Das zweite Konzil von Konstantinopel (5. Ökumenisches Konzil) von 5. Mai bis 2. Juni ist die letzte allgemeine Kirchenversammlung der Spätantike. Es wird vom oströmischen Kaiser Justinian einberufen, um Fragen zu lösen, die aus den Entscheidungen des Konzils von Chalkedon im Jahr 451 entstanden sind. Konkreter Anlass der Versammlung ist der sogenannte Dreikapitelstreit. Das Konzil verwirft einige Schriften des Origenes sowie die Lehren dreier des Nestorianismus bezichtigter Theologen des 5. Jahrhunderts, kann aber in der Frage des Monophysitismus keine Einigung erzielen. Papst Vigilius, der zwar in Konstantinopel anwesend ist, sich beim Konzil aber von Legaten vertreten lässt, stimmt den Beschlüssen zu, was ihm heftige Kritik innerhalb des lateinischen Klerus einbringt und sogar ein Schisma unter den Bischöfen Italiens auslöst, das bis zum Ende des 7. Jahrhunderts andauert. Letztlich erkennt aber auch die westliche Kirche die Beschlüsse an.