Wortfront
| Wortfront | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Chanson, Musikkabarett |
| Aktive Jahre | ab 2006 |
| Website | wortfront.de |
| Aktuelle Besetzung | |
| Gesang | |
| Klavier, Gesang, Texte, Komposition | |
Wortfront ist ein deutschsprachiges Bandprojekt der Sängerin Sandra Kreisler und des Liedermachers Roger Stein, das literarische Chansons mit Elementen von Kammermusik, Streichern und Hip-Hop-Sprachflow verbindet. Das Debütalbum Lieder eines Postmodernen Arschlochs erschien 2006 auf dem Plattenlabel Extraplatte.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Musikgruppe Wortfront wurde von Sandra Kreisler, Tochter von Topsy Küppers und Georg Kreisler, und von ihrem Lebenspartner Roger Stein 2006 gegründet.[2] Das Debütalbum Lieder eines Postmodernen Arschlochs wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.[3][4][5]
Ende der 2000er-Jahre trat Wortfront auch in erweiterter Besetzung als Ensemble mit Streichern und Schlagzeug auf.[6] Am 19. Februar 2010 erschien das Album Freilandherz. Darauf spielen die Musiker der Live-Besetzung (Violine, Violoncello, Basscello, Klavier, Schlagzeug); auf elektronische Elemente wurde bewusst verzichtet, um den Live-Klang abzubilden. Als Ziel des Projekts nannte Kreisler, das Chanson ins 21. Jahrhundert zu holen.[7]
2020 präsentierten Kreisler und Stein das Wortfront-Programm Glück. In einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung beschrieben sie ihre Arbeitsweise: Stein entwirft die Lieder, Kreisler kommt in einer späteren Phase als eine Art Lektorin hinzu.[8]
Stil und Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Musik von Wortfront wurde in der Presse als Crossover zwischen literarischem Chanson und Hip-Hop beschrieben.[9] Die Heilbronner Stimme schrieb 2010, die Lieder hätten mit üblichen Hip-Hop-Phrasen nichts zu tun, es seien „intelligente Lieder, die nachdenklich machen und immer wieder überraschen“; stilistisch reichten sie von Tango und Reggae bis zum Chanson.[6]
Deutschlandfunk Kultur nannte 2021 Lieder wie Erst einen Kaffee, Postmodernes Arschloch und Die Klofrau vom Kanzleramt, in denen Wortfront Widrigkeiten und Skurrilitäten des Alltags behandelt.[10] Die HNA bezeichnete 2011 ein Lied über die deutsche Vorliebe für das Grillen als „köstliche, literarisch-philosophische Abhandlung“.[11] Laut dem Belgischen Rundfunk werden Lieder Steins wie Reihenhausgesicht und Die Klofrau vom Kanzleramt häufig von anderen Interpreten gecovert.[12]
Diskografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2006: Lieder eines Postmodernen Arschlochs (Extraplatte) – Preis der deutschen Schallplattenkritik[4][1]
- 2006: Penetrant besinnlich[13]
- 2008: Von vorn mit Anlauf (Broken Silence)[1]
- 2010: Freilandherz[7]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Sandra Kreisler. In: music austria – Musikdatenbank. Abgerufen am 16. Oktober 2026.
- ↑ Sandra Kreisler: Sängerin & Wortakrobatin. In: Ö1 – Gedanken. 27. Juni 2021, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Gesang im Bordell. In: Die Zeit, Nr. 50/2006. Dezember 2006, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- 1 2 Hanns-Seidel-Stiftung: Schweizer gewinnt Nachwuchsförderpreis. In: persoenlich.com. 5. Juli 2012, abgerufen am 9. September 2026.
- ↑ Dieter Ungelenk: Zum Frühstück Hoffnung. In: Neue Presse Coburg. 11. Oktober 2013, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- 1 2 Uwe Deecke: Mit Kampfgeist und Raffinesse. In: Heilbronner Stimme. 29. Januar 2010, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- 1 2 Lisa Erdmann: Interview mit Sandra Kreisler. In: AVIVA-Berlin. 18. Dezember 2009, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Silja Meyer-Zurwelle: Sandra Kreisler und Roger Stein im Interview: „Die Politik hat keine Ahnung, wie die Kulturszene wirklich funktioniert“. In: Schwäbische Zeitung. 31. August 2020, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Antje Sonnleitner: Keine Fußstapfentreterin. In: all-in.de. 2009, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Thomas Klatt: Chansonnière Sandra Kreisler – Meinungsstarke Betrachtungen über das Jüdischsein. In: Deutschlandfunk Kultur. 25. Juni 2021, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Carolina Rehrmann: Der Deutsche und sein(e) Grillen. In: HNA. 2. Mai 2011, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Der Liedermacher Roger Stein zu Gast bei BRF2. In: BRF2. 12. April 2019, abgerufen am 13. Oktober 2026.
- ↑ Wortfront: Penetrant besinnlich. In: kulturwoche.at. 8. Dezember 2006, abgerufen am 13. Oktober 2026.