Publius Cornelius Dolabella

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Aus der römischen Familie Dolabella, einem Zweig der patrizischen Cornelier, gibt es mehrere Konsuln mit dem Namen Publius Cornelius Dolabella

1. Publius Cornelius Dolabella war Konsul im Jahr 283 v. Chr..


2. Publius Cornelius Dolabella (* um 70 v. Chr., † 43 v. Chr. in Laodikeia (heute Latakia), der wichtigste Vertreter der Familie, war General und in zweiter Ehe mit Ciceros Tochter Tullia vermählt.

In den Bürgerkriegen stand er anfangs auf Seiten von Pompejus, wechselte dann aber zu Caesar und nahm als dessen Verbündeter an der Schlacht von Pharsalus teil.

Um den Forderungen seiner Gläubiger zu entkommen, brachte er als Tribun ein Gesetz sein, mit dem alle Schulden gestrichen werden sollten. Dieses wurde von seinen Kollegen vehement bekämpft und führte zu ernsten Turbulenzen in der Stadt. Bei seiner Rückkehr aus Alexandria sah Caesar daher die Notwendigkeit, Dolabella aus Rom zu entfernen, und nahm ihn als einen seiner Generäle mit auf die Expedtion nach Nordafrika und Spanien.

Bei Caesars Tod beschlagnahmte Dolabella die Insignien des Konsulats (das ihm bedingt bereits versprochen war) und wurde, nachdem er sich mit Marcus Junius Brutus und den anderen Cäsarmördern verbündet hatte, in diesem Amt bestätigt. Als Marcus Antonius ihm jedoch das Kommando beim Feldzug gegen die Parther und die Provinz Syria anbot, wechselte er erneut die Seiten. Seine Reise in die Provinz war gekennzeichnet durch Plünderung, Erpressung und den Mord an Gaius Trebonius, Prokonsul von Asia, 43 v. Chr., als dieser ihm den Zutritt zur Stadt Smyrna verweigerte.

Er wurde infolgedessen zum Staatsfeind erklärt und durch Cassius (den Caesarmöder) ersetzt, der ihn, als Dolabella sich nach Syrien zurückzog, in Laodikeia angriff. Als Cassius' Truppen den Ort 43 v. Chr. eroberten, befahl Dolabella einem seiner Soldaten, ihn zu töten.


3. Publius Cornelius Dolabella der Jüngere war der Sohn des zweiten Publius Cornelius Dolabella und Konsul im Jahr 10 v. Chr..

Er ist bekannt für die Rekonstruktion des so genannten Dolabella-Bogens in Rom im Jahr seines Konsulats zusammen mit seinem Mitkonsul Gaius Iunius Silanus. Tatsächlich ist der Bogen eines der alten Tore der Servianischen Mauer, der römischen Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.. Sein eigentlicher Name war Porta Caelimontana (der Caelius ist einer der sieben Hügel Roms) und er führt auf die malerische Straße, die als Clivus Scauri bekannt ist. Später benutzte Nero ihn für seinen Aquädukt zum Palatin.