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Vanadium

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Vanadium, auch: Vanadin (v.altnord.: Vanadis [Name der germanischen Göttin der Schönheit Freya; nach dem farbenprächtigen Aussehen mancher V-Verbindungen]) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol V und der Ordnungszahl 23.

Eigenschaften
Titan_(Element) - Vanadium - Chrom
V
Nb  
 
 
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Vanadium, V, 23
Serie Übergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block 5 , 4, d
Dichte, Mohshärte 6110 kg/m3, 7,0
Aussehen silbrig grau metallisch
Atomar
Atomgewicht 50.9415 amu
Atomradius (berechnet) 135 (171) pm
Kovalenter Radius 125 pm
van der Waals-Radius k. A. pm
Elektronenkonfiguration [Ar]3d34s2
e- 's pro Energieniveau 2, 8, 11, 2
Oxidationszustände (Oxid) 5, 3 (amphoter)
Kristallstruktur kubisch raumzentriert
Physikalisch
Aggregatzustand (Magnetismus) fest (__)
Schmelzpunkt 2175 K (1902 °C)
Siedepunkt 3682 K (3409 °C)
Molares Volumen 8,32 · 10-3 m3/mol
Verdampfungswärme 0,452 kJ/mol
Schmelzwärme 20,9 kJ/mol
Dampfdruck 3,06 Pa bei 2175 K
Schallgeschwindigkeit 4560 m/s bei 293,15 K
Verschiedenes
Elektronegativität 1,63 (Pauling-Skala)
Spezifische Wärmekapazität 490 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 4,89 · 106/m Ohm
Wärmeleitfähigkeit 30,7 W/(m · K)
1. Ionisierungsenergie 650,9 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1414 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 2830 kJ/mol
4. Ionisierungsenergie 4507 kJ/mol
5. Ionisierungsenergie 6298,7 kJ/mol
Stabilste Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
48V {syn.} 15,9735 Tage ε 4,012 48Ti
49V {syn.} 330 Tage ε 0,602 49Ti
50V {syn.} 1,4 · 1017 y ε
β
2,208
1,037
50Ti
50Cr
51V 100 % Vanadium ist stabil mit 28 Neutronen
NMR-Eigenschaften
50V 51V
Kernspin 6 7/2
gamma / rad/T 2,667 · 107 7,032 · 107
Empfindlichkeit 0,0555 0,383
Larmorfrequenz bei B = "4",7 T 19,9 MHz 52,6 MHz
SI-Einheiten und Standardbedingungen werden benutzt,
sofern nicht anders angegeben.

Es ist ein seltenes, weiches und zähes Element. Vanadinerze sind verschwistert mit anderen metallischen Elementen. Sein Hauptverwendungszweck ist die Werkstoffherstellung.

Bemerkenswerte Eigenschaften

Vanadium ist ein nichtmagnetisches, zähes, schmiedbares und silbrigglänzendes Übergangsmetall. Es weist eine gute Korrosionsbeständigkeit auf. In Alkalien, Schwefel- und Salzsäure ist es gut beständig. Bei Temperaturen ab 933 K (660 °C) oxidiert es zu Vanadiumpentoxid V2O5.
Vanadium besitzt eine hohe mechanische Festigkeit.

In Verbindungen liegt Vanadin meist in der Oxidationsstufe +5 vor. Aber auch die Stufen +2, +3, +4 kommen häufig vor, neigen aber zum Übergang nach Stufe +5. Vanadium(II)- und Vanadium(III)-Oxid reagieren basisch, Vanadium(IV)-Oxid amphoter und Vanadium(V)-Oxid sauer.

Ein beliebtes Experiment zur farblichen Darstellung dieser 4 Oxidationsstufen ist die Reduktion von farblosem Ammoniumvanadat (NH4VO3) mit metallischem Zink. Nacheinander bildet sich eine blaue V(IV)-, eine grüne V(III)- und eine blaßviolette V(II)- Salzlösung. Die niedrigeren Vanadiumwertigkeiten werden durch Luft wieder zum Vanadium(V)- oxidiert. Wegen dieser leichten Änderbarkeit der Wertigkeit wird Vanadium auch als Katalysator verwandt. Die Oxidationsstufe +1 tritt selten auf. Aber auch die Stufen 0, -1 und -3 sind möglich.

