Solidus des Odoaker, geprägt im Namen des oströmischen Kaisers ZenonOdoaker setzt den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab und regiert als Rex Italiae.
Das Jahr 476 markiert das faktische Ende des Weströmischen Reiches. Dies wurde früher oft mit dem Ende der Antike gleichgesetzt, was aber in der modernen Forschung nicht mehr der Fall ist. Der Germanenführer Odoaker erhebt sich gegen den römischen Heermeister Orestes, besiegt diesen in der Schlacht und setzt dessen Sohn, den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus, ab. Odoaker wird König in Italien und erhält später durch die Regierung des Oströmischen Reiches die formale Anerkennung als kaiserlicher Statthalter. Sein Herrschaftssitz wird Ravenna. Formal erkennt er die Oberhoheit des oströmischen Kaisers an.
In Ostrom besiegt Kaiser Zenon den Usurpator Basiliskos, vor dem er im Vorjahr geflohen ist, und nimmt kampflos Konstantinopel ein.
23. August: Der Germanenführer Odoaker erhebt sich gegen den römischen Heermeister Orestes und dessen Sohn, den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus. Orestes, der seinen Sohn Romulus im Vorjahr eingesetzt hat, wird bei Piacenza geschlagen, gefangen genommen und am 28. August hingerichtet. Odoaker marschiert Anfang September in Ravenna ein und setzt Romulus bald nach dem 4. September ab; sein Leben wird verschont, er wird auf die Festung Castellum Lucullanum vor der Küste Neapels verbannt. Romulus’ Vorgänger Julius Nepos, den Orestes 475 vertrieben hat, residiert noch bis 480 in Dalmatien als weströmischer Kaiser, Romulus Augustulus ist im Unterschied zu ihm nie von Ostrom anerkannt worden. Da Odoaker anders als noch Orestes auf die Einsetzung eines westlichen (Schatten-)Kaisers verzichtet – er übersendet die Kaiserinsignien nach Ostrom mit der Bemerkung, man brauche in Italien keinen eigenen Augustus mehr, sondern unterstelle sich dem römischen Kaiser in Konstantinopel –, markiert das Jahr 476 das faktische Ende des Weströmischen Reiches. Dies wurde früher oft mit dem Ende der Antike gleichgesetzt, was aber in der modernen Forschung nicht mehr der Fall ist.
Odoaker (Münzporträt von 477)
Odoaker wird König (rex) der germanischen Söldner in Italien und erhält später durch die kaiserliche Regierung in Konstantinopel die formale Anerkennung als kaiserlicher Statthalter. Sein Herrschaftssitz wird Ravenna, die bisherige Kaiserresidenz. Formal erkennt er wie alle germanischen Nachfolgereiche auf weströmischem Boden die Oberhoheit des oströmischen Kaisers an.
Anfang August: Der oströmische Kaiser Zenon vertreibt den UsurpatorBasiliskos, vor dem er im Vorjahr geflohen ist, und nimmt kampflos Konstantinopel ein, nachdem auch Armatus, Neffe des Basiliskos, und General Illus die Seiten gewechselt haben. Basiliskos und sein Sohn Marcus finden unter ungeklärten Umständen den Tod. Nach einigen Quellen wird die ganze Familie nach Limnae in Kappadokien verbannt, wo man sie in einer trockenen Zisterne einkerkert und verdursten lässt. Armatus' Sohn wird unter dem Namen Leo zum caesar erhoben.