DJ Magazine und Fidel Castro: Unterschied zwischen den Seiten
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[[Datei:Fidel Castro.jpg|thumb|Fidel Castro (2003)]] |
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'''DJ Magazine''' ist eine monatlich erscheinende [[Vereinigtes Königreich|britische]] [[Zeitschrift]], welche erstmals am 31. Januar 1991 in den Handel kam und zu den renommiertesten [[Fachzeitschrift|Fachmagazinen]] innerhalb der [[DJ|Disk-Jockey-Szene]] zählt. Verlegt wird sie vom Unternehmen ''Thrust Publishing'' in [[London]], die Auflage beträgt rund 30.000 Exemplare. Der Inhalt der Zeitschrift widmet sich hauptsächlich [[Elektronische Tanzmusik|elektronischer Tanzmusik]] sowie den Themen [[Nachtleben]], [[Technik]] und [[Mode]]. |
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'''Fidel Alejandro Castro Ruz''' [{{IPA|fiˈðel ˈkastɾo ˈrus}}] (* offiziell [[13. August]] [[1926]]<ref name="castro_bpb">[[Michael Zeuske]] in [[Bundeszentrale für politische Bildung]]: [http://www.bpb.de/themen/U2O311,0,Fidel_Castro_und_die_Geschichte_Kubas.html Fidel Castro und die Geschichte Kubas], 8. Januar 2008</ref> in [[Birán]] bei [[Mayarí]], Provinz [[Oriente (Kuba)|Oriente]]) ist ein [[kuba]]nischer [[Kommunismus|kommunistischer]] [[Politiker]] spanischer Abstammung und war innerhalb verschiedener politischer Funktionen ([[Regierungschef]], [[Liste der Präsidenten Kubas|Staatspräsident]], Vorsitzender der [[Kommunistische Partei Kubas|Kommunistischen Partei Kubas]]) von 1959 bis 2011 der [[diktator]]ische Machthaber Kubas. |
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Er war mit der ''Bewegung des 26. Juli'' ([[M-26-7]]) treibende Kraft der [[Kubanische Revolution|kubanischen Revolution]] gegen den Diktator [[Fulgencio Batista|Batista]] 1959 auf Kuba. In den kubanischen und internationalen Medien wird er häufig auch als ''Máximo Líder'' (Größter Führer) oder ''Comandante en Jefe'' ([[Oberbefehlshaber|Oberkommandierender]]) bezeichnet. |
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Seit 2011 gibt es eine deutsche Ausgabe, deren Inhalt zusätzlich um Themen, wie [[Lebensstil|Lifestyle]], [[Kunst]] und [[Kultur]] erweitert wurde. Die deutsche [[Lizenz]]ausgabe hat ebenfalls eine Auflage von etwa 30.000 Exemplaren und erscheint am letzten Freitag im Monat in insgesamt zwölf Ausgaben pro Jahr. Sie ist, wie das britische Mutterblatt, ebenfalls vielseitig ausgerichtet und berichtet gleichermaßen über nationale und internationale Themen. Der Fokus liegt jedoch verstärkt auf der heimischen Disk-Jockey-Szene. Verantwortlich ist für das Erscheinen das Unternehmen ''Boom Bang Publishing'' mit Sitz in [[Frankfurt am Main]]. |
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Mit 52 Jahren Herrschaft war Castro der am längsten regierende Herrscher des 20. Jahrhunderts. |
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== DJ Mag Top 100 == |
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Besonders bekannt ist die Zeitschrift durch ihre Wahl der ''Top 100 DJs''. Diese wird alljährlich seit 1997 durchgeführt und registrierte 2010 über 500.000 Wähler aus 235 Ländern.<ref>[http://www.ukfestivalguides.com/review/djmag-top-100-party DJmag 2010 Review]. Abgerufen am 15. Juli 2011.</ref> In den letzten Jahren hat diese Wahl in der Szene große Aufmerksamkeit genossen und auf sie wird auch gerne zu Promotionszwecken der DJs verwiesen. Aufgrund der Popularität wurden auch schon Versuche unternommen, die Wahl zu manipulieren.<ref>djmag.com: [http://www.djmag.com/index.php?op=story&story_op=display&story_id=1017&status=Live&type=news Named, shamed and disqualified!] (Abgerufen am 23. November 2009)</ref><ref>posterous.com: [http://risingdigital.posterous.com/djmag-top-100-djs-2010-cheating-investigation DJmag Top 100 DJs 2010 Cheating Investigation]. Abgerufen am 15. Juli 2011.</ref> |
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== Leben == |
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Die folgenden DJs waren schon mehrmals in den Top 5: |
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=== Jugend und Familie === |
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Fidel Castro wurde am 13. August [[1927]], also ein Jahr später als es offizielle Biografien ausweisen, als uneheliches Kind des [[Zuckerrohr]]plantagenbesitzers [[Ángel Castro Argiz]] und dessen Hausköchin Lina Ruz González geboren. Sein Vater war spanischer Emigrant aus dem [[Galicien|galicischen]] Dorf San Pedro de Láncara. Dieser kam als Soldat der spanischen Kolonialarmee nach Kuba. Castros Mutter war die Tochter eines Bauern aus der kubanischen Provinz [[Pinar del Río (Provinz)|Pinar del Río]], der bei Castros Vater angestellt war. Der Vorname ''Fidel'' kommt von einem Freund von Castros Vaters Ángel, Fidel Pino Santos.<ref name="Burgos">[http://www.elveraz.com/pdf/burgos.pdf Castro, El Infiel], Elizabeth Burgos</ref> Castro hat neben den Brüdern [[Raúl Castro|Raúl]] und [[Ramón Castro|Ramón]] noch die Schwestern Ángela María („Angelita“), Emma, [[Juanita Castro|Juana]] („Juanita“) und Agustina, zwei Halbgeschwister aus erster Ehe des Vaters (Pedro Emilio und Lidia Castro Argota) und mindestens einen weiteren Halbbruder aus einer außerehelichen Beziehung seines Vaters. |
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! DJ !! 1997 !! 1998 !! 1999 !! 2000 !! 2001 !! 2002 !! 2003 !! 2004 !! 2005 !! 2006 !! 2007 !! 2008 !! 2009 !! 2010 !! 2011 |
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Die erste offizielle Urkunde ist eine Taufurkunde aus dem Jahr 1935, die auf den Namen „Fidel Hipólito Ruz González“ ausgestellt ist. Darin trägt er beide Nachnamen der Mutter und wird als uneheliches Kind ausgewiesen. Nach der Scheidung seines Vaters 1941 ließ dieser gegen Bestechung eine neue Taufbescheinigung für Fidel ausstellen. Sie lautete nun auf den Namen „Fidel Ángel Castro Ruz“ Das Geburtsdatum wurde auf den 13. August 1926 vordatiert, um Fidel den Besuch des Jesuitenkollegs in Havanna zu ermöglichen, wofür er eigentlich zu jung war. Das letzte Taufzeugnis wurde im Dezember 1943, nach der Heirat von Vater Ángel mit Mutter Lina ausgestellt, welches nun auf den noch heute gültigen Namen „Fidel Alejandro Castro Ruz“.<ref>Michael Zeuske: ''Kuba im 21. Jahrhundert.'' Rotbuch Verlag, 2012, S. 86</ref> |
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| align="left" | [[Carl Cox]] || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || 2 || 2 || 5 || 7 || 8 || 7 || 11 || 10 || 11 || 7 || 12 || 18 || 22 || 31 |
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| align="left" | [[Paul Oakenfold]] || 2 || bgcolor="#FFFFCC" | '''1''' || bgcolor="#FFFFCC" | '''1''' || 2 || 5 || 6 || 8 || 9 || 11 || 14 || 12 || 14 || 23 || 51 || 69 |
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| align="left" | [[Sasha (DJ)|Sasha]] || 3 || 5 || 3 || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || 2 || 2 || 4 || 4 || 4 || 7 || 5 || 7 || 13 || 27 ||63 |
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| align="left" | [[Judge Jules]] || 4 || 3 || 4 || 6 || 11 || 7 || 9 || 14 || 15 || 16 || 21 || 32 || 44 || 18 || 67 |
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| align="left" | [[John Digweed]] || 12 || 7 || 6 || 3 || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || 3 || 5 || 8 || 6 || 8 || 3 || 9 || 17 || 29 || 55 |
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| align="left" | [[Paul van Dyk]] || 42 || 6 || 5 || 4 || 4 || 4 || 2 || 2 || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || 4 || 3 || 5 || 6 || 11 |
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| align="left" | [[Ferry Corsten]] || - || - || 77 || 22 || 19 || 9 || 6 || 5 || 5 || 6 || 8 || 6 || 7 || 9 || 18 |
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| align="left" | [[Tiësto]] || - || - || - || 24 || 6 || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || 2 || 3 || 2 || 2 || 2 || 3 || 3 |
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| align="left" | [[Armin van Buuren]] || - || - || - || - || 27 || 5 || 3 || 3 || 3 || 2 || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' || 2 |
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| align="left" | [[Above & Beyond]] || - || - || - || - || - || - || - || 39 || 19 || 9 || 6 || 4 || 4 || 5 || 5 |
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| align="left" | [[David Guetta]] || - || - || - || - || - || - || - || - || 39 || 31 || 10 || 5 || 3 || 2 || bgcolor="#FFFFCC" |'''1''' |
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| align="left" | [[Deadmau5]] || - || - || - || - || - || - || - || - || - || - || - || 11 || 6 || 4 || 4 |
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[[Datei:Fidel Castro 1. Mai 2005 bei Kundgebung 2.jpg|thumb|Fidel Castro 1. Mai 2005]] |
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Daneben gibt es auch eine Wahl der ''Top 100 Clubs'', die 2009 vom Berliner Techno-Club [[Berghain]] vor dem Vorjahressieger [[Fabric (Club)|Fabric]] in London und dem [[Space (Diskothek)|Space]] in Ibiza gewonnen wurde. |
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Castro wurde von seiner Mutter [[Römisch-katholische Kirche|katholisch]] erzogen. Trotz des Reichtums der Familie (Vater Ángel hatte ein Hotel, eine Telegrafenstation, eine Metzgerei und Bäckerei, mehrere Handwerksbetriebe sowie eine kleine Schule eingerichtet) kam er häufig mit der armen Landbevölkerung in Kontakt. Er besuchte erst eine kleine Dorfschule in Mayarí, später kam er auf das von den [[Marianer]]n geleitete ''Colegio La Salle'' in Santiago de Cuba.<ref name="Bourne_Fidel" /> Er wohnte zu dieser Zeit bei der Familie des [[haiti]]anischen Konsuls Luis Hibbert, einem Geschäftspartner des Vaters. Da Fidel ein uneheliches und (zunächst) nicht getauftes Kind war, wurde er von seinen Mitschülern häufig gehänselt. Die Taufe erfolgte erst im Januar 1935 auf den Namen ''Fidel Hipólito Ruz González''.<ref>José de Villa und Jürgen Neubauer: ''Máximo Líder. Fidel Castro. Eine Biographie'' Seite 24</ref> Der zweite Vorname ''Hipólito'' stammt von seinem [[Pate]]n, Luis (Hipólito Alcides) Hibbert. Der Nachname seines Vaters, Castro, tauchte in der Taufurkunde nicht auf, da dieser seine Kinder mit Lina Ruz González erst nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau und seiner anschließenden Heirat mit Lina Ruz im April 1943 formal anerkannte. 1943 erhielt Castro dann seinen endgültigen Namen ''Fidel Alejandro Castro Ruz''.<ref name="Burgos" /> Vom ''Colegio La Salle'' wechselte er in Santiago auf die jesuitische Schule ''Colegio Dolores'' und später auf das ebenfalls jesuitisch geführte ''Colegio Belén'' in Havanna.<ref>Coltman, ''Der wahre Fidel Castro'', 2005</ref> Auch seine Geschwister wurden auf katholischen Schulen erzogen. |
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Im Widerspruch zur ausgeprägten katholischen Familientradition wandte sich Castro nach seinem Aufstieg zum Regierungschef zunehmend gegen die Kirche, deren Einfluss auf die kubanische Gesellschaft er auf vielfältige Weise zurückdrängte. 1960–1961 kam es angesichts der schrittweisen Hinwendung der Revolutionsregierung zum von der Kirche abgelehnten Kommunismus zum offenen Konflikt: Castro lehnte die Religion gemäß der von ihm nun offen vertretenen marxistisch-leninistischen Ideologie schließlich komplett ab und ließ ihre Vertreter und Anhänger verfolgen und ausgrenzen sowie kirchliches Eigentum weitgehend verstaatlichen. Entgegen seit 1962 oft wiederholten Berichten<ref>[http://select.nytimes.com/gst/abstract.html?res=F20D12F93C55167A93C6A9178AD85F468685F9&scp=1&sq=Fidel+Castro%22+excommunication&st=p ''New York Times'' vom 4. Januar 1962: ''Vatican Declares Castro Incurred Church's Excommuniction Automatically; Penalty Is Explained''], abgefragt am 2. Januar 2010</ref> wurde Castro jedoch niemals explizit [[Exkommunikation|exkommuniziert]]: Der von Papst [[Pius XII.]] 1949 in einem Dekret verfügte automatische Kirchenausschluss für erklärte Kommunisten wurde von Papst [[Johannes XXIII.]] nicht vollzogen.<ref>[http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/45888.html ''Erzbischof: Johannes XXIII. exkommunizierte Castro nicht''] in: kathweb Nachrichten vom 28. März 2012, abgerufen am 28. März 2012</ref> Castro selbst bezeichnet sich als [[Atheismus|Atheist]], beruft sich aber hin und wieder auf die [[Bibel]] und das [[Christentum]]. Ein hohes Regierungsmitglied hat ihn folgendermaßen charakterisiert: „Fidel ist als erstes Revolutionär, als zweites Jesuit und erst dann Marxist.“<ref name="Bourne_Fidel">Bourne, ''Fidel Castro'', 1988</ref> 1996 erhielt Castro eine viel beachtete Privataudienz bei Papst [[Johannes Paul II.]], den er 1998 zu einem offiziellen Besuch in Kuba empfing. Aus Anlass eines Treffens mit Papst [[Benedikt XVI.]] während dessen Kuba-Besuchs im März 2012 ließ er verlauten, dass er schon seit den 1960er Jahren der Meinung sei, dass Marxisten und Kirche zusammenarbeiten müssten.<ref>http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,824420,00.html</ref> Seit einiger Zeit sieht er sich verstärkt als [[Globalisierungskritik]]er und Sprecher für die Interessen der [[Dritte Welt|Dritten Welt]]. |
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Sein ältester Sohn [[Fidel Castro Díaz-Balart]] (* 1949), genannt ''Fidelito'' – ''Kleiner Fidel'', der aus der Ehe mit seiner ersten Frau Mirta Díaz-Balart Gutiérrez stammt, ist promovierter Atomphysiker und bekleidete in der Vergangenheit verschiedene öffentliche Funktionen im Wissenschaftsbereich.<ref>[http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=822 Cicero – Magazin für politische Kultur<!-- Automatisch generierter titel -->]</ref> Aus der zweiten Ehe mit [[Dalia Soto del Valle]] gingen fünf Söhne hervor, von denen allein [[Antonio Castro Soto]] als langjähriger Vizepräsident des kubanischen Baseball-Verbandes und dritter Vizepräsident des [[International Baseball Federation|Baseball-Weltverbands]] in der Öffentlichkeit steht.<ref>[http://www.ibaf.org/en/article-detail.aspx?id=97ffafcd-2c5c-48a6-9e2d-27002e49e16c ''IBAF meets with IOC, ISF at Sport Accord''] Pressemeldung der IBAF vom 6. April 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch)</ref> Ergebnis der Liaison mit ''Natalia (Naty) Revuelta'' ist die uneheliche Tochter [[Alina Fernández Revuelta]] (*1956), die 1993 über Spanien in die USA floh und als eine der schärfsten Kritikerinnen ihres Vaters gilt.<ref>{{Der Spiegel|ID=9288712|Titel=Alina Fernandez Revuelta,|Autor=|Jahr=1994|Nr=36|Seiten=}}</ref> Entgegen eines späteren Gerüchts spielte Fidel Castro selbst niemals mit professioneller Spielstärke Baseball.<ref>Snopes: [http://www.snopes.com/sports/baseball/castro.asp ''Fidel Castro'']. 2. Januar 2006. Abgerufen am 25. Januar 2012</ref> |
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=== Studium und erste politische Betätigung === |
