Im selben Jahr dringen erstmals meuternde westgotische Einheiten, die sich durch den Einfall der Hunnen in Europa bedroht sehen, unter ihrem Anführer Alarich tief in römisches Territorium ein.
Zum Oströmischen Reich gehören die Diözesen Dakien, Thrakien, Makedonien, Achaea (mit Kreta), Asien, Pontus, Orient und Ägypten; diese unterstehen Arcadius, dem knapp 18-jährigen oströmischen Kaiser.
Zum Weströmischen Reich gehören die Diözesen Britannien, Gallien, die sieben Provinzen (Südgallien), Spanien, Pannonien, Nord-Italien, Süd-Italien und Afrika; diese unterstehen dem zehnjährigen Honorius, dem weströmischen Kaiser. Da beide Kaiser minderjährig sind, wird für sie ein Vormund als Reichsverweser bestimmt. Der vandalischstämmige römische Heermeister Stilicho beansprucht zwar für beide Reichsteile diese Rolle, doch gelingt im vorläufig nur im Westteil die Übernahme der de facto Regentschaft. Im Osten übernimmt der Feldherr Rufinus diese Aufgabe.
Aelia Eudoxia
27. April: Der oströmische Kaiser Arcadius heiratet Aelia Eudoxia, Tochter des Bauto. Möglicherweise wurde diese hastige Eheschließung vom Kämmerer Eutropios eingefädelt, um den Einfluss des Feldherrn Rufinus, des Vormunds des jungen Kaisers, der seine Tochter mit Arcadius verheiraten wollte, zu beschneiden.
Stilicho sichert die Rheingrenze gegen die Germanen. Er entlässt das Westgotenheer unter Alarich I., das im Vorjahr an seiner Seite gegen Arbogast gekämpft hatte, nach Niedermösien, doch erheben sie sich dort gegen die Römer; der oströmische Feldherr Rufinus weist das Hilfsangebot seines Rivalen Stilicho zurück: Griechenland fällt den Plünderungszügen Alarichs zum Opfer.
Der weströmische Kaiserhof wird von Trier nach Mailand verlegt.