Anwendungen

Ungefähr 80 % des produzierten Vanadins wird in Form von Ferrovanadin in den Handel gebracht oder als Legierungszusatz in der Stahlherstellung verbraucht. Harte- und zähe Vanadiumstähle enthalten allerdings selten mehr als 1 % Vanadium.

  • Sonderedelstähle für die Herstellung von Medizinischen Instrumenten und die Werkzeugherstellung
    • rostbeständige Schnellarbeitsstähle (Werkzeugstähle)
    • mit Aluminium als Legierungszusatz in Titanlegierungen in fliegenden Gasturbinen und Hochgeschwindigkeitsflugzeugen
  • vanadinhaltige Stähle finden Anwendung als Wellen, Kurbelwellen, Zahnräder im Getriebbau, und anderen kritischen Bauteilen
  • Karbidbildner in der Stahlherstellung.
  • Vanadiumfolien als Pufferschicht beim Plattieren von Titan auf Stahl.
  • Bänder aus Vanadin-Gallium zur Herstellung von supraleitenden Magneten it einer Flussdichte von 175000 Gauss
  • Vanadinverbindungen dienen als Katalysator bei der Herstellung von Maleinsäreanhydrid und Schwefelsäure
  • Vanadiumpentoxid (V2O5) wird in der Keramikherstellung und als Katalysator verwendet

Geschichte

Vanadium wurde zuerst von Andres Manuel del Rio, einem spanischen Mineralogen 1801 in Mexico City in einem Bleierz, dem Vanadinit (Bleivanadat), entdeckt, das er "brown lead" nannte. Wegen der chromähnlichen Farben der Elementverbindungen nannte er das neue Element Panchrom. Später änderte del Rio den Namen in Erythronium (griech. rot) weil es sich beim Erwärmen meist rot färbte.

Französische Chemiker konnte del Rio davon überzeugen, dass "brown lead" ein basisches Bleichromat, Erythronium daher nur ein verunreinigtes Chrom sei. Del Rio ließ sich überzeugen und seine Entdeckung geriet in Vergessenheit. 1831 entdeckte der Schwede Nils Gabriel Sefström beim Experimentieren mit Eisenerzen Vanadium neu. Im gleichen Jahr bestätigte Friedrich Wöhler del Rio's frühere Arbeiten. Metallisches Vanadium wurde 1867 von Henry Enfield Roscoe durch Reduktion von Vanadin(III)-chlorid mit Wasserstoff hergestellt.

Vanadinverbindungen zeigen eine große und schöne Farbenvielfalt. Deshalb benannte es Sefström nach Freya, der nordischen Göttin der Schönheit, die den Beinamen Vanadis trug.

Physiologie

In biologischen Systemen ist Vanadium essentieller Bestandteil einiger Enzyme. Vanadium Nitrogenase? nutzen einige stickstofffixierende Mikroorganismen.

Ratten und Hühner benötigen ebenfalls Vanadium in sehr geringen Mengen. Vanadiummangel führt bei ihnen zu reduziertem Wachstum und verringerter Fortpflanzung.

Vanadationen VO3- zeigen eine ähnliche Wirkung wie Insulin. Allerdings sind die notwendigen Dosen toxisch. Das weit weniger giftige Vanadylion VO2- wird vom Körper aber nicht in ausreichender Menge aufgenommen. Vielversprechend sind organische Vanadylkomplexe.

Vorkommen

Vandium kommt natürlich nur gebunden vor. Zur Zeit sind ca. 65 Mineralien bekannt.

Ebenso enthalten Bauxit und fossile Energieträger wie Rohöl, Kohle, Ölschiefer und Teersand beträchtliche Mengen an Vandium. Spektralanalytisch kann Vanadium im Licht der Sonne und einiger Sterne nachgewiesen werden.

Herstellung

Metallisches Vanadium wird meist durch Reduktion von Vanadiumpentoxid V2O5 mit Kalzium unter Überdruck durchgeführt. Gewöhnlich fällt Vanadium als Co- bzw. Kuppelprodukt (Beispiele? Erdölverarbeitung?, Uranerzgewinnung? usw.?) an.

Verbindungen

Vanadiumpentoxid (V2O5) wird eingesetzt als NH3-SCR-Katalysator in Müllverbrennungsanlagen (TiO2-WO3-V2O5) und dye and color-fixer ?

Vorsichtsmaßnahmen

Vanadiumstaub ist leicht endzündlch. Vanadiumverbindungen sind hochtoxisch. Eingeatmeter vanadiumhaltiger Staub kann Lungenkrebs verursachen.