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1945 begann er ein [[Rechtswissenschaft|Jura]]-Studium an der [[Universidad de La Habana|Universität von Havanna]]. Hier fiel er durch politisches Engagement auf. Castro gehörte dort zu einer Gruppe von Studenten, die als ''Los muchachos de gatillo alegre'' bekannt waren.<ref name="Ros, 2003">Ros, 2003</ref> Castro wurde Vorsitzender der Vereinigung der Jurastudenten, gründete einen Studentenausschuss gegen Rassendiskriminierung und schloss sich 1947 der [[Partido del Pueblo Cubano (Ortodoxo)|Orthodoxen Partei]] von [[Eduardo Chibás]] an, die gegen die korrupte Regierung von [[Carlos Prío Socarrás]] und für eine auf nationale Interessen orientierte Wirtschaftspolitik eintrat. |
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Seine erste militante Aktion war seine Beteiligung an dem Versuch der [[Karibische Legion|Karibischen Legion]], mit 3.000 Mann im Jahr 1947 den Diktator der [[Dominikanische Republik|Dominikanischen Republik]], [[Rafael Leónidas Trujillo Molina|Rafael Trujillo]], zu stürzen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, da die Expeditionsschiffe von kubanischen Kriegsschiffen abgefangen wurden. Castro konnte sich einer Verhaftung entziehen, indem er zusammen mit zwei anderen von Bord sprang und drei Meilen zur Küste schwamm. 1948 heiratete er Mirta Díaz-Balart, Schwester seines damaligen Freundes [[Rafael Diaz-Balart]], eine Philosophiestudentin aus einer ebenfalls wohlhabenden kubanischen Familie; sogar der spätere Diktator Batista schickte ein Hochzeitsgeschenk. 1949 wurde sein erster Sohn, Fidelito, geboren. Die Ehe wurde 1955 auf Castros Wunsch wieder geschieden. Während der [[Kubanische Revolution|kubanischen Revolution]] wurde die [[Guerilla|Guerillera]] [[Celia Sánchez]] (1920–1980) seine Lebensgefährtin. |
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1950 promovierte er zum Doktor des [[Zivilrecht]]s, Spezialgebiet [[Diplomatenrecht|Diplomaten-]] und [[Konsularrecht]], und eröffnete in Havanna eine Rechtsanwaltskanzlei, die er bis 1953 führte. Jedoch war er mit dieser Tätigkeit nicht glücklich und auch wenig erfolgreich.<ref>Michael Zeuske: ''Kuba im 21. Jahrhundert''. S. 87</ref> Sein Hauptinteresse galt der Politik: |
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Im Juni 1952 beabsichtigte er, mit der Orthodoxen Partei bei den Parlamentswahlen anzutreten. Der Staatsstreich am 10. März, der von General [[Fulgencio Batista]] angeführt wurde und die Regierung von [[Carlos Prío Socarrás]] absetzte, verhinderte jedoch sein Vorhaben, da die Wahlen abgesagt wurden. Er klagte gegen Batista wegen Verfassungsbruches, seine Anzeige wurde vom Gericht jedoch abgewiesen. Später veröffentlichte er einen Artikel in ''Son Los Mismos'' (einer kleinen studentischen Untergrundzeitung, später als ''El Acusador'' bekannt) in dem er den Militärputsch von Batista verurteilte.<ref>[http://www.latinamericanstudies.org/cuban-rebels/voices.htm http://www.latinamericanstudies.org/cuban-rebels/voices.htm]</ref> |
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=== Angriff auf die Moncada-Kaserne === |
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[[Datei:Moncada.jpg|miniatur|Castro nach seiner Festnahme, Juli 1953]] |
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Aufgrund der gescheiterten Anklage vor dem Obersten Gerichtshof gegen Batista erklärte Castro, dass nach Ausschöpfung aller legalen Mittel nun das in der [[Kubanische Verfassung von 1940|Verfassung von 1940]] enthaltene [[Widerstandsrecht]] in Kraft getreten sei, und begann mit den Vorbereitungen eines Angriffs auf die [[Moncada-Kaserne]] in [[Santiago de Cuba]] sowie die Kaserne ''Carlos Manuel de Céspedes'' in [[Bayamo]]. Damit sollte ein Volksaufstand im Osten Kubas ausgelöst werden, um das Batista-Regime zu stürzen. |
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Am 26. Juli 1953 versammelte Fidel Castro rund 160 Mitstreiter um sich, um die zwei Kasernen zu stürmen. 40 Mann waren für die Kaserne in Bayamo bestimmt, die restlichen 120, darunter Fidel und auch zwei Frauen, sollten sich um die Moncada-Kaserne mit mehr als 1500 Mann Besatzung kümmern. Fünf Studenten lehnten kurz vor dem geplanten Sturm ihren Einsatz aus Furcht ab, sodass Fidels Gruppe nur noch aus 115 Personen bestand.<ref>Ignacio Ramonet (2008): Fidel Castro. Mein Leben. Rotbuch Verlag. S. 135 ff.</ref><ref>Michael Zeuske: ''Insel der Extreme'', 2. Aufl., S. 167 ff.</ref> Er rechnete damit, dass die Truppen wegen der [[Karneval]]sfeiern müde sein würden. Der Versuch scheiterte, da er miserabel vorbereitet und durchgeführt wurde. Acht Angreifer und 13 Soldaten wurden getötet. Durch blutige, teilweise in aller Öffentlichkeit durchgeführte Racheaktionen durch Batista-Militärs und Geheimpolizei wurde die Aktion jedoch landesweit bekannt. Der Erzbischof von Santiago, ein Freund der Castro-Familie, forderte das sofortige Ende der Mordaktionen. Möglicherweise rettete dieser öffentliche Meinungsumschwung Castro das Leben, denn als er wenige Tage später von einer Militärpatrouille aufgespürt wurde, verhinderte der anführende Feldwebel eine Lynchaktion seiner Soldaten. Castro wurde festgenommen und der Justiz überstellt.<ref>[[Gerd Koenen]]: ''Traumpfade der Weltrevolution'', S. 91 ff.</ref> |
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Am 16. Oktober 1953 fand die Gerichtsverhandlung in [[Santiago de Cuba]] statt. In seiner Verteidigungsrede sprach Castro seinen berühmt gewordenen Satz: „[[Die Geschichte wird mich freisprechen]]!“ ''(„La historia me absolverá!“)''. Castro wurde zu 15 Jahren [[Zuchthaus]] auf der [[Isla de la Juventud|Isla de Pinos]] verurteilt. Unter liberalen Haftbedingungen - sein Schwager Rafael Díaz-Balart war inzwischen stellvertretender Innenminister - hielt er weiterhin Kontakt zu seinen politischen Freunden und seiner Familie und bildete sich zusammen mit seinen Mitgefangenen politisch weiter. Die als politische Gefangene privilegierten Moncada-Kämpfer hatten u. a. freien Zugang zu jeglicher Literatur. Am 15. Mai 1955 kam Castro im Rahmen einer [[Amnestie|Generalamnestie]] nach weniger als zwei Jahren frei.<ref>Gerd Koenen: ''Traumpfade der Weltrevolution'', S. 117 ff.</ref> |
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[[Datei:M-26-7.svg|thumb|Flagge der ''Bewegung des 26. Juli'']] |
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Castro verließ im März 1955 die ''Orthodoxe Partei'' und gründete zusammen mit seinen Gefährten noch auf Kuba am 12. Juni 1955 die ''Bewegung des 26. Juli'' ([[M-26-7]]). Die [[Strategie (Militär)|Strategie]] war der bewaffnete Kampf durch kleine geheime Zellen im Untergrund, die über das ganze Land verstreut waren. |
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=== Exil und Vertreibung Batistas === |
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Da auf Kuba eine militärische Ausbildung und Vorbereitung nicht möglich war, ging eine Gruppe von 82 Kämpfern am 7. Juli 1955 nach [[Mexiko]] ins Exil. Unter der Leitung des ehemaligen spanischen [[Offizier]]s [[Alberto Bayo Giroud]], der im [[Spanischer Bürgerkrieg|Spanischen Bürgerkrieg]] auf Seiten der Republik gegen [[Francisco Franco]] gekämpft hatte, begann die militärische Ausbildung der Guerilleros. Dort traf er auch auf den Argentinier [[Che Guevara|Ernesto Guevara]], später allgemein ''Che'' genannt. |
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Am 25. November 1956 brach Fidel Castro zusammen mit Che Guevara, [[Camilo Cienfuegos]], seinem Bruder [[Raúl Castro]] und weiteren 78 Revolutionären von [[Tuxpan (Veracruz)|Tuxpan]] ([[Mexiko]]) mit der Yacht ''[[Granma (Yacht)|Granma]]'' nach Kuba auf, wo sie am 2. Dezember 1956 ankamen. Als ''Comandante en Jefe'' (Befehlshabender Kommandant) führte Fidel Castro die [[Guerilla]] der [[Kubanische Rebellenarmee|Rebellenarmee]] ''M-26-7'' in der [[Sierra Maestra]] an. |
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Nach über zwei Jahren Guerillakampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene Armee flüchtete der Diktator Batista schließlich am 1. Januar 1959 aus Kuba, da die Gewerkschaften und bürgerliche Demokraten sich gegen ihn stellten und die [[Vereinigte Staaten|USA]] nach einem Massaker an Oppositionellen ein Waffenembargo verhängten und militärischen Beistand verweigerten. Trotz dieser Weigerung weiterer Militärhilfe war die [[Central Intelligence Agency|CIA]] bis zum Untergang des Batista-Regimes in Havanna gegen Revolutionsbefürworter und für das alte Regime tätig, besonders in der Festung Havanna. |
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Nach dem Sieg wurde Castro, der noch vor der Revolution behauptet hatte, er wolle für sich persönlich keine Macht, sondern sich nach dem Sturz des alten Regimes ins Privatleben zurückziehen, ''de facto'' der neue Regierungschef Kubas, indem er in öffentlichen Massenversammlungen und Fernsehansprachen die Politik der Revolutionsführung vorgab. Mitte Februar 1959 übernahm er auch formal das Amt des Ministerpräsidenten, nachdem der erst fünf Wochen zuvor von ihm eingesetzte [[José Miró Cardona]] zu seinen Gunsten zurückgetreten war, und übergab den Oberbefehl über die Streitkräfte an seinen Bruder Raúl.<ref>[http://news.bbc.co.uk/onthisday/hi/dates/stories/february/16/newsid_2544000/2544431.stm ''1959: Castro sworn in as Cuban PM''], BBC On This Day, abgerufen am 2. Juni 2012 (Englisch)</ref><ref>Arnaldo M. Fernández: [http://eichikawa.com/2010/07/allard-rueda-rueda.html ''Allard rueda rueda''] in: EIchikawa.com vom 6. Juli 2010, abgerufen am 2. Juni 2012 (Spanisch)</ref> |
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=== Castros Rolle beim Aufbau des neuen Kuba === |
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[[Datei:Fidel Castro - MATS Terminal Washington 1959.jpg|thumb|Castro im Jahr 1959]] |
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Castro wollte von den USA als vollwertiger Staatsmann akzeptiert werden. Er erhielt aus den Vereinigten Staaten Unterstützung und ihnen galt 1959 auch sein erster Staatsbesuch. Trotz seines Wunsches empfing ihn jedoch Präsident [[Dwight D. Eisenhower|Eisenhower]] nicht, sondern schickte nur seinen Stellvertreter [[Richard Nixon|Nixon]]. Nach zahlreichen feindlichen Akten beiderseits und insbesondere zahlreichen Versuchen der CIA, ihn zu ermorden, sind die USA aber Castros Hassobjekt Nummer eins, was sich in der Darstellung der Vereinigten Staaten als der gegenwärtige Hauptfeind in den Medien und den auch nach dem Ende des Kalten Krieges immer noch sehr schlechten Beziehungen der beiden Staaten niederschlägt. |
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Aufgrund seiner sozialen Herkunft und politischen Entwicklung war Castro noch für einige Zeit das Bindeglied zwischen der Revolution und den [[Bürgertum|bürgerlich]]-[[Liberalismus|liberalen]] Bewegungen – die er allerdings schnell politisch kaltstellte (s. [[Huber Matos]]) –, während sein Bruder Raúl und Che Guevara die Aufnahme von Beziehungen zu den sozialistischen Ländern forcierten. Erst nach einem persönlichen Treffen mit [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Nikita Chruschtschow]] am Rand der [[Vereinte Nationen|UNO]]-Vollversammlung 1960 baute Castro seine Vorbehalte gegenüber der [[Sowjetunion]] und der traditionell reformistischen sozialistischen Partei ([[Partido Socialista Popular (Kuba)|Partido Socialista Popular]], im folgenden PSP) langsam ab. Als Castro sein autoritäres Regime errichtete, fragte er „¿Elecciones, para qué?“, d.h. „Wozu Wahlen?“ (Raffy, 2003; Coltman, 2003). |
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Während Castro, Guevara und andere auf die besondere Rolle Kubas in der revolutionären und sozialistischen Bewegung und unter den nichtpaktgebundenen Staaten Wert legten, wollten die Altkommunisten um [[Blas Roca]] und [[Aníbal Escalante]] die neue Partei und Kuba auf die führende Rolle der Sowjetunion einschwören. Castro setzte sich nach einem Machtkampf im Frühjahr 1962 durch. Das und die Verärgerung Castros und Guevaras über den nicht mit ihnen abgesprochenen Abzug der sowjetischen Raketen zur Beendigung der [[Kubakrise]] im Oktober 1962 führten zu angespannten Beziehungen zur UdSSR. |
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Die Spannungen verschärften sich nach dem Sturz Chruschtschows 1964, durch Che Guevaras Sympathien für den [[Maoismus]] und nach einem Versuch von Escalante (in Absprache mit Moskau), Castro zu stürzen (Ende 1967). Castro spielte auf einer Kundgebung Abhörbänder vor; Escalante und seine Anhänger wurden im Januar 1968 verhaftet. Eine neue Phase der engen Anlehnung an das sowjetische Vorbild begann jedoch bereits wenige Monate später, als Castro seine Unterstützung für die Niederschlagung des [[Prager Frühling]]s erklärte, die ihn unter linken Intellektuellen damals viel internationale Sympathie kostete. Die von Castro in den 1970er Jahren vorangetriebene Institutionalisierung des Revolutionsstaates (I. Parteitag, [[Kubanische Verfassung von 1976|Verfassung]], [[Asamblea Nacional del Poder Popular|Nationalversammlung]]) folgte klar dem Muster der sowjetisch dominierten [[Ostblock]]staaten. |
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=== Internationalismus === |
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[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-L0614-040, Berlin, Fidel Castro an der Grenze.jpg|thumb|Besuch Castros in der [[DDR]], [[Brandenburger Tor]], Juni 1972]] |
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Durch den Einfluss Castros verfolgte Kuba eine Politik des [[Internationalismus (Politik)|Internationalismus]]. Castro entsandte, gewissermaßen als Gegenleistung für die umfangreiche Entwicklungshilfe der Sowjetunion, in enger Anlehnung an die Außenpolitik des Ostblocks, Truppen zur Unterstützung kommunistischer Regimes und Bürgerkriegsparteien. Die Regierung unterstützte beispielsweise die [[Sandinistas|Sandinisten]] in [[Nicaragua]], die gegen von den USA unterstützte, rechtsgerichtete [[Contra (Organisation)|Contra]]-Gruppen kämpften. |
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Darüber hinaus verfolgte Kuba ein kontinuierliches militärisches und geheimdienstliches Engagement in [[Zentralafrika]], besonders in [[Äthiopien]] und [[Angola]]. Dort landeten am Vorabend der [[Unabhängigkeit (Politik)|Unabhängigkeit]] (1975) [[Fuerzas Armadas Revolucionarias|kubanische Truppen]], um der marxistischen ''[[Movimento Popular de Libertação de Angola|Volksbewegung zur Befreiung Angolas]]'' (MPLA) unter [[Agostinho Neto]] zur Macht zu verhelfen und die [[Frente Nacional de Libertação de Angola|FNLA]] und die [[União Nacional para a Independência Total de Angola|UNITA]] zurückzuschlagen (siehe [[Kubanischer Militäreinsatz in Angola]]). |
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Wesentlicher Teil des kubanischen [[Internationalismus (Politik)|Internationalismus]] ist auch die Entsendung von Ärzten, Lehrern, Technikern und Konstrukteuren in viele Winkel der Welt. So wurden bisher über 15.000 Ärzte in verschiedene Länder geschickt, um dort [[humanitäre Hilfe]] zu leisten. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von kubanischen Ärzten in den Armenvierteln [[Venezuela]]s. Bei dem Projekt „[[Barrio Adentro]]“ (dt. etwa: hinein ins Armenviertel) bezogen Ärzte aus Kuba Quartiere in den Barrios, um den Menschen eine grundlegende medizinische Versorgung zu bieten und so die [[bolivarianische Revolution]] in Venezuela zu unterstützen. Als Gegenleistung liefert Venezuela Öl weit unter Weltmarktpreis nach Kuba. |
