC. Nachdem die erste Stufe abgetrennt war und die zweite gezündet hatte, wurde auch das LES durch die Triebwerke der Rettungsrakete wie geplant abgetrennt.
10Minuten und 42Sekunden nach dem Start schwenkte die Rakete in eine Umlaufbahn. Die Einheit, bestehend aus Apollo, Pegasus, Adapter, Instrumenteneinheit, Treibstoff und zweiter Stufe, hatte zu diesem Zeitpunkt eine Masse von 15,6Tonnen. Knapp drei Minuten später wurde das Apollo-Raumschiff von der zweiten Stufe (und dem auf ihr montierten Satelliten) getrennt und auf eine eigene Flugbahn gebracht, wo es bis 22.November1975 blieb. Pegasus wurde in eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn gesteuert und entfaltete eine Minute nach der Trennung seine Detektorflächen.
Seine Lebensdauer war für etwa 720Tage geplant. Die Satelliteninstrumente und die Funksignale wurden am 29.August1968 abgeschaltet. Am 4.August1969 verglühte der Satellit in der Atmosphäre.
Einer der FM-Sender fiel nach drei Monaten aus, es gingen aber keine Daten verloren und alle gesteckten Ziele wurden erreicht.
Somit war das Testprogramm der SaturnI erfolgreich abgeschlossen. Die nächsten Missionen sollten mit der stärkeren SaturnIB ein funktionsfähiges Apollo-Raumschiff ins All bringen.