Wolfram Aust
Wolfram Aust (* 12. August 1932 in Krummhübel, Landkreis Hirschberg, Provinz Niederschlesien; † 6. August 2012 in Kassel) war ein deutscher Augenarzt mit dem Spezialgebiet Orthoptik, Hochschullehrer und Leiter der Augenklinik Kassel.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wolfram Aust war der im Riesengebirge geborene Sohn von Elfriede Aust, geborener Trautmann, und des Philologen und Realschul-Konrektors Josef Aust. Er besuchte die Oberschule für Jungen in Hirschberg/Riesengebirge und musste 1945 als Dreizehnjähriger beim Volkssturm Kriegsdienst leisten. Nach der Vertreibung aus Schlesien ließ sich die Familie Aust in Hilchenbach im Kreis Siegen nieder. Dort machte Aust 1952 am Jung-Stilling-Gymnasium das Abitur. Er begann danach an der Philipps-Universität Marburg und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Studium der Medizin und Zahnmedizin, das er 1957 mit dem Medizinischen Staatsexamen abschloss. Am 22. Juli 1957 folgte die Promotion zum Dr. med.[1] Im Jahr 1960 begann er als wissenschaftlicher Assistent an der Universitäts-Augenklinik Marburg. Dort wurde er Facharzt und habilitierte sich am 1. Juni 1965 im Fach Augenheilkunde und war danach Privatdozent. 1971 wurde er Honorarprofessor der Universität Marburg und anschließend Oberarzt der Augenklinik. Von 1972 bis 1997 war er Chefarzt der Augenklinik am Lehrkrankenhaus Kassel. In diese Zeit fällt die starke Zunahme an Augenoperationen, nicht zuletzt wegen der Anwendung der Laserchirurgie sowie Hornhautverpflanzungen. Sein Fachgebiet war die Orthoptik.
Seit 1970 war Aust Mitglied des Administrative Council of the International Strabimological Association.
Wolfram Aust war evangelisch, ab 1964 verheiratet mir Irmgard Aust, geborener Krueger, und hatte zwei Kinder (Reinhild und Eberhard).
Künstlerisches Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wolfram Aust war auch ein anerkannter Kunstmaler. Klaus Fußmann würdigte die Leistungen seines langjährigen Freundes als Mediziner und als Maler als dem „Prinzip des allgemeinen Genies“ entsprechend und vergleicht ihn mit Carl Gustav Carus.[2]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1968: Hufeland-Preis 1967
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pleoptik und Orthoptik. Eine praktische Anleitung zur konservativen Therapie des Begleitschielens. 1966; 2., neu bearbeitete Auflage. Karger, Basel u. a. 1973, ISBN 3-8055-1576-6 (in englischer Sprache 1970 erschienen).
- Der Nachbildablauf bei der Therapie von Schielamblyopen am Ohm-Romberg’schen Gerät. Habilitationsschrift 1965.
- Prophylaxe und Therapie der Schielschwachsichtigkeit. Basel / New York 1969.
- The conservative management of squint. 1970.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Inge Auerbach: Catalogus professorum academiae Marburgensis: Die akademischen Lehrer der Philipps-Universität in Marburg von 1911 bis 1971 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Band 15, 2). Elwert, Marburg 1979, ISBN 3-7708-0662-X, S. 185.
- Aust, Wolfram. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 32.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Aust, Wolfram. Hessische Biografie. (Stand: 13. April 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ www.laekh.de.
- ↑ Catrin Haufschild: Auf Augenhöhe. In: shz.de. 1. November 2010, abgerufen am 8. Januar 2021.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aust, Wolfram |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 12. August 1932 |
| GEBURTSORT | Krummhübel, Landkreis Hirschberg, Provinz Niederschlesien |
| STERBEDATUM | 6. August 2012 |
| STERBEORT | Kassel |