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=== Nach 1989 === |
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Castro stand [[Michail Gorbatschow]]s Politik von [[Glasnost]] und [[Perestroika]] ablehnend gegenüber. Er nahm das mit den Reformen verbundene Risiko eines Auseinanderbrechens des Moskauer Machtbereichs für das eigene politische Überleben sehr ernst und verteidigte die von ihm errichtete marxistisch-leninistische Ordnung des kubanischen Staates gegen die im In- und Ausland vorherrschenden Rufe nach wirtschaftlicher und politischer Öffnung. |
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Für Kubas Wirtschaft spielte der Handel mit Ländern des [[Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe|Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)]] eine große Rolle. Als ab [[1989]] der RGW wegen Systemwechsels in den meisten Mitgliedsländern ausfiel, stürzte Kuba in eine wirtschaftliche Krise, die Fidel Castro zwang, Wirtschaftsreformen durchzuführen. Dazu zählten die Legalisierung des Dollarbesitzes sowie die Zulassung selbstständiger Arbeit und freier Bauernmärkte, begleitet von einer Öffnung des Landes für Tourismus und Auslandsinvestitionen. Diese Zeit wird ''Periodo Especial en Tiempo de Paz'' (Sonderperiode in Friedenszeiten), kurz [[Sonderperiode in Kuba|Periodo Especial]] genannt. |
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Inzwischen hat sich die Versorgungslage, trotz einiger immer noch bestehender Engpässe, gebessert. Das politische System wurde allerdings nicht reformiert. |
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=== Politische Ämter und schrittweiser Abtritt ab 2006 === |
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Castro hatte das Amt des Staatspräsidenten, des Staatsratsvorsitzenden sowie des Ministerratsvorsitzenden gleichzeitig inne. Als Präsident hielt er zugleich den Rang eines ''Comandante en Jefe'' (Oberkommandierender) der kubanischen Armee. Ferner war er bis 2011 Erster Sekretär der [[Kommunistische Partei Kubas|Kommunistischen Partei Kubas]]. |
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Am 1. August 2006 gab Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung seine Funktionen als Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Präsident von Staatsrat und Regierung vorläufig an seinen jüngeren Bruder [[Raúl Castro|Raúl]] ab.<ref>[[Süddeutsche Zeitung|sueddeutsche.de]]:[http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/873/81792/ Der kubanische Patient], 1. August 2006</ref> Am Vorabend hatte Castros Privatsekretär Carlos Valenciaga einen persönlichen Brief des Präsidenten im Fernsehen verlesen: „[…] aufgrund der Arbeit Tag und Nacht ohne genügend Schlaf kam es zu extremem Stress und in der Folge zu [[Darmblutung]]en. Deshalb musste ich mich einem komplizierten, chirurgischen Eingriff unterziehen.“ |
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Am 17. Dezember 2007, etwa einen Monat vor den Parlamentswahlen, deutete Fidel Castro in einem Brief an, dass er sich von seinen Führungsämtern zurückziehen wolle.<ref>[http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/castro-rueckzug-angedeutet/ Taz, 18. Dezember 2007]</ref> Seinen endgültigen Verzicht auf die erneute Kandidatur zum Staatspräsidenten und Oberkommandierenden verkündete er in einer von der Parteizeitung [[Granma (Zeitung)|Granma]] am 19. Februar 2008 veröffentlichten Mitteilung.<ref>[http://www.sueddeutsche.de/,tt1m1/ausland/artikel/222/158794/ SZ Online, 19. Februar 2008]</ref><ref>Asamblea Nacional: [http://www.parlamentocubano.cu/index.php?option=com_content&view=article&id=976:mensaje-del-comandante-en-jefe-18-de-febrero-de-2008&catid=55:reflexiones-de-fidel&Itemid=163 Mensaje del Comandante en Jefe] vom 19. Februar 2008</ref> |
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Am 24. Februar wählte das Parlament seinen Bruder Raúl als seinen Nachfolger.<ref>http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=99&RID=1</ref> |
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Im Vorfeld des VI. Parteikongresses der Kommunistischen Partei im April 2011 sagte Fidel Castro, dass er eigentlich schon seit 2006 auch seinen Posten als deren Generalsekretär nicht mehr ausübe.<ref>''[http://derstandard.at/1297821192142/Kuba-Fidel-bekraeftigt-Bin-nicht-mehr-Parteichef Fidel bekräftigt: Bin nicht mehr Parteichef]'', [[Der Standard]], 22. März 2011</ref> Am 19. April 2011 trat er das Amt auch offiziell an seinen Bruder ab.<ref>''[http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,758017,00.html Kubas Erneuerung: Auf die Alten folgen die Alten]'', [[Spiegel Online]] vom 19. April 2011</ref> |
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Seit Bildung des Parlaments ''[[Asamblea Nacional del Poder Popular]]'' 1976 ist Fidel Castro Abgeordneter für den Wahlbezirk Santiago de Cuba. Zuletzt ließ er sich 2008 für die laufende VII. Legislaturperiode wiederwählen. Der Parlamentssitz ist sein letztes verbliebenes offizielles Mandat. Nach über vierjähriger Abwesenheit ließ er im August 2010 eine Sondersitzung einberufen, um die Abgeordneten und die Nation in einer Rede vor den Gefahren eines bevorstehenden internationalen Atomkrieges zu warnen.<ref>[http://www.granma.cu/espanol/cuba/7agost-fidel-asamblea.html ''Fidel en la Asamblea Nacional''] (Spanisch) In: Granma vom 7. August 2010, abgerufen am 26. Mai 2011</ref> |
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=== Attentate/Sturzpläne === |
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Seit dem Amtsantritt Castros hat es zahlreiche Mordanschläge und Pläne seines Sturzes gegeben; siehe hierzu insbesondere die [[Operation Mongoose]] der US-amerikanischen Regierung und der [[Central Intelligence Agency|CIA]]. Fabian Escalante, ehemaliger kubanischer Geheimdienstchef, der lange Zeit für Castros Sicherheit zuständig war, gab an, insgesamt 638 Attentate gezählt zu haben, die meisten davon geplant oder unterstützt von der CIA und ausgeführt von [[Exilkubaner]]n oder [[La Cosa Nostra|US-amerikanischen Mafiosi]].<ref>[http://www.guardian.co.uk/world/2006/aug/03/cuba.duncancampbell2 638 ways to kill Castro] The Guardian, 3. August 2006</ref> Die CIA selbst gab bisher acht eigene Mordversuche zu.<ref>Spiegel-Online/Einestages: [http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a2444/l3/l0/F.html#featuredEntry Attentate und politische Morde] Zugegriffen am 29. Juli 2008</ref> Tatsächlich gab es wohl um die 30 Attentatsversuche, die Castro, auch dank des effizienten [[Dirección de Inteligencia|Geheimdienstes]], unbeschadet überstand.<ref name="bpb_Castro2">[[Michael Zeuske]]: ''[http://www.bpb.de/themen/U2O311,1,0,Fidel_Castro_und_die_Geschichte_Kubas.html Fidel Castro und die Geschichte Kubas (2)]'' in: [[Bundeszentrale für politische Bildung]] vom 8. Januar 2008</ref> Aufgrund der Anzahl an Attentatsversuchen soll Castro nach Angaben der regierungsnahen kubanischen Internetseite ''Cubadebate''<ref>''[http://www.cubadebate.cu/noticias/2011/12/15/fidel-entra-en-el-libro-de-los-record-guinnes/ Fidel, la persona que más veces intentaron matar]'', Cubatebate.cu vom 15. Dezember 2011</ref> als diejenige Person, auf die die weltweit meisten Attentatsversuche verübt wurden, in das [[Guinness-Buch der Rekorde]] aufgenommen werden.<ref>''[http://derstandard.at/1323916587889/Eintrag-ins-Buch-der-Rekorde-Fidel-Castro-ueberlebte-638-Mordanschlaege Eintrag ins Buch der Rekorde: Fidel Castro überlebte 638 Mordanschläge]'', [[Der Standard|derstandard.at]] vom 16. Dezember 2011, abgerufen am 16. Dezember 2011</ref> Derzeit ist auf der dortigen Online-Repräsentanz nur ein Eintrag als „längstdienender Staatsmann der Welt“ zu finden.<ref>''[http://www.guinnessworldrecords.com/Search.aspx?q=Fidel+Castro Fidel Castro im Guinnes-Buch der Rekorde]'', [[Guinness-Buch der Rekorde]], abgerufen am 18. Dezember 2011</ref> |
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Die Palette der eingesetzten Mittel reichte von Gift in Zigarren oder Essen über Haarausfall bewirkende Chemikalien oder [[LSD]] bis zu Schusswaffen oder Bomben.<ref>[[Church Committee|U.S. Senate Select Committee to Study Governmental Operations with Respect to Intelligence Activities]] – Alleged Assassination Plots Involving Foreign Leaders, 20. November 1975, S. 71–180, (auch „Church Committee Reports“ genannt)</ref><ref>New York Times, 22. November 1964, S. 26</ref><ref>M.E. Monroe: ''Common Courage'' 1995, Appendix III, S. 453</ref> Die CIA arbeitete bei den Attentatsplanungen auch mit den beiden Mafia-Größen [[Sam Giancana|Momo Salvatore Giancana]] und Santos Trafficante zusammen, die zu den meistgesuchten Kriminellen der USA gehörten.<ref>[[Süddeutsche Zeitung]]: [http://www.sueddeutsche.de/politik/geheime-akten-freigegeben-cia-akten-bestaetigen-mordplan-gegen-fidel-castro-1.653557], 27. Juni 2007</ref> |
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Auch die von den USA gegen Kuba verhängten Wirtschaftssanktionen waren dem Sturz Fidel Castros gewidmet. [[Robert Torricelli]], Initiator des [[Torricelli Act]], erklärte 1992, das Ziel der Sanktionen sei die Lahmlegung der kubanischen Ökonomie in einem Ausmaß, das innerhalb weniger Wochen zum Sturz des kubanischen Präsidenten Fidel Castro führen sollte.<ref>''[http://www.opensecrets.org/pubs/cubareport/legislation.asp Cuba-Related Legislation]''</ref> US-Außenminister [[Colin Powell]] legte am 1. Mai 2004 einen 500-seitigen Bericht der „Beratungskommission für ein freies Kuba“ vor, in welchem innerhalb von sechs Monaten unter Mitarbeit des kubanischstämmigen US-Wohnungsbauministers [[Mel Martinez|Mel Martínez]] „Maßnahmen für einen schnellen Regimewechsel“ auf Kuba erarbeitet wurden.<ref>Commission for Assistance for a free Cuba: [http://www.state.gov/documents/organization/32334.pdf Report to the President] Mai 2004</ref> |
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=== Erkrankung, Auftritte seit Rückzug aus der aktiven Politik === |
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[[Datei:Cristina fidel.jpg|thumb|[[Cristina Fernández de Kirchner]] beim erkrankten Fidel Castro (21. Januar 2009)]] |
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Mitte 2006 erlitt Fidel Castro eine Darmblutung, woraufhin er sich einer komplizierten Operation unterziehen musste und in Folge dessen er, zunächst nur „vorläufig“, Anfang 2008 dann endgültig, von seinen politischen Ämtern zurücktrat. Er trifft sich jedoch noch gelegentlich mit hohen Besuchern, die nach Kuba reisen, zu privaten Gesprächen. Darunter waren bis 2012 bereits mehrere amtierende und ehemalige Staatspräsidenten (zum Beispiel [[Dmitri Medwedew]], [[Mahmud Ahmadinedschad]] und [[Jimmy Carter]]) sowie Papst Benedikt XVI. |
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Sein politischer Einfluss auf die aktuelle Politik ist umstritten. Offiziell berät er nur seinen Bruder Raúl, den neuen Staatschef, jedoch meinen viele Beobachter, dass wirkliche Reformen in Kuba erst nach dem Tod Fidel Castros verwirklicht werden können, da er weiterhin darauf achte, dass sein Weg der Revolution nicht verlassen wird.<ref>[[Neue Zürcher Zeitung|NZZ]] / [[Volker Skierka]]: ''[http://www.nzz.ch/nachrichten/international/kuba_wartet_auf_seine_zukunft_1.802148.html Kuba wartet auf seine Zukunft]'' vom 9. August 2008</ref> Außerdem verfasste Castro zwischen März 2007 und Juni 2012 zahlreiche [[Kolumne]]n unter der Rubrik ''Überlegungen des Genossen Fidel'' (bis Februar 2008 zunächst: ''Überlegungen des Oberkommandierenden Fidel''), die in der Parteizeitung [[Granma (Zeitung)|Granma]] und den meisten anderen Medien des Landes veröffentlicht wurden.<ref>''[http://www.granma.cubaweb.cu/secciones/ref-fidel/index.html Reflexiones del compañero Fidel]''</ref><ref>Matthias Rüb: [http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fidel-castro-reflexionen-eines-revolutionaers-1460792.html ''Fidel Castro: Reflexionen eines Revolutionärs''], in: ''FAZ.net'' vom 31. Juli 2007, abgerufen am 4. Oktober 2012</ref> |
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Nachdem Fidel Castro im Amt seit 1959 insgesamt zehn [[Liste der Präsidenten der Vereinigten Staaten|US-Präsidenten]] erlebt hatte, erklärte er im Januar 2009, dass er das Ende der Amtszeit des neu gewählten Präsidenten [[Barack Obama]], „sein“ nunmehr elfter Präsident, bis zum Jahre 2013 wahrscheinlich nicht mehr erleben werde.<ref>taz: ''[http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/ich-bin-dann-mal-weg/ Fidel skeptisch über seine Gesundheit - Ich bin dann mal weg]'' vom 23. Januar 2009</ref><ref>Granma / Fidel Castro: [http://www.granma.cubaweb.cu/secciones/ref-fidel/art82.html El undécimo presidente de Estados Unidos] vom 22. Januar 2009</ref> Im weiteren Verlauf des Jahres wirkte Castro jedoch auf den veröffentlichten Fotos zunehmend gesünder,<ref>''[http://derstandard.at/fs/1250003377654/Fidel-Castro-wirkt-auf-neuem-Foto-gesund Fidel Castro wirkt auf neuem Foto gesund]'', Der Standard vom 13. August 2009</ref> war Ende August 2009 erstmals seit langer Zeit wieder im Fernsehen zu sehen<ref>''[http://www.nzz.ch/nachrichten/international/castro_kuba_fidel_castro_1.3400275.html Fidel Castro wieder am Fernsehen]'', NZZ vom 25. August 2009</ref> und am 7. Juli 2010 zeigte er sich bei einem Besuch des Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNIC) erstmals seit seiner Erkrankung wieder in der Öffentlichkeit,<ref>''[http://www.cubadebate.cu/noticias/2010/07/10/fidel-en-el-cenic-fotos/ Visitó Fidel el CENIC (+ Fotos)]'', in Cubadebate.cu vom 10. Juli 2010</ref> wo er sich zunächst ausschließlich zu außenpolitischen Themen äußerte und unter anderem vor einem Atomkrieg in Folge eines US-Angriffs auf den Iran oder des Koreakonflikts warnte. Außerdem erklärte er, dass er inzwischen wieder vollkommen genesen sei. |
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Seit dieser Zeit sind auch wieder verstärkte Einmischungen in innenpolitische Themen zu beobachten. Einige Experten sehen darin einen Grund für die schleppenden Reformen seines Bruders Raúl im Amt des Staatsoberhaupts. Der wahre Einfluss Fidels auf die Politik seines Bruders ist jedoch schwer einzuschätzen.<ref name="Optenhögel_2010-3">Uwe Optenhögel ''[http://library.fes.de/pdf-files/ipg/ipg-2010-3/2010-3__optenhoegel_d.pdf Kuba: Wie der tropische Sozialismus sein eigenes Erbe riskiert]'', in: Internationale Politik und Gesellschaft 3/2010</ref> Der Historiker [[Michael Zeuske]] glaubt, dass der Rücktritt Fidel es erlaube, seinen Mythos nicht zu beschädigen. Die notwendigen und für die Bevölkerung zum Teil schmerzhaften Reformen müsse nicht er, sondern sein Bruder Raúl verantworten. Fidel dagegen wird schon heute bei vielen Kubanern als derjenige angesehen, „bei dem noch alles besser war“.<ref>Michael Zeuske: ''Kuba im 21. Jahrhundert''. S. 91</ref> |
