Statue Ludwigs IX., des Heiligen, in Aigues-Mortes
Im August empfängt der französische König Ludwig IX. in Paris den englischen Prinzen Edward Plantagenet, um mit ihm die Organisation des kommenden Kreuzzuges zu planen. Dabei wird der Hafen von Aigues-Mortes als Sammlungspunkt für die Flotte und der 15. August 1270 als Termin für die Abreise in die Levante festgelegt. Anlässlich dieses Kreuzzuges lässt der französische König erstmals eigene Schiffe bauen, während noch zwanzig Jahre zuvor Schiffe aus Genua und Marseille den Transport des Heeres übernommen haben. Florent de Varennes wird zum Admiral der kommenden Flotte ernannt.
Während Ludwig IX. noch mit dem Bau seiner Flotte beschäftigt ist, sticht am 1. September König Jakob I. von Aragón mit seinen Schiffen von Barcelona aus in See. Aber noch in Küstennähe gerät er in einen Sturm und seine Flotte wird an die Küste zurückgedrängt, worauf er seinen Kreuzzug wieder beendet. Nur eine Schwadron unter der Führung zweier unehelicher Söhne des Katalanen erreicht im Dezember die Hafenstadt Akkon, einen der letzten Stützpunkte der Kreuzfahrer im Königreich Jerusalem, und gerät dort in erste Scharmützel mit den Mamluken.
1. April: Herzog Mestwin II. von Pommerellen und Schwetz schließt mit den Markgrafen Johann II. und Otto IV. von Brandenburg in dem an der Straße Küstrin–Danzig gelegenen neumärkischen Burgort Arnswalde den Vertrag von Arnswalde. Mit dem Vertrag nimmt Herzog Mestwin II. sein Herzogtum von den brandenburgischen Askaniern zu Lehen, die damit wiederum zu seinem Schutz verpflichtet sind. Daneben übergibt er ihnen als unmittelbare Pfandherrschaft das Land Belgard. Mestwins Bruder Wartislaw II., der beim Tod des gemeinsamen Vaters Swantopolk II. im Jahr 1266 den nördlichen Teil von Pomerellen erhalten hat, und sein Onkel Sambor II. verbünden sich daraufhin mit der Schwetzer Ritterschaft gegen ihn.
17. Januar: Die Ortschaft Unterbruch wird erstmals urkundlich erwähnt, als Gottfried von Schafhausen seinen Hof an der Rur an den Propst von Heinsberg verkauft.
Trockenkompass mit frei drehbarer Magnetnadel, Abschrift der Epistola de magnete aus dem 14. Jh.
8. August: Pierre de Maricourt beschreibt in einem Brief mit dem Titel Epistola Petri Peregrini Maricurtensis de Magnete ein Perpetuum mobile auf magnetischer Grundlage. Der Brief gilt auch als erste auf experimentellen Untersuchungen beruhende Abhandlung über den Erdmagnetismus.
April: Nach dreijähriger Reise ins Mongolenreich und wieder zurück treffen Niccolò Polo und sein Bruder Maffeo in Akkon ein. Da es in Rom nach dem Tod des Papstes Clemens IV. eine Zeit der Sedisvakanz gibt, reisen die beiden stattdessen in ihre Heimatstadt Venedig weiter. Dort erfährt Niccolò Polo vom Tod seiner Gattin und trifft seinen nun etwa 15-jährigen Sohn Marco. Marco Polos Bericht stellt nicht dar, wie sein heimgekehrter Vater und Onkel nach so langer Abwesenheit aufgenommen wurden und gibt auch keine sonstigen Einzelheiten über ihren Aufenthalt in der Heimat wieder.
Papstwahl 1268–1271: Während des gesamten Jahres kann sich das Kardinalskollegium nicht auf einen Nachfolger für den Ende des Vorjahres gestorbenen Papst Clemens IV. einigen. Die Sedisvakanz wird bis 1271 dauern. Nach mehreren Monaten ohne Ergebnis, in denen sich die Kardinäle nur zeitweilig treffen, lässt der Stadtpräfekt die Kardinäle im Papstpalast einsperren.
Januar: Der reisende Richter John le Breton wird als Nachfolger des im Vorjahr gestorbenen Peter D’Aigueblanche zum Bischof von Hereford gewählt. Die Weihe erfolgt am 2. Juni.
Auf dem Generalkapitel der Dominikaner in Paris wird erstmals der Beschluss gefasst, die deutsche Provinz Teutonia aufzuteilen (tatsächlich erfolgt die Trennung erst 1303).