Char 2C
Der Char 2C oder Char de Rupture (deutsch: Durchbruchpanzer) war ein französischer Panzer, der 1917 geplant, allerdings erst nach dem Ersten Weltkrieg gebaut wurde. Ab 1922 wurde er ausgeliefert und war lange Zeit der am besten gepanzerte Panzer der Welt.
Er war mit einer 75 mm Kanone und 4 MGs ausgerüstet, ein Exemplar verfügte statt der MGs über eine 155 mm Kanone. Mit 12 Metern Länge und 68 Tonnen Gewicht war er fast doppelt so lang und mehr als doppelt so schwer wie der deutsche A7V. Das große Gewicht war auf die enorme Größe und die Panzerung zurückzuführen. Mit den in 7 Treibstofftanks vorhandenen 1260 Liter Kraftstoff wurde eine Reichweite von 150 Kilometern erreicht.
Geschichte
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren alle 10 gebauten Panzer einsatzbereit. Sie wurden in einem eigenen Panzerbatallion, dem 51. Bataillon de Chars de Combat, zusammengefasst. Die Panzer waren damals zwar bereits veraltert, langsam und zu leicht verwundbar, wurden aber immer noch für Propagandazwecken gebraucht. Dazu wurden sie nach historischen Provinzen Frankreichs benannt:
| Nummer | Name |
|---|---|
| 90 | Poitou |
| 91 | Provence |
| 92 | Picardie |
| 93 | Alsace |
| 94 | Bretagne |
| 95 | Touraine |
| 96 | Anjou |
| 97 | Normandie |
| 98 | Berry |
| 99 | Champagne |
Normandie wurde 1939 in Lorraine umbenannt.
Die Panzer wurden bewusst nicht im Kampf eingesetzt, sondern als unverwundbare "Superpanzer" von der Propaganda verwendet. Nachdem das Deutsche Reich während des Westfeldzugs die französischen Linien durchbrochen hatte, fiel am 10. Juni 1940 die Entscheidung, die Char 2C nach Süden zu bringen. Der Transportzug wurde am 15. Juni 1940 von einem brennenden Zug aufgehalten und die Panzer mussten gesprengt werden, um sie den Deutschen nicht in die Hände fallen zu lassen. Die deutsche Propaganda sprach von einem Stuka-Angriff. Trotz der Sprengungen wurde ein Panzer, Champagne, mehr oder weniger funktionstüchtig, erbeutet und nach Berlin gebracht.
Varianten
1926 wurde Champagne zum Char 2C bis umgewandelt, der statt der 4 MGs eine 155 mm Haubitze erhielt. Dieser Umbau erfolgte nur testweise, bereits im selben Jahr wurde der Panzer wieder in den Originalzustand versetzt.
1939 wurde Lorraine aufgerüstet, um den deutschen Panzerabwehrwaffen standzuhalten. Dafür wurde die Frontpanzerung auf 90 mm und die Seitenpanzerung auf 65 mm erhöht. Dies war die stärkste Panzerung zu dieser Zeit und machte Lorraine mit einem Gewicht von 75 Tonnen zum schwersten Panzerkampfwagen der jemals operativ war.
Siehe auch
- Panzermodelle des Ersten Weltkrieges
- Panzermodelle zwischen den Kriegen
- Französische Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkrieges
Weblinks
- Char 2C bei Panzerlexikon.de
- Char 2C bei WWII Vehicles (engl.)
- Char 2C bei chars-francais.net (frz.)