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Im September 2010 hielt Castro seine letzten öffentliche Reden vor jeweils mehreren Tausend Zuhörern: zunächst an die kubanischen Studenten gerichtet auf der Freitreppe der Universität Havanna, wenige Wochen später zum 50. Jahrestag der „[[Comités de Defensa de la Revolución|Komitees zur Verteidigung der Revolution]]“ vor dem Revolutionsmuseum.<ref>[http://www.spiegel.de/fotostrecke/fidel-castro-der-alte-mann-und-die-fehler-der-vergangenheit-fotostrecke-59245.html ''Fidel Castro: Der alte Mann und die Fehler der Vergangenheit''], in: ''Spiegel Online'' vom 11. September 2010, abgerufen am 4. Oktober 2012</ref><ref>[http://www.fgbrdkuba.de/txt/doc/20100903-fidel-castro-an-die%20studenten-kubas.html ''Botschaft an die Studenten Kubas ''], deutsche Übersetzung der Rede vom 3. September 2010 auf der Webseite der ''Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba'', abgerufen am 4. Oktober 2012</ref><ref>[http://www.fgbrdkuba.de/txt/doc/20100928-fidel-cdr.html ''Wir haben das Versprechen jenes unsterblichen Abends erfüllt und Ihr werdet es weiterhin erfüllen!''], deutsche Übersetzung der Rede vom 28. September 2010 auf der Webseite der ''Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba'', abgerufen am 4. Oktober 2012</ref> |
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Besonderes Aufsehen erregte Castro im selben Monat durch Aussagen, die er gegenüber dem US-Journalisten [[Jeffrey Goldberg]] machte, der ihn über mehrere Tage für ein Interview begleiten durfte. So rief er den iranischen Präsidenten [[Mahmud Ahmadinedschad]] auf, dessen [[Antisemitismus|antisemitische]] Ideologie zu beenden und das [[Existenzrecht Israels]] anzuerkennen.<ref>Jeffrey Goldberg: ''[http://www.theatlantic.com/international/archive/2010/09/fidel-to-ahmadinejad-stop-slandering-the-jews/62566/ Fidel to Ahmadinejad: 'Stop Slandering the Jews']'', The Atlantic vom 7. September 2010</ref><ref>''[http://amerika21.de/nachrichten/2010/09/13518/fidel-castro Fidel Castro: "Beendet die Diffamierung von Juden"]'', amerika21.de vom 8. September 2010</ref> Des Weiteren meinte er auf die Frage, ob das „kubanische Modell“ immer noch wert sei, exportiert zu werden: „Das kubanische Modell funktioniert selbst bei uns nicht mehr“.<ref>''[http://derstandard.at/1282979256276/Fidel-Kubanisches-Modell-funktioniert-nicht-mehr Fidel: "Kubanisches Modell" funktioniert nicht mehr]'', [[Der Standard]] vom 9. September 2010</ref><ref name="Goldberg2">Jeffrey Goldberg: ''[http://www.theatlantic.com/international/archive/2010/09/fidel-cuban-model-doesnt-even-work-for-us-anymore/62602// Fidel: 'Cuban Model Doesn't Even Work For Us Anymore']'', The Atlantic vom 8. September 2010</ref> Nach der Veröffentlichung relativierte Castro seine Aussagen, er habe sie ironisch gemeint, was die ebenfalls beim Gespräch anwesende US-amerikanische Lateinamerikaexpertin [[Julia Sweig]] bestritt.<ref>''[http://derstandard.at/1282979470505/Castro-dementiert-Kritik-am-Wirtschaftsmodell Castro dementiert Kritik am Wirtschaftsmodell]'', [[Der Standard]] vom 11. September 2010</ref> Beobachtern zufolge könnte Castro die eingeleiteten Wirtschaftsreformen seines Bruders Raúl gegen Widerstände in den eigenen Reihen in Schutz nehmen wollen.<ref>''[http://www.ftd.de/politik/international/:interview-mit-dem-klassenfeind-castro-bricht-mit-kubas-wirtschaftssystem/50167141.html Castro bricht mit Kubas Wirtschaftssystem]'', [[Financial Times Deutschland|ftd.de]] vom 9. September 2010</ref> Die Revolution selbst wollte er aber nicht in Frage stellen, so Sweig.<ref name="Goldberg2" /> |
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== Kritik == |
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=== Menschenrechtsverletzungen === |
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In den ersten Jahren von Castros Herrschaft wurden zahlreiche, nach US-amerikanischen Studien einige tausend, politische Gegner inhaftiert und hingerichtet.<ref>{{internetquelle|autor={{lang|en|Matthew White}}|datum=Juni 2005|url=http://users.erols.com/mwhite28/warstat6.htm#Cuba59|titel={{lang|en|Minor Atrocities of the Twentieth Century}}|zugriff=1. Juni 2006}}</ref> Gegner Castros wurden als „[[Konterrevolution|Gegenrevolutionäre]]“, „[[Faschismus|Faschisten]]“ oder „CIA-Agenten“ bezeichnet und ohne Gerichtsverfahren und unter äußerst erbärmlichen Bedingungen inhaftiert.<ref>{{Literatur |
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| Autor = Ernest Volkman |
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| Titel = Our man in Havana. Cuban double agents 1961–1987 |
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| Sammelwerk = Espionage: The Greatest Spy Operations of the Twentieth Century |
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| Jahr = 1995 |
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| Verlag = Wiley |
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| Ort = New York |
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| ISBN = 0471161578 |
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}}</ref> 1965 wurden unter dem Namen „Militärische Einheiten zur Unterstützung der Produktion“ Arbeitslager eingerichtet, die [[Che Guevara]] wie folgt begründete: Sie sind für „Menschen, welche Verbrechen gegen die revolutionäre Moral begangen haben“. Später wurden darin auch Kubaner inhaftiert, die nach Castros Definition als „Soziale Abweichler“, einschließlich [[Homosexualität|Homosexueller]] und [[HIV]]-Infizierter, galten, um so „konterrevolutionäre“ Einflüsse aus Teilen der Bevölkerung auszumerzen.<ref>{{Literatur |
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| Autor = Jorge Castañeda |
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| Titel = Compañero: The Life and Death of Che Guevara |
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| Jahr = 1998 |
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| Verlag = Vintage |
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| Ort = New York |
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| Seiten = 62 |
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| ISBN = 0340566507 |
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}}</ref> Die Soziologie-Professorin Marifeli Pérez Stable, die 1960 als Kind aus Kuba kommend in die USA einwanderte und als junge Frau die Revolution unterstützte, reflektiert über die Kosten des Umsturzes: „[Es gab] Tausende Exekutionen, vierzig-, fünfzigtausend politische Gefangene. Die Behandlung politischer Gefangener, mit dem was wir heute über Menschenrechte und Menschenrechte betreffende internationale Normen wissen … ist es legitim die Frage nach möglichen Menschenrechtsverletzungen in Kuba zu stellen.“<ref>[http://www.pbs.org/wgbh/amex/castro/peopleevents/p_castro.html American Experience | Fidel Castro | People & Events | PBS<!-- Automatisch generierter titel -->]</ref> Castro gesteht zwar ein, dass Kuba politische Gefangene halte, meint aber, dass dies gerechtfertigt sei, da sie nicht wegen ihrer Ansichten, sondern aufgrund „konterrevolutionärer Verbrechen“ einschließlich Bombenlegung inhaftiert seien.<ref>PBS [http://www.pbs.org/newshour/bb/latin_america/cuba/castro_2-12-85.html Online NewsHour: Fidel Castro] 12 February 1985</ref> |
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Fidel Castro beschreibt die [[Kubanische Opposition ab 1959|kubanische Opposition]] als illegitimes Ergebnis einer fortschreitenden Konspiration, aufgezogen von [[Exilkubaner]]n mit Verbindungen zu den USA oder der CIA, was faktisch teilweise auch belegt ist (Siehe [[#Attentate/Sturzpläne|Attentate/Sturzpläne]]). Castros Unterstützer behaupten, seine Maßnahmen seien legitim, um den Sturz der kubanischen Regierung zu verhindern, während seine Gegner, die kubanische Opposition in den USA und die USA selbst, hinter dieser Darstellung eine bloße Schuldzuweisung sehen, um seine bestehende politische Macht zu rechtfertigen. |
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[[Amnesty International]] zählte im Jahresbericht 2006 insgesamt 71 gewaltlose politische Gefangene (prisoners of conscience). Außerdem waren 30 Gefangene zum Tode verurteilt, wobei seit 2003 keine Exekution mehr vollstreckt wurde.<ref>{{internetquelle |url=http://www.amnesty.org/en/library/asset/IOR41/006/2006/en/40fa06a5-d437-11dd-8743-d305bea2b2c7/ior410062006en.html |sprache=englisch |titel=2006 Elections to the Human Rights Council - Background information on candidate countries - Cuba |werk=Amnesty International |zugriff=31. Dezember 2011}}</ref> Die antikommunistische [[Internationale Gesellschaft für Menschenrechte]] berichtet sogar von 300 namentlich bekannten politischen Gefangenen. Sie hat ein Patenschaftsprogramm deutscher Abgeordneter für die Inhaftierten aufgelegt.<ref>[http://www.igfm.de/Kuba_IGFM-Patenschaftsprogramm_Abgeordnete_setzen_sich_fuer_pol.1021.0.html Kuba/IGFM-Patenschaftsprogramm: Abgeordnete setzen sich für politische Gefangene ein]</ref> Unter der Präsidentschaft von Fidel Castros Bruder Raúl wurden die von Amnesty International anerkannten, sowie weitere politische Häftlinge bis März 2011 entlassen und sämtliche bestehenden Todesurteile bis Ende 2010 in Haftstrafen umgewandelt.<ref>[http://news.orf.at/stories/2033420/ ''Kuba: Haft statt Todesstrafe''] in: ''ORF.at News'' vom 29. Dezember 2010, abgerufen am 30. Dezember 2011</ref><ref>Amnesty International: [http://amnesty-kuba.de/files/dateien/PE%2023.03.pdf ''Kuba lässt politische Gefangene frei''] Pressemitteilung vom 23. März 2011, abgerufen am 30. Dezember 2011</ref> |
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=== Personenkult === |
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[[Datei:1 peso cubano 40 aniversario moncada reverso.jpg|miniatur|Kubanische Münze zum 40. Jahrestag von Castros Angriff auf die Moncada-Kaserne]] |
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Von der Staatsführung wurde um Castro ein [[Personenkult]] errichtet, der sich neben einer ständigen Medienpräsenz vor allem durch die allgegenwärtige Darstellung auf Postern, Plakaten, Bildern und einigen Briefmarken auszeichnet, häufig in Kombination mit Nationalsymbolen und eingängigen Parolen. Häufig wird Castro zusammen mit bekannten historischen Persönlichkeiten abgebildet (insbesondere mit Che Guevara und anderen kubanischen Revolutionären), deren politisches Erbe er für sich beansprucht. |
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Auch Kinder müssen sich von klein auf mit Castro, seinen Reden und Taten beschäftigen. In den Schulen werden Lieder und Gedichte zum Lob des ''Máximo Líder'' – auf Deutsch etwa: größter, höchster Führer – gelernt, während ältere Schüler im Unterricht seine Reden oder politischen Schriften studieren. |
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Castro lässt es nicht zu, dass sein Privatleben in den Medien thematisiert wird. Er selbst bestreitet, dass es auf Kuba einen Personenkult gebe, und versucht in Reden und Fernsehinterviews ein bürgernahes und bescheidenes Bild seiner Person zu vermitteln. |
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Castro ist berühmt für seine nicht selten mehrstündigen [[Rede]]n, die er früher oft anlässlich von Massenveranstaltungen hielt. Öffentlich trat Castro gewöhnlich in Uniform auf. Seit seiner Erkrankung 2006 lässt er sich dagegen häufig als Rekonvaleszent und Privatmann im Trainingsanzug fotografieren. |
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Im Mai 2002 wurde die Peter-Müller-Straße in Windhoek, Namibia, in Fidel-Castro-Straße umbenannt <ref>Allgemeine Zeitung, Windhoek,http://www.az.com.na/lokales/fidel-castro-strae-offiziell-eingeweiht.2772.php</ref>. |
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== Werke Fidel Castros in deutscher Übersetzung == |
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* ''Die Geschichte wird mich freisprechen.'' Rotbuch Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-86789-061-8 |
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* ''Briefe 1953 − 1955.'' [[Offizin Andersen Nexö Leipzig]], 1984. |
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* ''Fanal Kuba. Reden und Schriften 1960 – 1962.'' Dietz Verlag Berlin 1963. |
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* ''Ausgewählte Reden zur internationalen Politik 1965 − 1976.'' Rotpunktverlag, Zürich 1976. ISBN 3-85869-001-5 |
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* ''Über Che Guevara.'' 1. Auflage: Voltaire Verlag, Berlin 1967. |
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* ''Unsere Stärke liegt in der Einheit. Besuche in der DDR, der UdSSR und in Chile.'' Dietz Verlag Berlin 1973. |
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* ''Kampf und Tod Salvador Allendes.'' Pahl-Rugenstein, Köln 1974. ISBN 3-7609-0145-X |
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* ''Ausgewählte Reden.'' Dietz Verlag Berlin 1976. |
|||
** ''Rede vor dem XIII. Gewerkschaftskongreß.'' (in: ''Das Argument'', Nr. 85/1974) |
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* [http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=40830631&aref=image035/E0525/PPM-SP197702601090111.pdf ''Castro: „Wir haben viele Kopfschmerzen“.''] (in: ''Der Spiegel'', Nr. 26/1977) |
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* ''Rede des Oberkommandierenden Fidel Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, Vorsitzender des Staatsrates und des Ministerrates der Republik Kuba und Präsident der Bewegung der Nichtpaktgebundenen Staaten, vor der XXXIV. Vollversammlung der Vereinten Nationen. New York, 12. Oktober 1979, im 20. Jahr des Sieges.'' Verlag Zeit im Bild, Dresden 1979. |
|||
* ''Grußadresse des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas [an den X. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands].'' (in: ''Protokoll der Verhandlungen des X. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Band I.'' Dietz Verlag Berlin 1981) |
|||
* ''Rede auf der 68. interparlamentarischen Konferenz. Havanna, 15. September 1981.'' Dietz Verlag Berlin 1981. |
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* ''Kuba verteidigt entschlossen seine Revolution. Rede anläßlich des 30. Jahrestages des Sturms auf die Moncadakaserne Santiago de Cuba, 26. Juli 1983.'' Dietz Verlag Berlin 1983. |
|||
* ''Wenn wir überleben wollen. Die ökonomische und soziale Krise der Welt.'' Weltkreis-Verlag, Dortmund 1984. ISBN 3-88142-308-7 |
|||
* ''Interview für die mexikanische Zeitung „Excelsior“, 21. März 1985.'' Dietz Verlag Berlin 1985. |
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* ''„Die höchste Form der Demokratie ist Kommunismus“. Im Gespräch Tomás Borge und Fidel Castro. Über die Folgen des Zusammenbruchs des Sozialismus in Europa, den Widerspruch zwischen Nord und Süd und wirkliche Volksherrschaft.'' (in: ''junge Welt'', 5./6. Mai 2012) |
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* ''„Morgen wird es zu spät sein für das, was wir schon lange getan haben müßten“. Dokumentiert: Rede des kubanischen Präsidenten Fidel Castro bei der UN-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro, 12. Juni 1992.'' (in: ''junge Welt'', 20. Juni 2012) |
|||
* ''[http://www.fidel-castro.de/Interview-Zaragoza.html „Die USA haben mich zu einem Mythos gemacht“]'' (in: ''junge Welt'', 26. Juli 2000) |
