Zum Inhalt springen

Withego II. von Colditz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Withego II. von Colditz († 26. Juli 1342 tschechisch Vítek z Koldic) war von 1312 bis 1342 Bischof von Meißen.

Withego II. entstammte dem Adelsgeschlecht Colditz, das mit Ulrich I. von Colditz fast gleichzeitig den Naumburger Bischof und mit Thimo von Colditz den Meißener Bischof stellte. Sein Vorname erscheint in zahlreichen Varianten als Witego, Wytigo, Witigo, Witke, Witko oder Wythgo. Sein Vater war Heinrich der Ältere von Colditz auf Wolkenstein, seine Mutter war eine geborene von Leisnig, eine Schwester des vorausgegangenen Bischofs Albrecht III. von Leisnig. Withego II. war zuvor Domherr am Meißner Dom und Propst am Dom St. Marien zu Wurzen. Machatschek stellt fest, dass die Nennung eines Gegenbischofs namens Wilhelm sich als Irrtum des Autors Fabricius erwiesen hat. Als Bischof konnte Withego II. das Gebiet des Stifts weiter ausbauen. 1335 erwarb er die Stadt Nossen und 1336 vom böhmischen König die Herrschaft Liebethal. Mit der Einrichtung des Offizialates, einer Behörde, die für die geistliche Gerichtsbarkeit zuständig war, stärkte er die Position des Bischofs gegenüber dem Domkapitel. Die Sandsteinplatte im Meißner Dom trägt als zentrales Motiv ein großflächiges Familienwappen, die überlieferte Inschrift ist heute nur noch buchstabenweise lesbar.

  • Matthias Donath (Hg.): Die Grabmonumente im Dom zu Meißen. Leipzig 2004, S. 236f.
  • Eduard Machatschek: Geschichte der Bischöfe des Hochstiftes Meissen in chronologischer Reihenfolge (...). Dresden 1884, S. 240–260.
  • Johann Friedrich Ursinus: Die Geschichte der Domkirche zu Meissen: aus ihren Grabmälern historisch und diplomatisch erläutert, nebst einem Prospekte der Domkirche. Verlag Walther 1782, S. 73
VorgängerAmtNachfolger
Albrecht III. von LeisnigBischof von Meißen
1312–1342
Johann I. von Isenburg