Solidus des Odoaker, geprägt im Namen des oströmischen Kaisers ZenonOdoaker setzt den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab und regiert als Rex Italiae.
Das Jahr 476 markiert das faktische Ende des Weströmischen Reiches. Dies wurde früher oft mit dem Ende der Antike gleichgesetzt, was aber in der modernen Forschung nicht mehr der Fall ist. Der Germanenführer Odoaker erhebt sich gegen den römischen Heermeister Orestes, besiegt diesen in der Schlacht und setzt dessen Sohn, den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus, ab. Odoaker wird König in Italien und erhält später durch die Regierung des Oströmischen Reiches die formale Anerkennung als kaiserlicher Statthalter. Sein Herrschaftssitz wird Ravenna. Formal erkennt er die Oberhoheit des oströmischen Kaisers an.
In Ostrom besiegt Kaiser Zenon den Usurpator Basiliskos, vor dem er im Vorjahr geflohen ist, und nimmt kampflos Konstantinopel ein.
23. August: Der Germanenführer Odoaker erhebt sich gegen den römischen Heermeister Orestes und dessen Sohn, den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus. Orestes, der seinen Sohn Romulus im Vorjahr eingesetzt hat, wird bei Piacenza geschlagen, gefangen genommen und hingerichtet. Romulus selbst wird kurz darauf abgesetzt; sein Leben wird verschont (er darf auf einem Landgut leben). Romulus’ Vorgänger Julius Nepos, den Orestes 475 vertrieben hat, residiert noch bis 480 in Dalmatien als weströmischer Kaiser, Romulus Augustulus war im Unterschied zu ihm nie von Ostrom anerkannt worden. Da Odoaker anders als noch Orestes auf die Einsetzung eines westlichen (Schatten-)Kaisers verzichtet, markiert das Jahr 476 das faktische Ende des Weströmischen Reiches. Dies wurde früher oft mit dem Ende der Antike gleichgesetzt, was aber in der modernen Forschung nicht mehr der Fall ist.[1]
Odoaker (Münzporträt von 477)
Odoaker wird König (rex) der germanischen Söldner in Italien und erhält später durch die kaiserliche Regierung in Konstantinopel die formale Anerkennung als kaiserlicher Statthalter. Sein Herrschaftssitz wird Ravenna, die bisherige Kaiserresidenz. Formal erkennt er wie alle germanischen Nachfolgereiche auf weströmischem Boden die Oberhoheit des oströmischen Kaisers an.
Anfang August: Der oströmische Kaiser Zenon vertreibt den UsurpatorBasiliskos, vor dem er im Vorjahr geflohen ist, und nimmt kampflos Konstantinopel ein, nachdem auch Armatus, Neffe des Basiliskos, und General Illus die Seiten gewechselt haben. Basiliskos findet unter ungeklärten Umständen den Tod. Armatus' Sohn wird unter dem Namen Leo zum caesar erhoben.
↑Vgl. Brian Croke: A.D. 476. The manufacture of a Turning Point. In: Chiron 13 (1983), S. 81–119; Timo Stickler: 476 n. Chr. – Das Ende des Imperiums? Der Putsch des Odoaker und seine Folgen. In: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Der Untergang des Römischen Reiches. Darmstadt 2022, S. 119–123.