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* ''Mein Leben.'' Rotbuch Verlag, Berlin 2008. ISBN 3-86789-038-2 |
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* ''Reflexionen.'' Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2008. ISBN 978-3-939828-32-7 |
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* ''Der strategische Sieg. Erinnerungen an die Revolution.'' Verlag Neues Leben, Berlin 2012. ISBN 978-3-355-01800-5 |
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== Filmische Rezeption == |
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* [[Richard Fleischer]]: [[Che!]] USA 1969, mit [[Jack Palance]] in der Rolle von Fidel Castro. |
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* [[Oliver Stone]]: ''[[Comandante]].'' Optimum Home Entertainment, London 2002, Dokumentation |
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* [[Oliver Stone]]: ''Looking For Fidel.'' 2003, Dokumentation |
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* David Attwood: ''Fidel & Che.'' USA 2002, 123 Min., Drama/Biografie |
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* Daniel Leconte: ''Fidel Castro – Der Weg zur Macht.'' Frankreich 2004, Dokumentation [http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/Castro---Kuba/1269298.html Infos zum Film] [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19790/1.html Rezension] |
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* Adriana Bosch: ''Fidel Castro: Eine Ära geht zu Ende.'' USA 2006, 108 Min., Dokumentation |
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* [[Dollan Cannell]]: [[638 Ways to Kill Castro]] Channel 4, 75 Minuten |
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== Literatur == |
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* [[Fritz René Allemann]]: ''Fidel Castro. Die Revolution der Bärte'', Rütten & Löning, Hamburg, 1961. |
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* Nicole Bayer, Nicole König, Christian Mantsch, Bernd Niebling: Maximo Lider - Fidel Castro. Eine objektive Personalbibliographie selbständiger und unselbständiger Literatur in englischer, spanischer und deutscher Sprache von 1957 bis 2004. München, 2004. [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/html-kurs/fidelcastro/index.htm Volltext online] |
|||
* [[Frei Betto]]: ''Nachtgespräche mit Fidel''. Berlin: Union-Verlag, 1988, ISBN 3-372-00220-2. |
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* Peter G. Bourne: ''Fidel Castro. Der „Maximo Lider“ der kubanischen Revolution''. München: Heyne, 1990, ISBN 3-453-04257-3. |
|||
* [[Hans-Jürgen Burchardt]]: ''Fidel Castro: Der alte Mann und das Meer.'' In: Der Bürger im Staat, [http://www.buergerimstaat.de/2_08/kuba.pdf Heft 2/2008], ISSN 0007-3121 |
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* Hernando Calvo Ospina: ''Dissidents ou mercenaires ? Des Etats-Unis à l'Europe pour déstabiliser Cuba'', EPO 2000, ISBN 2-87262-135-0. |
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* [[Dickey Chapelle]]: ''Wie Castro gewann'', in: Franklin Mark Osanka (Hg.): ''Der Krieg aus dem Dunkel. 20 Jahre kommunistische Guerillakämpfe in aller Welt'', Köln 1963, S. 433-447. |
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* Leycester Coltman: ''Der wahre Fidel Castro. Biographie.'' Düsseldorf: Artemis & Winkler, 2005, ISBN 3-538-07200-0. |
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* Abelardo Cuadra: ''Hombre del Caribe. Memorias presentadas y pasadas en limpio por [[Sergio Ramírez]]'', 3. Aufl. San José/Costa Rica 1981. |
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* Anthony Depalma. ''The Man Who Invented Fidel: Castro, Cuba, and Herbert L. Matthews of The New York Times''. PublicAffairs Perseus Publishing New York 2006, ISBN 1-58648-332-3. |
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* [[Jorge Edwards]]: ''Persona non grata'', dt. im Wagenbach-Verlag, 2006, 284 Seiten, ISBN 3-8031-3201-0. |
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* Alina Fernández Revuelta: ''Ich, Alina. Mein Leben als Fidel Castros Tochter''. Reinbek: Rowohlt, 2000, ISBN 3-499-60941-X. |
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* [[Norberto Fuentes]]: ''Die Autobiographie des Fidel Castro''. München: Beck, 2006, ISBN 3-406-54216-6 und München: dtv 2008, ISBN 978-3-423-34495-1. |
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* Claudia Furiati: ''Fidel Castro. Uma biografia consentida''. Rio de Janeiro: Editora Revan, Rio de Janeiro, 2001, ISBN 978-85-7106-237-5. |
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* Susanne Gratius: ''Fidel Castro''. München: Diederichs 2005, ISBN 3-7205-2644-5. |
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* Albrecht Hagemann: ''Fidel Castro''. München: Deutscher Taschenbuchverlag, 2003, ISBN 3-423-31057-X. |
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* Jeanette E. Heufelder: ''Fidel. Ein privater Blick auf den Máximo Líder''. Frankfurt/M.: Eichborn, 2004, ISBN 3-8218-3980-5. |
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* Alain Jammar, Juan Vivès, Jacobo Machover: ''Cuba nostra, les secrets d'états de Fidel Castro'', Plon 2005, ISBN 2-259-20115-6. |
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* Thomas M. Leonard: ''Fidel Castro. A biography''. Westport, Conn.: Greenwood, 2004. – ISBN 0-313-32301-1. |
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* [[Marita Lorenz]]: ''Lieber Fidel. Mein, Leben, meine Liebe, mein Verrat''. München: Ullstein 2002, ISBN 3-548-36364-4. |
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* [[Robert Merle]]: ''Moncada. Fidels erste Schlacht''. München: Goldmann, 1988, ISBN 3-442-08957-3. |
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* [[Reinhard Kleist]]: ''Castro'', [[Graphic Novel]], fachliche und inhaltliche Beratung: Volker Skierka, Carlsen Verlag, Hamburg 2010, ISBN 3-551-78965-7 |
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* Frank Niess: ''Fidel Castro.'' Rowohlt Verlag, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-50679-6. |
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* [[Volker Skierka]]: ''Fidel Castro. Eine Biographie''. Reinbek: Rowohlt, 2004, ISBN 3-499-61386-7. |
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* Salomón Susi Sarfati: ''Diccionario de Pensamientos de Fidel Castro'', Editora Política, La Habana, 2008. 497 wichtige Zitate aus Diskursen, Reden und Artikeln Castros seit der Machtübernahme im Jahre 1959 bis Juni 2006 in alphabetischer Reihenfolge |
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* [[Michael Zeuske]]: ''Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert'', Rotpunktverlag Zürich, 2. Auflage (2004), ISBN 3-85869-208-5 |
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* Michael Zeuske unter Mitarbeit von Thomas Neuner: ''Fidel Castro'', in: Nikolaus Werz (Hg.): ''Populisten, Staatsmänner, Revolutionäre. Politiker in Lateinamerika'', Frankfurt a. M. 2010, S. 298-319. |
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* Michael Zeuske: ''Kuba im 21. Jahrhundert. Revolution und Reform auf der Insel der Extreme.'' Rotbuch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-151-6. |
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* Indestructible Amistad y Soldaridad Fraternal Entre Los Pueblos Coreano y Cubano. Visita del camerada Fidel Castro Ruz a la Republica Popular Democratica de Corea, Pyongyang: Ediciones en Lenguas Extranjeras, 1986 |
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== Weblinks == |
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* [http://djmag.com Offizielle Internetpräsenz] (englisch) |
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* [http://djmag.de Offizielle Internetpräsenz der deutschen Ausgabe] (deutsch) |
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* [http://www.olddjmag.com/index.php?year=2008&op=top100dj&top100dj_op=results Top-100-Liste von 1997 bis 2008] (englisch) |
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* ''[http://fidelcastroarchiv.blogspot.com/ Reden und Schriften Fidel Castros]'' |
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== Einzelnachweise == |
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Version vom 10. Oktober 2012, 03:23 Uhr

Fidel Alejandro Castro Ruz [13. August 1926[1] in Birán bei Mayarí, Provinz Oriente) ist ein kubanischer kommunistischer Politiker spanischer Abstammung und war innerhalb verschiedener politischer Funktionen (Regierungschef, Staatspräsident, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Kubas) von 1959 bis 2011 der diktatorische Machthaber Kubas.
] (* offiziellEr war mit der Bewegung des 26. Juli (M-26-7) treibende Kraft der kubanischen Revolution gegen den Diktator Batista 1959 auf Kuba. In den kubanischen und internationalen Medien wird er häufig auch als Máximo Líder (Größter Führer) oder Comandante en Jefe (Oberkommandierender) bezeichnet.
Mit 52 Jahren Herrschaft war Castro der am längsten regierende Herrscher des 20. Jahrhunderts.
Leben
Jugend und Familie
Fidel Castro wurde am 13. August 1927, also ein Jahr später als es offizielle Biografien ausweisen, als uneheliches Kind des Zuckerrohrplantagenbesitzers Ángel Castro Argiz und dessen Hausköchin Lina Ruz González geboren. Sein Vater war spanischer Emigrant aus dem galicischen Dorf San Pedro de Láncara. Dieser kam als Soldat der spanischen Kolonialarmee nach Kuba. Castros Mutter war die Tochter eines Bauern aus der kubanischen Provinz Pinar del Río, der bei Castros Vater angestellt war. Der Vorname Fidel kommt von einem Freund von Castros Vaters Ángel, Fidel Pino Santos.[2] Castro hat neben den Brüdern Raúl und Ramón noch die Schwestern Ángela María („Angelita“), Emma, Juana („Juanita“) und Agustina, zwei Halbgeschwister aus erster Ehe des Vaters (Pedro Emilio und Lidia Castro Argota) und mindestens einen weiteren Halbbruder aus einer außerehelichen Beziehung seines Vaters.
Die erste offizielle Urkunde ist eine Taufurkunde aus dem Jahr 1935, die auf den Namen „Fidel Hipólito Ruz González“ ausgestellt ist. Darin trägt er beide Nachnamen der Mutter und wird als uneheliches Kind ausgewiesen. Nach der Scheidung seines Vaters 1941 ließ dieser gegen Bestechung eine neue Taufbescheinigung für Fidel ausstellen. Sie lautete nun auf den Namen „Fidel Ángel Castro Ruz“ Das Geburtsdatum wurde auf den 13. August 1926 vordatiert, um Fidel den Besuch des Jesuitenkollegs in Havanna zu ermöglichen, wofür er eigentlich zu jung war. Das letzte Taufzeugnis wurde im Dezember 1943, nach der Heirat von Vater Ángel mit Mutter Lina ausgestellt, welches nun auf den noch heute gültigen Namen „Fidel Alejandro Castro Ruz“.[3]

Castro wurde von seiner Mutter katholisch erzogen. Trotz des Reichtums der Familie (Vater Ángel hatte ein Hotel, eine Telegrafenstation, eine Metzgerei und Bäckerei, mehrere Handwerksbetriebe sowie eine kleine Schule eingerichtet) kam er häufig mit der armen Landbevölkerung in Kontakt. Er besuchte erst eine kleine Dorfschule in Mayarí, später kam er auf das von den Marianern geleitete Colegio La Salle in Santiago de Cuba.[4] Er wohnte zu dieser Zeit bei der Familie des haitianischen Konsuls Luis Hibbert, einem Geschäftspartner des Vaters. Da Fidel ein uneheliches und (zunächst) nicht getauftes Kind war, wurde er von seinen Mitschülern häufig gehänselt. Die Taufe erfolgte erst im Januar 1935 auf den Namen Fidel Hipólito Ruz González.[5] Der zweite Vorname Hipólito stammt von seinem Paten, Luis (Hipólito Alcides) Hibbert. Der Nachname seines Vaters, Castro, tauchte in der Taufurkunde nicht auf, da dieser seine Kinder mit Lina Ruz González erst nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau und seiner anschließenden Heirat mit Lina Ruz im April 1943 formal anerkannte. 1943 erhielt Castro dann seinen endgültigen Namen Fidel Alejandro Castro Ruz.[2] Vom Colegio La Salle wechselte er in Santiago auf die jesuitische Schule Colegio Dolores und später auf das ebenfalls jesuitisch geführte Colegio Belén in Havanna.[6] Auch seine Geschwister wurden auf katholischen Schulen erzogen.
Im Widerspruch zur ausgeprägten katholischen Familientradition wandte sich Castro nach seinem Aufstieg zum Regierungschef zunehmend gegen die Kirche, deren Einfluss auf die kubanische Gesellschaft er auf vielfältige Weise zurückdrängte. 1960–1961 kam es angesichts der schrittweisen Hinwendung der Revolutionsregierung zum von der Kirche abgelehnten Kommunismus zum offenen Konflikt: Castro lehnte die Religion gemäß der von ihm nun offen vertretenen marxistisch-leninistischen Ideologie schließlich komplett ab und ließ ihre Vertreter und Anhänger verfolgen und ausgrenzen sowie kirchliches Eigentum weitgehend verstaatlichen. Entgegen seit 1962 oft wiederholten Berichten[7] wurde Castro jedoch niemals explizit exkommuniziert: Der von Papst Pius XII. 1949 in einem Dekret verfügte automatische Kirchenausschluss für erklärte Kommunisten wurde von Papst Johannes XXIII. nicht vollzogen.[8] Castro selbst bezeichnet sich als Atheist, beruft sich aber hin und wieder auf die Bibel und das Christentum. Ein hohes Regierungsmitglied hat ihn folgendermaßen charakterisiert: „Fidel ist als erstes Revolutionär, als zweites Jesuit und erst dann Marxist.“[4] 1996 erhielt Castro eine viel beachtete Privataudienz bei Papst Johannes Paul II., den er 1998 zu einem offiziellen Besuch in Kuba empfing. Aus Anlass eines Treffens mit Papst Benedikt XVI. während dessen Kuba-Besuchs im März 2012 ließ er verlauten, dass er schon seit den 1960er Jahren der Meinung sei, dass Marxisten und Kirche zusammenarbeiten müssten.[9] Seit einiger Zeit sieht er sich verstärkt als Globalisierungskritiker und Sprecher für die Interessen der Dritten Welt.
Sein ältester Sohn Fidel Castro Díaz-Balart (* 1949), genannt Fidelito – Kleiner Fidel, der aus der Ehe mit seiner ersten Frau Mirta Díaz-Balart Gutiérrez stammt, ist promovierter Atomphysiker und bekleidete in der Vergangenheit verschiedene öffentliche Funktionen im Wissenschaftsbereich.[10] Aus der zweiten Ehe mit Dalia Soto del Valle gingen fünf Söhne hervor, von denen allein Antonio Castro Soto als langjähriger Vizepräsident des kubanischen Baseball-Verbandes und dritter Vizepräsident des Baseball-Weltverbands in der Öffentlichkeit steht.[11] Ergebnis der Liaison mit Natalia (Naty) Revuelta ist die uneheliche Tochter Alina Fernández Revuelta (*1956), die 1993 über Spanien in die USA floh und als eine der schärfsten Kritikerinnen ihres Vaters gilt.[12] Entgegen eines späteren Gerüchts spielte Fidel Castro selbst niemals mit professioneller Spielstärke Baseball.[13]
Studium und erste politische Betätigung
1945 begann er ein Jura-Studium an der Universität von Havanna. Hier fiel er durch politisches Engagement auf. Castro gehörte dort zu einer Gruppe von Studenten, die als Los muchachos de gatillo alegre bekannt waren.[14] Castro wurde Vorsitzender der Vereinigung der Jurastudenten, gründete einen Studentenausschuss gegen Rassendiskriminierung und schloss sich 1947 der Orthodoxen Partei von Eduardo Chibás an, die gegen die korrupte Regierung von Carlos Prío Socarrás und für eine auf nationale Interessen orientierte Wirtschaftspolitik eintrat.
