2. März: Die Schweizer Eidgenossen besiegen Karl den Kühnen unter geringen Verlusten auf beiden Seiten in der Schlacht bei Grandson. Die Eidgenossen können die Burgunder in panikartige Flucht versetzen und machen in deren zurückgelassenem Lager reiche Beute. Der militärische Sieg in der Schlacht wird von der Eidgenossenschaft jedoch politisch nicht ausgenützt, da die Verbündeten trotz des Drängens Berns nicht bereit sind, das burgundische Heer in die Waadt zu verfolgen. Auch auf weitere Eroberungen in der Westschweiz wird verzichtet. Nach wenigen Tagen ziehen die Kontingente der verschiedenen eidgenössischen Orte und ihrer Verbündeten mit ihrem Teil der Beute wieder nach Hause und ermöglichten es damit, dass Karl der Kühne in Lausanne innerhalb kürzester Zeit ein neues Heer aufstellen kann, um erneut gegen Bern zu ziehen.
22. Juni: Die Schweizer Eidgenossen besiegen Karl den Kühnen in der Schlacht bei Murten. Die Eidgenossen etablieren sich dank der Überlegenheit ihrer Fusstruppen als europäische Militärmacht und werden von nun an häufig in fremden Diensten als Söldner angeworben.
Hans Böhm auf dem Scheiterhaufen; Illustration aus der Echter-Chronik, 16. Jh.
Der Viehhirte Hans Böhm ruft im Frühjahr die Menschen zur Wallfahrt nach Niklashausen auf. Er verspricht den Pilgern im Namen der Jungfrau Maria vollkommenen Ablass von ihren Sünden. Außerdem verkündet er die soziale Gleichheit der Menschen, Gemeineigentum und Gottes Strafgericht über die Eitelkeit und unersättliche Habgier der Fürsten und hohen Geistlichkeit. Seine Predigten treffen die Seelenlage des Volkes, so dass ihn begeisterte Zuhörer als Heiligen Jüngling und Propheten verehren. Im kurzen Zeitraum von drei Monaten gewinnt er angeblich mehr als 70.000 Anhänger. Die kirchliche und weltliche Obrigkeit verfolgt die daraus entstehende Massenbewegung mit großer Sorge. Auf Befehl des Würzburger Fürstbischofs Rudolf II. von Scherenberg wird Hans Böhm verhaftet, im Schnellverfahren als Ketzer zum Tode verurteilt und am 19. Juli in Würzburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wegen seiner Gefangennahme kommt es am 14. Juli unter der Landbevölkerung zu einem kurzzeitigen, spontanen Massenprotest unter der Führung des Adeligen Kunz von Thunfeld, der aber blutig niedergeschlagen wird.
26. Dezember: Der Herzog von Mailand, Galeazzo Maria Sforza, wird in der Kathedrale von Mailand durch drei Adlige ermordet. Die Hintergründe des Mordes sind unklar, möglicherweise ist er von Galeazzos jüngerem Bruder Ludovico Sforza initiiert worden. Der siebenjährige Sohn des Ermordeten, Gian Galeazzo Sforza, wird neuer Herzog von Mailand unter der Regentschaft seiner Mutter Bona von Savoyen.
1. März: Nach der Schlacht von Toro bezeichnen sich beide Seiten als Sieger.
Im März überschreitet ein französisches Heer von 50.000 Mann bei Hendaye die Grenze zu Kastilien. Durch eine Gegenoffensive der Kastilier werden die Franzosen nach Bayonne zurückgedrängt. Auch die französische Belagerung von Fuenterrabía kann durch die baskische Marine abgewehrt werden. Im Juni reist Alfons V. persönlich nach Frankreich, um mehr Hilfe zu erbitten. Frankreich macht aber keine weiteren Anstalten, gegen Kastilien vorzugehen.
September: Johannas Unterstützer unterwerfen sich Isabella, woraufhin die Kampfhandlungen faktisch ihr Ende finden, auch wenn sich noch portugiesische Einheiten in der Umgebung von Toro befinden.
Der buddhistische Lama und Historiker Gö Lotsawa vollendet die Blauen Annalen, eines der bekanntesten und wichtigsten Werke der traditionellen tibetischen Geschichtsschreibung. Das Werk besteht aus 15 Kapiteln und 102 Abschnitten und stellt vor allem die Verbreitung des Buddhismus in Tibet vom 11. bis 15. Jahrhundert dar.
um 1476 malt Sandro Botticelli in Tempera auf Holz das Gemälde Anbetung der Heiligen drei Könige. Das Bild wurde von dem Florentiner Bankier Guaspare di Zanobi del Lama, einem Freund der Familie Medici, in Auftrag gegeben, der es als Altarbild für die Grabkapelle seiner eigenen Familie bestellt hat, der Cappella Lami in der Kirche Santa Maria Novella. Auf diesem auch Zanobi-Altar genannten Werk sind neben dem Auftraggeber u.a. mehrere Mitglieder der Familie Medici identifizierbar, sowie vermutlich der Künstler selbst.
9. April: Leonardo da Vinci und drei weitere junge Männer werden in einer anonymen Anzeige der „Sodomie“ (Homosexualität) bezichtigt. Ihnen wird vorgeworfen, mit dem 17-jährigen Prostituierten Jacopo Saltarelli sexuellen Kontakt gepflegt zu haben. Nach zwei Monaten lässt der Florentiner Magistrat das Verfahren vorbehaltlich weiterer Untersuchungen, die nie erfolgen, ruhen.
22. Dezember: Matthias Corvinus, König von Ungarn und Kroatien und Gegenkönig in Böhmen, heiratet in zweiter Ehe die neapolitanische Prinzessin Beatrix von Aragón. Schon zehn Tage zuvor ist sie zur Königin von Ungarn gekrönt worden. Unter ihrem Einfluss steigt das Königreich Ungarn zu einem kulturellen Zentrum der Renaissance auf.
Josel von Rosheim (Joselmann Ben Gerschon Loans), Vertreter und Verteidiger der jüdischen Gemeinden in rechtlichen und religiösen Angelegenheiten im Heiligen Römischen Reich sowie in Polen († 1554)
Ubaidullah, Statthalter von Buchara und Khan der Usbeken († 1539)