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Zeittauchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Zeittauchen, auch statisches Apnoetauchen (engl. Static Apnoe), wird beim Sporttauchen, speziell dem Apnoetauchen eine Leistungsdisziplin bezeichnet, bei der es darum geht, mit einem Atemzug möglichst lange unter Wasser zu bleiben.

Gemessen wird die Zeit, in der die Atemöffnungen (Nase und Mund) unter Wasser sind. Dafür ist es nicht erforderlich abzutauchen. Die meisten Apnoisten bevorzugen es, auf der Oberfläche zu liegen und lediglich das Gesicht ins Wasser zu tauchen. Mit einem Sicherheitsmann werden vorher abgesprochene Zeichen ausgetauscht, um eine plötzlich auftretende Ohnmacht wegen Sauerstoffmangels frühzeitig erkennen zu können. Bei Wettkämpfen, die den Standards[1] des internationalen Freitauch-Verbandes AIDA International genügen, wird die zu erwartende Tauchzeit vorher angesagt. Wird diese Zeit unterschritten, werden Strafpunkte auferlegt. Die Durchführung muss dann innerhalb eines Zeitfensters von zehn Sekunden, beginnend mit dem sogenannten „Official Top“ erfolgen. Nachdem Mund oder Nase das Wasser verlassen haben, wird die Zeit gestoppt. Der Athlet muss dann innerhalb von 15 Sekunden ein Oberflächen-Protokoll durchführen. Dieses besteht aus:

  1. Entfernen jeglicher Ausrüstung aus dem Gesicht, z. B. Tauchermaske, Schwimmbrille oder Nasenklammer
  2. Ein OK-Zeichen geben.
  3. Verbale Bestätigung: „I am OK“ oder „I’m OK“. In nationalen Wettkämpfen kann diese Bestätigung auch in einer offiziellen Landessprache gegeben werden, also in Deutschland auch auf Deutsch.

Wird das Oberflächenprotokoll nicht vollständig durchgeführt, wird die Leistung nicht bewertet.

Der Weltrekord der Männer lag bis zum 8. Juni 2009 bei 10:12 Minuten und wurde von dem Deutschen Tom Sietas aufgestellt, seit dem 8. Juni 2009 liegt der neue Weltrekord bei 11:35 Minuten, aufgestellt durch den Franzosen Stéphane Mifsud.[2] Der Weltrekord der Frauen wurde am 29. Juni 2013 in Belgrad von der Russin Natalja Moltschanowa aufgestellt und beträgt 9:02 Minuten.[3]

Eine umstrittene Showvariante ist das Zeittauchen mit 100%ig reinem Sauerstoff. Hierbei hyperventiliert der Taucher vor Beginn der Performance etwa zehn Minuten medizinischen Sauerstoff aus einer Druckluftflasche. Dadurch wird der Auslöser für den Atemreiz, das Kohlendioxid, fast vollständig abgeatmet. Zudem enthält normale Luft nur etwa 21 % Sauerstoff. Die in den Lungen befindliche Atemluft enthält daher fast die fünffache Menge an Sauerstoff. Trotzdem werden nur etwa doppelt so lange Apnoezeiten erreicht. Grund dafür ist der extreme Anstieg des Kohlendioxids und die damit verbundenen Vergiftungserscheinungen (Hyperkapnie). Trotzdem es sich hier um eine Art medizinischen Selbstversuch mit einem hochwirksamen Notfallmedikament (reinen Sauerstoff) handelt und die „Leistung“ vor allem darin besteht, die erkennbaren Vergiftungssymptome auszuhalten und gesundheitliche Schäden in Kauf zu nehmen, werden in Fernsehshows wie z. B. der Guinness-Rekordshow solche Shows mit Tauchzeiten von über 20 Minuten gezeigt.

Einzelnachweise

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  1. AIDA Wettkampfregeln v.12 (Memento vom 29. Juli 2010 im Internet Archive) (PDF; 420 kB)
  2. Stephane Mifsud New Static World Record (englisch)
  3. Offizielle Weltrekorde nach AIDA International (Memento vom 3. Juli 2009 im Internet Archive)