Seine erste militante Aktion war seine Beteiligung an dem Versuch der Karibischen Legion, mit 3.000 Mann im Jahr 1947 den Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, zu stürzen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, da die Expeditionsschiffe von kubanischen Kriegsschiffen abgefangen wurden. Castro konnte sich einer Verhaftung entziehen, indem er zusammen mit zwei anderen von Bord sprang und drei Meilen zur Küste schwamm. 1948 heiratete er Mirta Díaz-Balart, Schwester seines damaligen Freundes Rafael Diaz-Balart, eine Philosophiestudentin aus einer ebenfalls wohlhabenden kubanischen Familie; sogar der spätere Diktator Batista schickte ein Hochzeitsgeschenk. 1949 wurde sein erster Sohn, Fidelito, geboren. Die Ehe wurde 1955 auf Castros Wunsch wieder geschieden. Während der kubanischen Revolution wurde die Guerillera Celia Sánchez (1920–1980) seine Lebensgefährtin.
1950 promovierte er zum Doktor des Zivilrechts, Spezialgebiet Diplomaten- und Konsularrecht, und eröffnete in Havanna eine Rechtsanwaltskanzlei, die er bis 1953 führte. Jedoch war er mit dieser Tätigkeit nicht glücklich und auch wenig erfolgreich.[15] Sein Hauptinteresse galt der Politik: Im Juni 1952 beabsichtigte er, mit der Orthodoxen Partei bei den Parlamentswahlen anzutreten. Der Staatsstreich am 10. März, der von General Fulgencio Batista angeführt wurde und die Regierung von Carlos Prío Socarrás absetzte, verhinderte jedoch sein Vorhaben, da die Wahlen abgesagt wurden. Er klagte gegen Batista wegen Verfassungsbruches, seine Anzeige wurde vom Gericht jedoch abgewiesen. Später veröffentlichte er einen Artikel in Son Los Mismos (einer kleinen studentischen Untergrundzeitung, später als El Acusador bekannt) in dem er den Militärputsch von Batista verurteilte.[16]
Angriff auf die Moncada-Kaserne

Aufgrund der gescheiterten Anklage vor dem Obersten Gerichtshof gegen Batista erklärte Castro, dass nach Ausschöpfung aller legalen Mittel nun das in der Verfassung von 1940 enthaltene Widerstandsrecht in Kraft getreten sei, und begann mit den Vorbereitungen eines Angriffs auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba sowie die Kaserne Carlos Manuel de Céspedes in Bayamo. Damit sollte ein Volksaufstand im Osten Kubas ausgelöst werden, um das Batista-Regime zu stürzen.
Am 26. Juli 1953 versammelte Fidel Castro rund 160 Mitstreiter um sich, um die zwei Kasernen zu stürmen. 40 Mann waren für die Kaserne in Bayamo bestimmt, die restlichen 120, darunter Fidel und auch zwei Frauen, sollten sich um die Moncada-Kaserne mit mehr als 1500 Mann Besatzung kümmern. Fünf Studenten lehnten kurz vor dem geplanten Sturm ihren Einsatz aus Furcht ab, sodass Fidels Gruppe nur noch aus 115 Personen bestand.[17][18] Er rechnete damit, dass die Truppen wegen der Karnevalsfeiern müde sein würden. Der Versuch scheiterte, da er miserabel vorbereitet und durchgeführt wurde. Acht Angreifer und 13 Soldaten wurden getötet. Durch blutige, teilweise in aller Öffentlichkeit durchgeführte Racheaktionen durch Batista-Militärs und Geheimpolizei wurde die Aktion jedoch landesweit bekannt. Der Erzbischof von Santiago, ein Freund der Castro-Familie, forderte das sofortige Ende der Mordaktionen. Möglicherweise rettete dieser öffentliche Meinungsumschwung Castro das Leben, denn als er wenige Tage später von einer Militärpatrouille aufgespürt wurde, verhinderte der anführende Feldwebel eine Lynchaktion seiner Soldaten. Castro wurde festgenommen und der Justiz überstellt.[19]
Am 16. Oktober 1953 fand die Gerichtsverhandlung in Santiago de Cuba statt. In seiner Verteidigungsrede sprach Castro seinen berühmt gewordenen Satz: „Die Geschichte wird mich freisprechen!“ („La historia me absolverá!“). Castro wurde zu 15 Jahren Zuchthaus auf der Isla de Pinos verurteilt. Unter liberalen Haftbedingungen - sein Schwager Rafael Díaz-Balart war inzwischen stellvertretender Innenminister - hielt er weiterhin Kontakt zu seinen politischen Freunden und seiner Familie und bildete sich zusammen mit seinen Mitgefangenen politisch weiter. Die als politische Gefangene privilegierten Moncada-Kämpfer hatten u. a. freien Zugang zu jeglicher Literatur. Am 15. Mai 1955 kam Castro im Rahmen einer Generalamnestie nach weniger als zwei Jahren frei.[20]

Castro verließ im März 1955 die Orthodoxe Partei und gründete zusammen mit seinen Gefährten noch auf Kuba am 12. Juni 1955 die Bewegung des 26. Juli (M-26-7). Die Strategie war der bewaffnete Kampf durch kleine geheime Zellen im Untergrund, die über das ganze Land verstreut waren.
Exil und Vertreibung Batistas
Da auf Kuba eine militärische Ausbildung und Vorbereitung nicht möglich war, ging eine Gruppe von 82 Kämpfern am 7. Juli 1955 nach Mexiko ins Exil. Unter der Leitung des ehemaligen spanischen Offiziers Alberto Bayo Giroud, der im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik gegen Francisco Franco gekämpft hatte, begann die militärische Ausbildung der Guerilleros. Dort traf er auch auf den Argentinier Ernesto Guevara, später allgemein Che genannt.
Am 25. November 1956 brach Fidel Castro zusammen mit Che Guevara, Camilo Cienfuegos, seinem Bruder Raúl Castro und weiteren 78 Revolutionären von Tuxpan (Mexiko) mit der Yacht Granma nach Kuba auf, wo sie am 2. Dezember 1956 ankamen. Als Comandante en Jefe (Befehlshabender Kommandant) führte Fidel Castro die Guerilla der Rebellenarmee M-26-7 in der Sierra Maestra an.
Nach über zwei Jahren Guerillakampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene Armee flüchtete der Diktator Batista schließlich am 1. Januar 1959 aus Kuba, da die Gewerkschaften und bürgerliche Demokraten sich gegen ihn stellten und die USA nach einem Massaker an Oppositionellen ein Waffenembargo verhängten und militärischen Beistand verweigerten. Trotz dieser Weigerung weiterer Militärhilfe war die CIA bis zum Untergang des Batista-Regimes in Havanna gegen Revolutionsbefürworter und für das alte Regime tätig, besonders in der Festung Havanna.
Nach dem Sieg wurde Castro, der noch vor der Revolution behauptet hatte, er wolle für sich persönlich keine Macht, sondern sich nach dem Sturz des alten Regimes ins Privatleben zurückziehen, de facto der neue Regierungschef Kubas, indem er in öffentlichen Massenversammlungen und Fernsehansprachen die Politik der Revolutionsführung vorgab. Mitte Februar 1959 übernahm er auch formal das Amt des Ministerpräsidenten, nachdem der erst fünf Wochen zuvor von ihm eingesetzte José Miró Cardona zu seinen Gunsten zurückgetreten war, und übergab den Oberbefehl über die Streitkräfte an seinen Bruder Raúl.[21][22]
Castros Rolle beim Aufbau des neuen Kuba

Castro wollte von den USA als vollwertiger Staatsmann akzeptiert werden. Er erhielt aus den Vereinigten Staaten Unterstützung und ihnen galt 1959 auch sein erster Staatsbesuch. Trotz seines Wunsches empfing ihn jedoch Präsident Eisenhower nicht, sondern schickte nur seinen Stellvertreter Nixon. Nach zahlreichen feindlichen Akten beiderseits und insbesondere zahlreichen Versuchen der CIA, ihn zu ermorden, sind die USA aber Castros Hassobjekt Nummer eins, was sich in der Darstellung der Vereinigten Staaten als der gegenwärtige Hauptfeind in den Medien und den auch nach dem Ende des Kalten Krieges immer noch sehr schlechten Beziehungen der beiden Staaten niederschlägt.
Aufgrund seiner sozialen Herkunft und politischen Entwicklung war Castro noch für einige Zeit das Bindeglied zwischen der Revolution und den bürgerlich-liberalen Bewegungen – die er allerdings schnell politisch kaltstellte (s. Huber Matos) –, während sein Bruder Raúl und Che Guevara die Aufnahme von Beziehungen zu den sozialistischen Ländern forcierten. Erst nach einem persönlichen Treffen mit Nikita Chruschtschow am Rand der UNO-Vollversammlung 1960 baute Castro seine Vorbehalte gegenüber der Sowjetunion und der traditionell reformistischen sozialistischen Partei (Partido Socialista Popular, im folgenden PSP) langsam ab. Als Castro sein autoritäres Regime errichtete, fragte er „¿Elecciones, para qué?“, d.h. „Wozu Wahlen?“ (Raffy, 2003; Coltman, 2003).
Während Castro, Guevara und andere auf die besondere Rolle Kubas in der revolutionären und sozialistischen Bewegung und unter den nichtpaktgebundenen Staaten Wert legten, wollten die Altkommunisten um Blas Roca und Aníbal Escalante die neue Partei und Kuba auf die führende Rolle der Sowjetunion einschwören. Castro setzte sich nach einem Machtkampf im Frühjahr 1962 durch. Das und die Verärgerung Castros und Guevaras über den nicht mit ihnen abgesprochenen Abzug der sowjetischen Raketen zur Beendigung der Kubakrise im Oktober 1962 führten zu angespannten Beziehungen zur UdSSR.
Die Spannungen verschärften sich nach dem Sturz Chruschtschows 1964, durch Che Guevaras Sympathien für den Maoismus und nach einem Versuch von Escalante (in Absprache mit Moskau), Castro zu stürzen (Ende 1967). Castro spielte auf einer Kundgebung Abhörbänder vor; Escalante und seine Anhänger wurden im Januar 1968 verhaftet. Eine neue Phase der engen Anlehnung an das sowjetische Vorbild begann jedoch bereits wenige Monate später, als Castro seine Unterstützung für die Niederschlagung des Prager Frühlings erklärte, die ihn unter linken Intellektuellen damals viel internationale Sympathie kostete. Die von Castro in den 1970er Jahren vorangetriebene Institutionalisierung des Revolutionsstaates (I. Parteitag, Verfassung, Nationalversammlung) folgte klar dem Muster der sowjetisch dominierten Ostblockstaaten.
Internationalismus

Durch den Einfluss Castros verfolgte Kuba eine Politik des Internationalismus. Castro entsandte, gewissermaßen als Gegenleistung für die umfangreiche Entwicklungshilfe der Sowjetunion, in enger Anlehnung an die Außenpolitik des Ostblocks, Truppen zur Unterstützung kommunistischer Regimes und Bürgerkriegsparteien. Die Regierung unterstützte beispielsweise die Sandinisten in Nicaragua, die gegen von den USA unterstützte, rechtsgerichtete Contra-Gruppen kämpften.
Darüber hinaus verfolgte Kuba ein kontinuierliches militärisches und geheimdienstliches Engagement in Zentralafrika, besonders in Äthiopien und Angola. Dort landeten am Vorabend der Unabhängigkeit (1975) kubanische Truppen, um der marxistischen Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA) unter Agostinho Neto zur Macht zu verhelfen und die FNLA und die UNITA zurückzuschlagen (siehe Kubanischer Militäreinsatz in Angola).
Wesentlicher Teil des kubanischen Internationalismus ist auch die Entsendung von Ärzten, Lehrern, Technikern und Konstrukteuren in viele Winkel der Welt. So wurden bisher über 15.000 Ärzte in verschiedene Länder geschickt, um dort humanitäre Hilfe zu leisten. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von kubanischen Ärzten in den Armenvierteln Venezuelas. Bei dem Projekt „Barrio Adentro“ (dt. etwa: hinein ins Armenviertel) bezogen Ärzte aus Kuba Quartiere in den Barrios, um den Menschen eine grundlegende medizinische Versorgung zu bieten und so die bolivarianische Revolution in Venezuela zu unterstützen. Als Gegenleistung liefert Venezuela Öl weit unter Weltmarktpreis nach Kuba.
Nach 1989
Castro stand Michail Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika ablehnend gegenüber. Er nahm das mit den Reformen verbundene Risiko eines Auseinanderbrechens des Moskauer Machtbereichs für das eigene politische Überleben sehr ernst und verteidigte die von ihm errichtete marxistisch-leninistische Ordnung des kubanischen Staates gegen die im In- und Ausland vorherrschenden Rufe nach wirtschaftlicher und politischer Öffnung.
Für Kubas Wirtschaft spielte der Handel mit Ländern des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) eine große Rolle. Als ab 1989 der RGW wegen Systemwechsels in den meisten Mitgliedsländern ausfiel, stürzte Kuba in eine wirtschaftliche Krise, die Fidel Castro zwang, Wirtschaftsreformen durchzuführen. Dazu zählten die Legalisierung des Dollarbesitzes sowie die Zulassung selbstständiger Arbeit und freier Bauernmärkte, begleitet von einer Öffnung des Landes für Tourismus und Auslandsinvestitionen. Diese Zeit wird Periodo Especial en Tiempo de Paz (Sonderperiode in Friedenszeiten), kurz Periodo Especial genannt.
Inzwischen hat sich die Versorgungslage, trotz einiger immer noch bestehender Engpässe, gebessert. Das politische System wurde allerdings nicht reformiert.
Politische Ämter und schrittweiser Abtritt ab 2006
Castro hatte das Amt des Staatspräsidenten, des Staatsratsvorsitzenden sowie des Ministerratsvorsitzenden gleichzeitig inne. Als Präsident hielt er zugleich den Rang eines Comandante en Jefe (Oberkommandierender) der kubanischen Armee. Ferner war er bis 2011 Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas.
