Der Wäller ist eine neue, noch im Aufbau befindliche Hunderasse. Die Zucht begann 1994 unter der Führung von Karin Wimmer-Kieckbusch. Der Name bezieht sich auf den Westerwald, dessen Bewohner im dortigen Dialekt „Wäller“ genannt werden. Sie kreuzte Briard und Australian Shepherd.[1] 1995 wurde der 1. Wäller-Club-Deutschland gegründet.
Besonderen Wert wurde auf Charakter, Gesundheit und Leistung der Hunde gelegt; Schönheit ist in diesem Sinne zweitrangig und wird den anderen Idealen untergeordnet. Obwohl die Anzahl der Zuchttiere noch klein ist, wird „Verwandtschaftszucht“, also Inzucht, vermieden, was zur Folge hat, dass das Aussehen der Rasse stark variiert. Alle erwachsenen Wäller, mit denen gezüchtet werden soll, müssen die Zuchtzulassungsprüfung abgelegt haben, die aus einem Gesundheitstest, Gehorsam und Arbeitsleistung besteht.[1]
Die Rasse hat sich noch nicht vollständig gefestigt, zurzeit wird er bis 60cm groß und bis 30kg schwer. Auch das Fell ist noch sehr unterschiedlich, von kurzhaarig bis zottelhaarig ist alles vertreten, wobei versucht wird, verstärkt diejenigen Hunde, die einen Schnauzbart haben, in der Zucht einzusetzen. Alle Fellfarben sowie Kipp- oder Hängeohren sind erlaubt.[2]
Der Wäller ist ein sportlicher Familienhund, von guter Gesundheit, der sich gut motivieren lässt. Er ist, wie seine Ahnen, ein arbeitsfreudiger Hund, der deshalb auch Beschäftigung, sowohl geistig als auch körperlich, braucht. Er ist von mittlerem Temperament, aber nicht nervös, absolut wesensfest, unerschrocken und sehr tolerant. Fremden gegenüber verhält er sich vorsichtig.
Der Wäller ist vom MDR1-Defekt betroffen.[3] Bis 2011 war keine homozygote Ausprägung des Defekts bei einem Wäller bekannt, dennoch können betroffene Tiere Überempfindlichkeiten entwickeln. Eine weitere erblich bedingte Erkrankung, die beim Wäller (wie auch beim Australian Shepherd) auftritt, ist die Katarakt[3], eine Trübung der Augenlinse, die durch eine Mutation des HSF4-Gens zustande kommt.
12 Der Wäller - ein vitaler Begleit- und Sporthund für aktive Menschen und Familien (Books on Demand, November 2011, ISBN 978-3-8423-8156-8)
↑Beschreibung des Wällers nach Karin Wimmer-Kieckbusch auf den Seiten des 1. Wäller-Club Deutschland e.V.
12Christian Ferdinand Schrey: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze: Differenzialdiagnostischer Leitfaden. (= MemoVet). Schattauer Verlag, 2014, ISBN 9783794530595, S. 408–409.