Mittelalterliche Darstellung von Rom als Witwe in Schwarz, die den Verlust des Papsttums betrauert
Ab diesem Jahr bestimmt Frankreich die Richtlinien der Papstpolitik: Der aus Frankreich stammende Papst Clemens V. verlegt im März auf Druck von König Philipp dem Schönen den Papstsitz und den Sitz der Kurie nach Avignon. Damit beginnt das bis 1376 dauernde sogenannte „Avignonesische Exil“. Unter französischem Einfluss wird das Papsttum zum Spielball französischer Machtinteressen und büßt seine Autorität als überparteiliche Macht im christlichen Abendland ein. Die Verfolgung des Templerordens beginnt sich zu intensivieren.
August/September: In Speyer wird ein Hoftag abgehalten.
17. September: Heinrich VII. bestätigt in Speyer die Herrschaftsrechte der Habsburg in Österreich, Steiermark und Krain. Er verurteilt die Mörder seines Vorgängers Albrecht I. und nimmt ihnen „Ehre und Recht“. Die Habsburger geben ihre noch bestehenden Ansprüche auf das Königreich Böhmen auf und stellen Heinrich Truppen sowie ein Darlehen zur Verfügung; als Gegenleistung erhalten sie die Markgrafschaft Mähren als Pfand. In der Folge unterstützen sie die Politik Heinrichs. Auch mit anderen Großen des Reichs wie den Wittelsbachern kommt Heinrich zu konsensualen Übereinkünften.
Der heilige Ludwig von Toulouse krönt seinen Bruder Robert von Anjou (Simone Martini, 1317)
6. Mai: Robert von Anjou, auch der Weise genannt, wird nach dem Tod seines Vaters Karl II. König von Neapel und Graf von Provence. Er wird vom Papst auch zum König von Sizilien gekrönt, wo aber de facto sein Gegner Friedrich II. von Aragonien herrscht. Robert avanciert in den nächsten Jahren zum Führer der antikaiserlichen Guelfen.
Der Pont Saint-Esprit, eine Steinbogenbrücke über die Rhone, wird nach 44-jähriger Bauzeit fertiggestellt. Sie ist lange Zeit die einzige Steinbrücke zwischen Lyon und dem Meer und die längste Brücke in Europa.