Am 1. August 2006 gab Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung seine Funktionen als Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Präsident von Staatsrat und Regierung vorläufig an seinen jüngeren Bruder Raúl ab.[23] Am Vorabend hatte Castros Privatsekretär Carlos Valenciaga einen persönlichen Brief des Präsidenten im Fernsehen verlesen: „[…] aufgrund der Arbeit Tag und Nacht ohne genügend Schlaf kam es zu extremem Stress und in der Folge zu Darmblutungen. Deshalb musste ich mich einem komplizierten, chirurgischen Eingriff unterziehen.“
Am 17. Dezember 2007, etwa einen Monat vor den Parlamentswahlen, deutete Fidel Castro in einem Brief an, dass er sich von seinen Führungsämtern zurückziehen wolle.[24] Seinen endgültigen Verzicht auf die erneute Kandidatur zum Staatspräsidenten und Oberkommandierenden verkündete er in einer von der Parteizeitung Granma am 19. Februar 2008 veröffentlichten Mitteilung.[25][26] Am 24. Februar wählte das Parlament seinen Bruder Raúl als seinen Nachfolger.[27]
Im Vorfeld des VI. Parteikongresses der Kommunistischen Partei im April 2011 sagte Fidel Castro, dass er eigentlich schon seit 2006 auch seinen Posten als deren Generalsekretär nicht mehr ausübe.[28] Am 19. April 2011 trat er das Amt auch offiziell an seinen Bruder ab.[29]
Seit Bildung des Parlaments Asamblea Nacional del Poder Popular 1976 ist Fidel Castro Abgeordneter für den Wahlbezirk Santiago de Cuba. Zuletzt ließ er sich 2008 für die laufende VII. Legislaturperiode wiederwählen. Der Parlamentssitz ist sein letztes verbliebenes offizielles Mandat. Nach über vierjähriger Abwesenheit ließ er im August 2010 eine Sondersitzung einberufen, um die Abgeordneten und die Nation in einer Rede vor den Gefahren eines bevorstehenden internationalen Atomkrieges zu warnen.[30]
Attentate/Sturzpläne
Seit dem Amtsantritt Castros hat es zahlreiche Mordanschläge und Pläne seines Sturzes gegeben; siehe hierzu insbesondere die Operation Mongoose der US-amerikanischen Regierung und der CIA. Fabian Escalante, ehemaliger kubanischer Geheimdienstchef, der lange Zeit für Castros Sicherheit zuständig war, gab an, insgesamt 638 Attentate gezählt zu haben, die meisten davon geplant oder unterstützt von der CIA und ausgeführt von Exilkubanern oder US-amerikanischen Mafiosi.[31] Die CIA selbst gab bisher acht eigene Mordversuche zu.[32] Tatsächlich gab es wohl um die 30 Attentatsversuche, die Castro, auch dank des effizienten Geheimdienstes, unbeschadet überstand.[33] Aufgrund der Anzahl an Attentatsversuchen soll Castro nach Angaben der regierungsnahen kubanischen Internetseite Cubadebate[34] als diejenige Person, auf die die weltweit meisten Attentatsversuche verübt wurden, in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen werden.[35] Derzeit ist auf der dortigen Online-Repräsentanz nur ein Eintrag als „längstdienender Staatsmann der Welt“ zu finden.[36]
Die Palette der eingesetzten Mittel reichte von Gift in Zigarren oder Essen über Haarausfall bewirkende Chemikalien oder LSD bis zu Schusswaffen oder Bomben.[37][38][39] Die CIA arbeitete bei den Attentatsplanungen auch mit den beiden Mafia-Größen Momo Salvatore Giancana und Santos Trafficante zusammen, die zu den meistgesuchten Kriminellen der USA gehörten.[40]
Auch die von den USA gegen Kuba verhängten Wirtschaftssanktionen waren dem Sturz Fidel Castros gewidmet. Robert Torricelli, Initiator des Torricelli Act, erklärte 1992, das Ziel der Sanktionen sei die Lahmlegung der kubanischen Ökonomie in einem Ausmaß, das innerhalb weniger Wochen zum Sturz des kubanischen Präsidenten Fidel Castro führen sollte.[41] US-Außenminister Colin Powell legte am 1. Mai 2004 einen 500-seitigen Bericht der „Beratungskommission für ein freies Kuba“ vor, in welchem innerhalb von sechs Monaten unter Mitarbeit des kubanischstämmigen US-Wohnungsbauministers Mel Martínez „Maßnahmen für einen schnellen Regimewechsel“ auf Kuba erarbeitet wurden.[42]
Erkrankung, Auftritte seit Rückzug aus der aktiven Politik

Mitte 2006 erlitt Fidel Castro eine Darmblutung, woraufhin er sich einer komplizierten Operation unterziehen musste und in Folge dessen er, zunächst nur „vorläufig“, Anfang 2008 dann endgültig, von seinen politischen Ämtern zurücktrat. Er trifft sich jedoch noch gelegentlich mit hohen Besuchern, die nach Kuba reisen, zu privaten Gesprächen. Darunter waren bis 2012 bereits mehrere amtierende und ehemalige Staatspräsidenten (zum Beispiel Dmitri Medwedew, Mahmud Ahmadinedschad und Jimmy Carter) sowie Papst Benedikt XVI.
Sein politischer Einfluss auf die aktuelle Politik ist umstritten. Offiziell berät er nur seinen Bruder Raúl, den neuen Staatschef, jedoch meinen viele Beobachter, dass wirkliche Reformen in Kuba erst nach dem Tod Fidel Castros verwirklicht werden können, da er weiterhin darauf achte, dass sein Weg der Revolution nicht verlassen wird.[43] Außerdem verfasste Castro zwischen März 2007 und Juni 2012 zahlreiche Kolumnen unter der Rubrik Überlegungen des Genossen Fidel (bis Februar 2008 zunächst: Überlegungen des Oberkommandierenden Fidel), die in der Parteizeitung Granma und den meisten anderen Medien des Landes veröffentlicht wurden.[44][45]
Nachdem Fidel Castro im Amt seit 1959 insgesamt zehn US-Präsidenten erlebt hatte, erklärte er im Januar 2009, dass er das Ende der Amtszeit des neu gewählten Präsidenten Barack Obama, „sein“ nunmehr elfter Präsident, bis zum Jahre 2013 wahrscheinlich nicht mehr erleben werde.[46][47] Im weiteren Verlauf des Jahres wirkte Castro jedoch auf den veröffentlichten Fotos zunehmend gesünder,[48] war Ende August 2009 erstmals seit langer Zeit wieder im Fernsehen zu sehen[49] und am 7. Juli 2010 zeigte er sich bei einem Besuch des Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNIC) erstmals seit seiner Erkrankung wieder in der Öffentlichkeit,[50] wo er sich zunächst ausschließlich zu außenpolitischen Themen äußerte und unter anderem vor einem Atomkrieg in Folge eines US-Angriffs auf den Iran oder des Koreakonflikts warnte. Außerdem erklärte er, dass er inzwischen wieder vollkommen genesen sei.
Seit dieser Zeit sind auch wieder verstärkte Einmischungen in innenpolitische Themen zu beobachten. Einige Experten sehen darin einen Grund für die schleppenden Reformen seines Bruders Raúl im Amt des Staatsoberhaupts. Der wahre Einfluss Fidels auf die Politik seines Bruders ist jedoch schwer einzuschätzen.[51] Der Historiker Michael Zeuske glaubt, dass der Rücktritt Fidel es erlaube, seinen Mythos nicht zu beschädigen. Die notwendigen und für die Bevölkerung zum Teil schmerzhaften Reformen müsse nicht er, sondern sein Bruder Raúl verantworten. Fidel dagegen wird schon heute bei vielen Kubanern als derjenige angesehen, „bei dem noch alles besser war“.[52]
Im September 2010 hielt Castro seine letzten öffentliche Reden vor jeweils mehreren Tausend Zuhörern: zunächst an die kubanischen Studenten gerichtet auf der Freitreppe der Universität Havanna, wenige Wochen später zum 50. Jahrestag der „Komitees zur Verteidigung der Revolution“ vor dem Revolutionsmuseum.[53][54][55]
Besonderes Aufsehen erregte Castro im selben Monat durch Aussagen, die er gegenüber dem US-Journalisten Jeffrey Goldberg machte, der ihn über mehrere Tage für ein Interview begleiten durfte. So rief er den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad auf, dessen antisemitische Ideologie zu beenden und das Existenzrecht Israels anzuerkennen.[56][57] Des Weiteren meinte er auf die Frage, ob das „kubanische Modell“ immer noch wert sei, exportiert zu werden: „Das kubanische Modell funktioniert selbst bei uns nicht mehr“.[58][59] Nach der Veröffentlichung relativierte Castro seine Aussagen, er habe sie ironisch gemeint, was die ebenfalls beim Gespräch anwesende US-amerikanische Lateinamerikaexpertin Julia Sweig bestritt.[60] Beobachtern zufolge könnte Castro die eingeleiteten Wirtschaftsreformen seines Bruders Raúl gegen Widerstände in den eigenen Reihen in Schutz nehmen wollen.[61] Die Revolution selbst wollte er aber nicht in Frage stellen, so Sweig.[59]
Kritik
Menschenrechtsverletzungen
In den ersten Jahren von Castros Herrschaft wurden zahlreiche, nach US-amerikanischen Studien einige tausend, politische Gegner inhaftiert und hingerichtet.[62] Gegner Castros wurden als „Gegenrevolutionäre“, „Faschisten“ oder „CIA-Agenten“ bezeichnet und ohne Gerichtsverfahren und unter äußerst erbärmlichen Bedingungen inhaftiert.[63] 1965 wurden unter dem Namen „Militärische Einheiten zur Unterstützung der Produktion“ Arbeitslager eingerichtet, die Che Guevara wie folgt begründete: Sie sind für „Menschen, welche Verbrechen gegen die revolutionäre Moral begangen haben“. Später wurden darin auch Kubaner inhaftiert, die nach Castros Definition als „Soziale Abweichler“, einschließlich Homosexueller und HIV-Infizierter, galten, um so „konterrevolutionäre“ Einflüsse aus Teilen der Bevölkerung auszumerzen.[64] Die Soziologie-Professorin Marifeli Pérez Stable, die 1960 als Kind aus Kuba kommend in die USA einwanderte und als junge Frau die Revolution unterstützte, reflektiert über die Kosten des Umsturzes: „[Es gab] Tausende Exekutionen, vierzig-, fünfzigtausend politische Gefangene. Die Behandlung politischer Gefangener, mit dem was wir heute über Menschenrechte und Menschenrechte betreffende internationale Normen wissen … ist es legitim die Frage nach möglichen Menschenrechtsverletzungen in Kuba zu stellen.“[65] Castro gesteht zwar ein, dass Kuba politische Gefangene halte, meint aber, dass dies gerechtfertigt sei, da sie nicht wegen ihrer Ansichten, sondern aufgrund „konterrevolutionärer Verbrechen“ einschließlich Bombenlegung inhaftiert seien.[66]
Fidel Castro beschreibt die kubanische Opposition als illegitimes Ergebnis einer fortschreitenden Konspiration, aufgezogen von Exilkubanern mit Verbindungen zu den USA oder der CIA, was faktisch teilweise auch belegt ist (Siehe Attentate/Sturzpläne). Castros Unterstützer behaupten, seine Maßnahmen seien legitim, um den Sturz der kubanischen Regierung zu verhindern, während seine Gegner, die kubanische Opposition in den USA und die USA selbst, hinter dieser Darstellung eine bloße Schuldzuweisung sehen, um seine bestehende politische Macht zu rechtfertigen.
Amnesty International zählte im Jahresbericht 2006 insgesamt 71 gewaltlose politische Gefangene (prisoners of conscience). Außerdem waren 30 Gefangene zum Tode verurteilt, wobei seit 2003 keine Exekution mehr vollstreckt wurde.[67] Die antikommunistische Internationale Gesellschaft für Menschenrechte berichtet sogar von 300 namentlich bekannten politischen Gefangenen. Sie hat ein Patenschaftsprogramm deutscher Abgeordneter für die Inhaftierten aufgelegt.[68] Unter der Präsidentschaft von Fidel Castros Bruder Raúl wurden die von Amnesty International anerkannten, sowie weitere politische Häftlinge bis März 2011 entlassen und sämtliche bestehenden Todesurteile bis Ende 2010 in Haftstrafen umgewandelt.[69][70]
Personenkult
Von der Staatsführung wurde um Castro ein Personenkult errichtet, der sich neben einer ständigen Medienpräsenz vor allem durch die allgegenwärtige Darstellung auf Postern, Plakaten, Bildern und einigen Briefmarken auszeichnet, häufig in Kombination mit Nationalsymbolen und eingängigen Parolen. Häufig wird Castro zusammen mit bekannten historischen Persönlichkeiten abgebildet (insbesondere mit Che Guevara und anderen kubanischen Revolutionären), deren politisches Erbe er für sich beansprucht.
Auch Kinder müssen sich von klein auf mit Castro, seinen Reden und Taten beschäftigen. In den Schulen werden Lieder und Gedichte zum Lob des Máximo Líder – auf Deutsch etwa: größter, höchster Führer – gelernt, während ältere Schüler im Unterricht seine Reden oder politischen Schriften studieren.
Castro lässt es nicht zu, dass sein Privatleben in den Medien thematisiert wird. Er selbst bestreitet, dass es auf Kuba einen Personenkult gebe, und versucht in Reden und Fernsehinterviews ein bürgernahes und bescheidenes Bild seiner Person zu vermitteln.
Castro ist berühmt für seine nicht selten mehrstündigen Reden, die er früher oft anlässlich von Massenveranstaltungen hielt. Öffentlich trat Castro gewöhnlich in Uniform auf. Seit seiner Erkrankung 2006 lässt er sich dagegen häufig als Rekonvaleszent und Privatmann im Trainingsanzug fotografieren.
Im Mai 2002 wurde die Peter-Müller-Straße in Windhoek, Namibia, in Fidel-Castro-Straße umbenannt [71].
Werke Fidel Castros in deutscher Übersetzung
- Die Geschichte wird mich freisprechen. Rotbuch Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-86789-061-8
- Briefe 1953 − 1955. Offizin Andersen Nexö Leipzig, 1984.
- Fanal Kuba. Reden und Schriften 1960 – 1962. Dietz Verlag Berlin 1963.
- Ausgewählte Reden zur internationalen Politik 1965 − 1976. Rotpunktverlag, Zürich 1976. ISBN 3-85869-001-5
- Über Che Guevara. 1. Auflage: Voltaire Verlag, Berlin 1967.
- Unsere Stärke liegt in der Einheit. Besuche in der DDR, der UdSSR und in Chile. Dietz Verlag Berlin 1973.
- Kampf und Tod Salvador Allendes. Pahl-Rugenstein, Köln 1974. ISBN 3-7609-0145-X
- Ausgewählte Reden. Dietz Verlag Berlin 1976.
- Rede vor dem XIII. Gewerkschaftskongreß. (in: Das Argument, Nr. 85/1974)
- Castro: „Wir haben viele Kopfschmerzen“. (in: Der Spiegel, Nr. 26/1977)
- Rede des Oberkommandierenden Fidel Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, Vorsitzender des Staatsrates und des Ministerrates der Republik Kuba und Präsident der Bewegung der Nichtpaktgebundenen Staaten, vor der XXXIV. Vollversammlung der Vereinten Nationen. New York, 12. Oktober 1979, im 20. Jahr des Sieges. Verlag Zeit im Bild, Dresden 1979.
- Grußadresse des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas [an den X. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands]. (in: Protokoll der Verhandlungen des X. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Band I. Dietz Verlag Berlin 1981)
- Rede auf der 68. interparlamentarischen Konferenz. Havanna, 15. September 1981. Dietz Verlag Berlin 1981.
- Kuba verteidigt entschlossen seine Revolution. Rede anläßlich des 30. Jahrestages des Sturms auf die Moncadakaserne Santiago de Cuba, 26. Juli 1983. Dietz Verlag Berlin 1983.
- Wenn wir überleben wollen. Die ökonomische und soziale Krise der Welt. Weltkreis-Verlag, Dortmund 1984. ISBN 3-88142-308-7
- Interview für die mexikanische Zeitung „Excelsior“, 21. März 1985. Dietz Verlag Berlin 1985.
- „Die höchste Form der Demokratie ist Kommunismus“. Im Gespräch Tomás Borge und Fidel Castro. Über die Folgen des Zusammenbruchs des Sozialismus in Europa, den Widerspruch zwischen Nord und Süd und wirkliche Volksherrschaft. (in: junge Welt, 5./6. Mai 2012)
- „Morgen wird es zu spät sein für das, was wir schon lange getan haben müßten“. Dokumentiert: Rede des kubanischen Präsidenten Fidel Castro bei der UN-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro, 12. Juni 1992. (in: junge Welt, 20. Juni 2012)
- „Die USA haben mich zu einem Mythos gemacht“ (in: junge Welt, 26. Juli 2000)
- Mein Leben. Rotbuch Verlag, Berlin 2008. ISBN 3-86789-038-2
- Reflexionen. Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2008. ISBN 978-3-939828-32-7
- Der strategische Sieg. Erinnerungen an die Revolution. Verlag Neues Leben, Berlin 2012. ISBN 978-3-355-01800-5
Filmische Rezeption
- Richard Fleischer: Che! USA 1969, mit Jack Palance in der Rolle von Fidel Castro.
