Die Partner des Wiener Vertrages (Blau) und diejenigen der Herrenhausener Allianz (Rot) 1725/30 Mit dem Vertrag von Wien und der Allianz von Herrenhausen werden zwei große europäische Bündnisse geschlossen.
Porträt Maria Leszczynskas, Öl auf Leinwand, châteaux de Versailles et de Trianon Die polnische Prinzessin Maria Leszczyńska heiratet den französischen König Ludwig XV.
Am 8. Februar stirbt Kaiser Peter der Große 52-jährig ohne Nachkommen, und ohne einen Nachfolger benannt zu haben. Da sich sein Tod schon seit Jahresbeginn abgezeichnet hat, haben sich zwei Fraktionen am Kaiserhof gebildet, von denen die eine die Sukzession des jungen Enkels des Kaisers, Peter Alexejewitsch, die andere hingegen die Thronerhebung der Witwe des Kaisers befürwortet, Katharina, einer in Kurland geborenen Magd und Tochter eines litauischen Bauern, die der Zar 1712 geheiratet hat. Zur ersteren Gruppierung gehörten Mitglieder alter russischer Adelsgeschlechter, die erbitterte Gegner des Fürsten Alexander Danilowitsch Menschikow waren. Sie wollen mit Peters Hilfe die unter Peter dem Großen aufgestiegenen homines novi stürzen und den ehemaligen Einfluss der Bojaren wiederherstellen. Die sich insbesondere aus den Reihen der homines novi rekrutierenden Unterstützer einer Thronfolge Katharinas führt Alexander Menschikow an, weiters der russische Adlige Pjotr Andrejewitsch Tolstoi und Admiral Fjodor Matwejewitsch Apraxin. Diese entschlossen und rasch handelnde Gruppierung kann sich, da Menschikow Befehlshaber des ersten Garderegiments und Generalfeldmarschall war, auf beide Garderegimenter stützen. Katharina, die verspricht, Peter zu ihrem Nachfolger zu ernennen, kann den Erzbischof von Nowgorod, Theodosius III. Janowskij, der an der Spitze des Klerus steht, durch Bestechung auf ihre Seite ziehen. Danach versichert sie sich des Reichsschatzes und der Zitadelle und gewinnt den Heiligen Synod, die kaiserliche Leibwache und zahlreiche Große für sich. Die beiden Garderegimenter marschieren vor dem Palast auf. Kriegsminister Generalfeldmarschall Fürst Anikita Iwanowitsch Repnin gelingt es nicht, Menschikow an der Ausführung seiner Pläne zu hindern. Noch am Todestag ihres Mannes übernimmt Katharina I. die russische Kaiserkrone. Die tatsächliche Macht liegt aber bei General Menschikow.
15. Dezember: Dummers Krieg, der zwischen England und Frankreich und den mit ihnen verbündeten Indianerstämmen 1722 in Neuengland begonnen hat, endet mit einem Waffenstillstand.
Als der zunehmend paranoide Mir Mahmud Hotaki, Schah von Persien aus der Hotaki-Dynastie, das Gerücht zugetragen bekommt, die Söhne des letzten Safawiden-Schahs Sultan Hosein planten einen Aufstand, lässt er im Februar mehrere safawidische Prinzen ermorden.
Am 22. April befreien afghanische Offiziere Mahmuds Cousin Aschraf Khan aus dem Gefängnis und beginnen eine Palastrevolution. Aschraf wird neuer Schah, Mahmud kommt am 25. April ums Leben. Persien steht zu diesem Zeitpunkt unter militärischem Druck durch das Osmanische Reich ebenso wie durch Russland.
17. März: Im Konzertsaal des Tuilerienpalastes in Paris wird erstmals eine öffentliche Konzertveranstaltung, das Concert spirituel, durchgeführt. Auf dem Programm des ersten Konzerts stehen Werke von Arcangelo Corelli und Michel-Richard Delalande. Die neue Konzertreihe wird durch den Komponisten und Oboisten Anne Danican Philidor ins Leben gerufen, der die Erlaubnis hierzu von König Louis XV. und von der Akademie unter folgenden Bedingungen erhalten hat: Die Konzerte dürfen nur an Tagen abgehalten werden, an denen die Oper wegen katholischer Feiertage nicht spielt, außerdem ist der königlichen Musikakademie, die bislang ein Privileg auf öffentliche Musikaufführungen hatte, eine erhebliche Geldsumme zu entrichten. Überdies dürfen anfänglich keine französische Musik und keine Opern aufgeführt werden.
22. Oktober: Das Singspiel Die Hamburger Schlacht-Zeit, oder Der mißgelungene Betrug von Reinhard Keiser wird am Theater am Gänsemarkt sofort nach der Uraufführung verboten.
Antonio Vivaldi veröffentlicht die ViolinkonzerteDie vier Jahreszeiten als Teil seiner Sammlung Opus 8 unter dem Titel Il cimento dell’armonia e dell’inventione (Das Wagnis von Harmonie und Erfindung).
24. Mai: Mit Jonathan Wild wird einer der bekanntesten Kriminellen Englands am Galgen von Tyburn gehenkt. Laut Daniel Defoe zieht die Hinrichtung die größte Menschenmenge an, die je in London zusammengekommen ist.
29. Juni: Juan Manuel Fernández Pacheco, Grande de España, Marqués von Villena und Herzog von Escalona, Gründungsdirektor der Real Academia Española (* 1650)
00 Juni: Johann Ludwig Andreae, deutscher evangelischer Pfarrer, Kartograph, Globenbauer und Buchautor (* 1669)
18. Juli: Franz Xaver Bovius, deutscher katholischer Priester und Hersteller von Sonnenuhren (* 1677)
04. November: Johann Georg, Graf von Ortenburg (* 1686)
08. November: Marquard Ludwig von Printzen, königlich-preußischer Diplomat, Oberhofmarschall, Chef der Verwaltung der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten (* 1675)
Stanisław Ledóchowski, polnischer Staatsmann, Marschall des königlichen Tribunals, Marschall der Konföderation von Tarnogród, Sejmmarschall und Wojewode von Wolynien (* 1666)