Walter Ried
Walter Georg Ried (* 5. März 1920 in Frankfurt am Main; † 2. April 2008 ebenda) war ein deutscher Chemiker. Ab 1973 war er ordentlicher Professor für Medizinische und organische Chemie.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walter Ried, Sohn von Amalie Ried, geborener Leger, und des kaufmännischen Angestellten Karl Ried, besuchte das Kaiser-Friedrich-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte nach dem Abitur (1938) Chemie an der Universität Frankfurt. Ab 1941 war er wissenschaftliche Hilfskraft. Nach der Promotion zum Dr. phil. nat. (1942) in organischer Chemie wurde er Assistent des damaligen Ordinarius Walther Borsche (1877–1950). Da er aufgrund einer Erkrankung kriegsuntauglich war, blieb er während des ganzen Krieges an der Universität, wo er die Auslagerung der Bibliothek und der wertvollen Apparate zum Schutz vor den Luftangriffen auf Frankfurt am Main organisierte. Nach Kriegsende organisierte er mit heimkehrenden Studenten den Wiederaufbau der zerstörten chemischen Institute. Zum Sommersemester 1946 konnte der Lehrbetrieb wieder aufgenommen werden. Im selben Jahr wurde Ried Oberassistent.
Im Jahr 1952 habilitierte Ried sich in Frankfurt und begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent. 1955 wurde er außerplanmäßiger Professor und 1958 Wissenschaftlicher Rat am Institut für Organische Chemie der Universität Frankfurt. 1961 war Ried Gastprofessor an der Universität Istanbul in der Türkei, 1964 in Storrs, Connecticut, in den Vereinigten Staaten von Amerika. 1971/1972 wirkte er als Dekan des Fachbereichs Chemie. Ab 1973 war er ordentlicher Professor. Er war der Johann Wolfgang Goethe-Universität über 60 Jahre lang verbunden. Er betreute etwa 260 Diplomanden, Staatsexamenskandidaten und Doktoranden. Während 108 Semestern war er für das chemische Praktikum von insgesamt 18.396 Studenten der Medizin und Zahnmedizin verantwortlich. Ried hatte bis 1985 über 600 Fachveröffentlichungen vorzuweisen und 50 Patente erhalten. Ried war Mitglied der Akademie Rabanus Maurus, der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der Gesellschaft für Biologische Chemie und der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Er war Ehrenbürger der Johann Wolfgang Goethe-Universität und Träger des Bundesverdienstkreuzes. 1980 hatte er die Verdienstmedaille der Akademie Lodz erhalten.
Walter Ried war katholisch, ab 1953 verheiratet mit Hildegard Ried, geborener Moos, und hatte drei Kinder (Matthias, Sibylle und Walter).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ried, Walter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1005.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Uni-Report Nr. 7, 2002, urn:nbn:de:hebis:30-98291 (PDF)
- F.A.Z.-Ausgaben vom 4. März 2001, 28. Januar 2003, 26. März 2004, 12. April 2008
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Walter Ried im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Beate Meichsner: Als wär’s ein Stück von ihm… In: Forschung Frankfurt. Nr. 1, 2003, S. 68–69 (uni-frankfurt.de [PDF]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ried, Walter |
| ALTERNATIVNAMEN | Ried, Walter Georg (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chemiker |
| GEBURTSDATUM | 5. März 1920 |
| GEBURTSORT | Frankfurt am Main |
| STERBEDATUM | 2. April 2008 |
| STERBEORT | Frankfurt am Main |