- Oliver Stone: Comandante. Optimum Home Entertainment, London 2002, Dokumentation
- Oliver Stone: Looking For Fidel. 2003, Dokumentation
- David Attwood: Fidel & Che. USA 2002, 123 Min., Drama/Biografie
- Daniel Leconte: Fidel Castro – Der Weg zur Macht. Frankreich 2004, Dokumentation Infos zum Film Rezension
- Adriana Bosch: Fidel Castro: Eine Ära geht zu Ende. USA 2006, 108 Min., Dokumentation
- Dollan Cannell: 638 Ways to Kill Castro Channel 4, 75 Minuten
Literatur
- Fritz René Allemann: Fidel Castro. Die Revolution der Bärte, Rütten & Löning, Hamburg, 1961.
- Nicole Bayer, Nicole König, Christian Mantsch, Bernd Niebling: Maximo Lider - Fidel Castro. Eine objektive Personalbibliographie selbständiger und unselbständiger Literatur in englischer, spanischer und deutscher Sprache von 1957 bis 2004. München, 2004. Volltext online
- Frei Betto: Nachtgespräche mit Fidel. Berlin: Union-Verlag, 1988, ISBN 3-372-00220-2.
- Peter G. Bourne: Fidel Castro. Der „Maximo Lider“ der kubanischen Revolution. München: Heyne, 1990, ISBN 3-453-04257-3.
- Hans-Jürgen Burchardt: Fidel Castro: Der alte Mann und das Meer. In: Der Bürger im Staat, Heft 2/2008, ISSN 0007-3121
- Hernando Calvo Ospina: Dissidents ou mercenaires ? Des Etats-Unis à l'Europe pour déstabiliser Cuba, EPO 2000, ISBN 2-87262-135-0.
- Dickey Chapelle: Wie Castro gewann, in: Franklin Mark Osanka (Hg.): Der Krieg aus dem Dunkel. 20 Jahre kommunistische Guerillakämpfe in aller Welt, Köln 1963, S. 433-447.
- Leycester Coltman: Der wahre Fidel Castro. Biographie. Düsseldorf: Artemis & Winkler, 2005, ISBN 3-538-07200-0.
- Abelardo Cuadra: Hombre del Caribe. Memorias presentadas y pasadas en limpio por Sergio Ramírez, 3. Aufl. San José/Costa Rica 1981.
- Anthony Depalma. The Man Who Invented Fidel: Castro, Cuba, and Herbert L. Matthews of The New York Times. PublicAffairs Perseus Publishing New York 2006, ISBN 1-58648-332-3.
- Jorge Edwards: Persona non grata, dt. im Wagenbach-Verlag, 2006, 284 Seiten, ISBN 3-8031-3201-0.
- Alina Fernández Revuelta: Ich, Alina. Mein Leben als Fidel Castros Tochter. Reinbek: Rowohlt, 2000, ISBN 3-499-60941-X.
- Norberto Fuentes: Die Autobiographie des Fidel Castro. München: Beck, 2006, ISBN 3-406-54216-6 und München: dtv 2008, ISBN 978-3-423-34495-1.
- Claudia Furiati: Fidel Castro. Uma biografia consentida. Rio de Janeiro: Editora Revan, Rio de Janeiro, 2001, ISBN 978-85-7106-237-5.
- Susanne Gratius: Fidel Castro. München: Diederichs 2005, ISBN 3-7205-2644-5.
- Albrecht Hagemann: Fidel Castro. München: Deutscher Taschenbuchverlag, 2003, ISBN 3-423-31057-X.
- Jeanette E. Heufelder: Fidel. Ein privater Blick auf den Máximo Líder. Frankfurt/M.: Eichborn, 2004, ISBN 3-8218-3980-5.
- Alain Jammar, Juan Vivès, Jacobo Machover: Cuba nostra, les secrets d'états de Fidel Castro, Plon 2005, ISBN 2-259-20115-6.
- Thomas M. Leonard: Fidel Castro. A biography. Westport, Conn.: Greenwood, 2004. – ISBN 0-313-32301-1.
- Marita Lorenz: Lieber Fidel. Mein, Leben, meine Liebe, mein Verrat. München: Ullstein 2002, ISBN 3-548-36364-4.
- Robert Merle: Moncada. Fidels erste Schlacht. München: Goldmann, 1988, ISBN 3-442-08957-3.
- Reinhard Kleist: Castro, Graphic Novel, fachliche und inhaltliche Beratung: Volker Skierka, Carlsen Verlag, Hamburg 2010, ISBN 3-551-78965-7
- Frank Niess: Fidel Castro. Rowohlt Verlag, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-50679-6.
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- Robert E. Quirk: Fidel Castro. Die Biographie. Berlin: edition q, 2001, ISBN 3-86124-538-8.
- Serge Raffy: Castro, l'infidèle, Fayard 2003, ISBN 2-213-61257-9.
- Enrique Ros. Fidel Castro y El Gatillo Alegre: Sus Años Universitarios (Coleccion Cuba y Sus Jueces) Ediciones Universal Miami 2003 ISBN 1-59388-006-5.
- Peter Schenkel Eisenhertz: Kuba unter Castro. Fidel, Che, die Revolution und ich., München: Herbig, 2008, ISBN 978-3-7766-2574-5.
- Volker Skierka: Fidel Castro. Eine Biographie. Reinbek: Rowohlt, 2004, ISBN 3-499-61386-7.
- Paul C. Sondrol Totalitarian and Authoritarian Dictators: A Comparison of Fidel Castro and Alfredo Stroessner Journal of Latin American Studies, Vol. 23, No. 3 (Oct., 1991), pp. 599–620.
- Salomón Susi Sarfati: Diccionario de Pensamientos de Fidel Castro, Editora Política, La Habana, 2008. 497 wichtige Zitate aus Diskursen, Reden und Artikeln Castros seit der Machtübernahme im Jahre 1959 bis Juni 2006 in alphabetischer Reihenfolge
- Hugh Thomas: Castros Cuba, Berlin (Siedler) 1984. ISBN 3-88680-035-0.
- José de Villa und Jürgen Neubauer: Maximo Líder. Fidel Castro: Eine Biografie. Berlin: Econ, 2006, ISBN 978-3-430-30001-8.
- Bernd Wulffen: Eiszeit in den Tropen. Botschafter bei Fidel Castro, Berlin 2006, ISBN 3-86153-406-1.
- Michael Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert, Rotpunktverlag Zürich, 2. Auflage (2004), ISBN 3-85869-208-5
- Michael Zeuske unter Mitarbeit von Thomas Neuner: Fidel Castro, in: Nikolaus Werz (Hg.): Populisten, Staatsmänner, Revolutionäre. Politiker in Lateinamerika, Frankfurt a. M. 2010, S. 298-319.
- Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. Revolution und Reform auf der Insel der Extreme. Rotbuch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-151-6.
- Indestructible Amistad y Soldaridad Fraternal Entre Los Pueblos Coreano y Cubano. Visita del camerada Fidel Castro Ruz a la Republica Popular Democratica de Corea, Pyongyang: Ediciones en Lenguas Extranjeras, 1986
Weblinks
- Literatur von und über Fidel Castro im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Reden und Schriften Fidel Castros
Einzelnachweise
- ↑ Michael Zeuske in Bundeszentrale für politische Bildung: Fidel Castro und die Geschichte Kubas, 8. Januar 2008
- ↑ a b Castro, El Infiel, Elizabeth Burgos
- ↑ Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. Rotbuch Verlag, 2012, S. 86
- ↑ a b Bourne, Fidel Castro, 1988
- ↑ José de Villa und Jürgen Neubauer: Máximo Líder. Fidel Castro. Eine Biographie Seite 24
- ↑ Coltman, Der wahre Fidel Castro, 2005
- ↑ New York Times vom 4. Januar 1962: Vatican Declares Castro Incurred Church's Excommuniction Automatically; Penalty Is Explained, abgefragt am 2. Januar 2010
- ↑ Erzbischof: Johannes XXIII. exkommunizierte Castro nicht in: kathweb Nachrichten vom 28. März 2012, abgerufen am 28. März 2012
- ↑ http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,824420,00.html
- ↑ Cicero – Magazin für politische Kultur
- ↑ IBAF meets with IOC, ISF at Sport Accord Pressemeldung der IBAF vom 6. April 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch)
- ↑ Alina Fernandez Revuelta,. In: Der Spiegel. Nr. 36, 1994 (online).
- ↑ Snopes: Fidel Castro. 2. Januar 2006. Abgerufen am 25. Januar 2012
- ↑ Ros, 2003
- ↑ Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. S. 87
- ↑ http://www.latinamericanstudies.org/cuban-rebels/voices.htm
- ↑ Ignacio Ramonet (2008): Fidel Castro. Mein Leben. Rotbuch Verlag. S. 135 ff.
- ↑ Michael Zeuske: Insel der Extreme, 2. Aufl., S. 167 ff.
- ↑ Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution, S. 91 ff.
- ↑ Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution, S. 117 ff.
- ↑ 1959: Castro sworn in as Cuban PM, BBC On This Day, abgerufen am 2. Juni 2012 (Englisch)
- ↑ Arnaldo M. Fernández: Allard rueda rueda in: EIchikawa.com vom 6. Juli 2010, abgerufen am 2. Juni 2012 (Spanisch)
- ↑ sueddeutsche.de:Der kubanische Patient, 1. August 2006
- ↑ Taz, 18. Dezember 2007
- ↑ SZ Online, 19. Februar 2008
- ↑ Asamblea Nacional: Mensaje del Comandante en Jefe vom 19. Februar 2008
- ↑ http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=99&RID=1
- ↑ Fidel bekräftigt: Bin nicht mehr Parteichef, Der Standard, 22. März 2011
- ↑ Kubas Erneuerung: Auf die Alten folgen die Alten, Spiegel Online vom 19. April 2011
- ↑ Fidel en la Asamblea Nacional (Spanisch) In: Granma vom 7. August 2010, abgerufen am 26. Mai 2011
- ↑ 638 ways to kill Castro The Guardian, 3. August 2006
- ↑ Spiegel-Online/Einestages: Attentate und politische Morde Zugegriffen am 29. Juli 2008
- ↑ Michael Zeuske: Fidel Castro und die Geschichte Kubas (2) in: Bundeszentrale für politische Bildung vom 8. Januar 2008
- ↑ Fidel, la persona que más veces intentaron matar, Cubatebate.cu vom 15. Dezember 2011
- ↑ Eintrag ins Buch der Rekorde: Fidel Castro überlebte 638 Mordanschläge, derstandard.at vom 16. Dezember 2011, abgerufen am 16. Dezember 2011
- ↑ Fidel Castro im Guinnes-Buch der Rekorde, Guinness-Buch der Rekorde, abgerufen am 18. Dezember 2011
- ↑ U.S. Senate Select Committee to Study Governmental Operations with Respect to Intelligence Activities – Alleged Assassination Plots Involving Foreign Leaders, 20. November 1975, S. 71–180, (auch „Church Committee Reports“ genannt)
- ↑ New York Times, 22. November 1964, S. 26
- ↑ M.E. Monroe: Common Courage 1995, Appendix III, S. 453
- ↑ Süddeutsche Zeitung: [1], 27. Juni 2007
- ↑ Cuba-Related Legislation
- ↑ Commission for Assistance for a free Cuba: Report to the President Mai 2004
- ↑ NZZ / Volker Skierka: Kuba wartet auf seine Zukunft vom 9. August 2008
- ↑ Reflexiones del compañero Fidel
- ↑ Matthias Rüb: Fidel Castro: Reflexionen eines Revolutionärs, in: FAZ.net vom 31. Juli 2007, abgerufen am 4. Oktober 2012
- ↑ taz: Fidel skeptisch über seine Gesundheit - Ich bin dann mal weg vom 23. Januar 2009
- ↑ Granma / Fidel Castro: El undécimo presidente de Estados Unidos vom 22. Januar 2009
- ↑ Fidel Castro wirkt auf neuem Foto gesund, Der Standard vom 13. August 2009
- ↑ Fidel Castro wieder am Fernsehen, NZZ vom 25. August 2009
- ↑ Visitó Fidel el CENIC (+ Fotos), in Cubadebate.cu vom 10. Juli 2010
- ↑ Uwe Optenhögel Kuba: Wie der tropische Sozialismus sein eigenes Erbe riskiert, in: Internationale Politik und Gesellschaft 3/2010
- ↑ Michael Zeuske: Kuba im 21. Jahrhundert. S. 91
- ↑ Fidel Castro: Der alte Mann und die Fehler der Vergangenheit, in: Spiegel Online vom 11. September 2010, abgerufen am 4. Oktober 2012
- ↑ Botschaft an die Studenten Kubas , deutsche Übersetzung der Rede vom 3. September 2010 auf der Webseite der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba, abgerufen am 4. Oktober 2012
- ↑ Wir haben das Versprechen jenes unsterblichen Abends erfüllt und Ihr werdet es weiterhin erfüllen!, deutsche Übersetzung der Rede vom 28. September 2010 auf der Webseite der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba, abgerufen am 4. Oktober 2012
- ↑ Jeffrey Goldberg: Fidel to Ahmadinejad: 'Stop Slandering the Jews', The Atlantic vom 7. September 2010
- ↑ Fidel Castro: "Beendet die Diffamierung von Juden", amerika21.de vom 8. September 2010
- ↑ Fidel: "Kubanisches Modell" funktioniert nicht mehr, Der Standard vom 9. September 2010
- ↑ a b Jeffrey Goldberg: Fidel: 'Cuban Model Doesn't Even Work For Us Anymore', The Atlantic vom 8. September 2010
- ↑ Castro dementiert Kritik am Wirtschaftsmodell, Der Standard vom 11. September 2010
- ↑ Castro bricht mit Kubas Wirtschaftssystem, ftd.de vom 9. September 2010
- ↑ Matthew White: Minor Atrocities of the Twentieth Century. Juni 2005, abgerufen am 1. Juni 2006.
- ↑ Ernest Volkman: Our man in Havana. Cuban double agents 1961–1987. In: Espionage: The Greatest Spy Operations of the Twentieth Century. Wiley, New York 1995, ISBN 0-471-16157-8.
- ↑ Jorge Castañeda: Compañero: The Life and Death of Che Guevara. Vintage, New York 1998, ISBN 0-340-56650-7, S. 62.
- ↑ American Experience | Fidel Castro | People & Events | PBS
- ↑ PBS Online NewsHour: Fidel Castro 12 February 1985
- ↑ 2006 Elections to the Human Rights Council - Background information on candidate countries - Cuba. In: Amnesty International. Abgerufen am 31. Dezember 2011 (englisch).
- ↑ Kuba/IGFM-Patenschaftsprogramm: Abgeordnete setzen sich für politische Gefangene ein
- ↑ Kuba: Haft statt Todesstrafe in: ORF.at News vom 29. Dezember 2010, abgerufen am 30. Dezember 2011
- ↑ Amnesty International: Kuba lässt politische Gefangene frei Pressemitteilung vom 23. März 2011, abgerufen am 30. Dezember 2011
- ↑ Allgemeine Zeitung, Windhoek,http://www.az.com.na/lokales/fidel-castro-strae-offiziell-eingeweiht.2772.php
Personendaten | |
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NAME | Castro, Fidel |
ALTERNATIVNAMEN | Castro Ruz, Fidel Alejandro (heutiger offizieller Name); Ruz González, Fidel Hipólito (nach 1. Taufurkunde 1935); Castro Ruz, Fidel Ángel (nach 2. Taufurkunde 1941) |
KURZBESCHREIBUNG | kubanischer Staatspräsident |
GEBURTSDATUM | 13. August 1926 |
GEBURTSORT | Mayarí in der Provinz Oriente, Kuba |
- Fidel Castro
- Politiker (Kuba)
- Politiker (20. Jahrhundert)
- Person der Kubanischen Revolution
- Militärperson (Kuba)
- Präsident (Kuba)
- Held der Sowjetunion
- Träger des Leninordens
- Träger des Order of Merit (Jamaika)
- Person (Geschichte Kubas)
- Globalisierungskritiker
- Militärgeschichte Lateinamerikas
- Kubanische Militärgeschichte
- Träger des Ordens vom Aztekischen Adler (Ausprägung unbekannt)
- Kubaner
- Geboren 1926
- Mann