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Walter Bernius

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Walter Bernius (* 1915 in Madras, Indien; † 1981 in Lambrecht) war ein deutscher Fabrikant und Gastwirt.

Leben und Wirken

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Walter Bernius wurde 1915 in einem „Internierungscamp Madras[1] in Südindien geboren. Über seine Familie, Ausbildung und die ersten Jahrzehnte seines Lebens ist nichts dokumentiert. Ab 1952 lebte er in der rheinland-pfälzischen Stadt Lambrecht, wo er eine Filzfabrik besaß.[2] Später betrieb er an mehreren Standorten im Elmsteiner Tal weitere Fabriken zur Filzherstellung.[3]

Anfang der 1970er Jahre kaufte Bernius den damals von der Bahn nicht mehr benötigten Lokschuppen im Elmsteiner Ortsteil Appenthal. Nachdem er das renovierte Gebäude kurze Zeit als Produktionsstätte genutzt hatte, betrieb er darin ab 1971 und bis zu seinem Tod das Restaurant „Zum Lokschuppen“, das sich zu einem „Aushängeschild einer gehobenen Gastronomie im Elmsteiner Tal“[4] entwickelte und bis 2011 bestand.[5]

Walter Bernius engagierte sich als Mäzen der „Fördergemeinschaft Romantisches Tal“[4] und setzte sich besonders für die touristische Entwicklung der Gemeinde Elmstein ein. Auf seine Initiative hin entstand am Bahnhof Elmstein eine barrierefreie Freizeitanlage, die seinen Namen trägt und Ausstattungselemente wie ein Kneipp-Becken, Felder für Freilandschach, Minigolfbahnen und eine Pit-Pat-Bahn umfasst.[6]

Zudem setzte sich Bernius dafür ein, auf dem Kuckucksbähnel, das 1960 seinen Personenverkehr und anderthalb Jahrzehnte später seinen Güterverkehr eingebüßt hatte, einen Museumsbahn-Betrieb einzurichten. Es gelang ihm, dass es nicht – wie andernorts – zu einem Rückbau der alten Gleise kam.[3] Von einer Spezialfirma ließ er auf eigene Kosten die alten Gleisanlagen neben seinem Restaurant so aufbereiten, dass dort eine Lok und Eisenbahnwagen auf einem Nebengleis abgestellt werden konnten.[7] Die Eröffnung der Museumsbahn Kuckucksbähnel im Jahr 1984 erlebte er jedoch nicht mehr.

Walter Bernius starb 1981 in Lambrecht.

Ehrungen und Auszeichnungen

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Hinweistafel bei der Walter-Bernius-Anlage in Elmstein

Am 15. Mai 1975 wurde er aufgrund seines großen Engagements für die Gemeinde zum Ehrenbürger von Elmstein ernannt.[8]

Ende 1980 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.[9]

Nach ihm wurde die Walter-Bernius-Anlage am Bahnhof Elmstein benannt, die auf seine Anregung zurückgeht.[6]

Im Süden von Appenthal wurde die Straße der früheren Künstlerkolonie, die 1969 auf seine Initiative entstanden war, zwischenzeitlich in Walter-Bernius-Straße umbenannt.[10]

  • Trauer um Walter Bernius. Unternehmer u. Mäzen [Lambrecht]. In: Talpost. 11. August 1981.[11]

Einzelnachweise

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  1. Willi Gorzny: Deutsches biographisches Generalregister: Bern-Bonzon. W. Gorzny, 2001, S. 99 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Museumsbahn Kuckucksbähnel. In: kuladig.de. 2023, abgerufen am 22. Januar 2026.
  3. 1 2 Rainer Frank: Museumsbahn Kuckucksbähnel. Bahnlinie Lambrecht (Pfalz) – Elmstein, Bahnlinie Elmsteiner Tal, Dampfzug Kuckucksbähnel. In: KuLaDig (Kultur. Landschaft. Digital.). 2023, abgerufen am 26. Januar 2026.
  4. 1 2 Hans-Dieter Conrad: „Lokschuppen“ auf dem Abstellgleis. In: Die Rheinpfalz. 2. März 2022 (online (hinter Bezahlschranke)).
  5. 40-jähriges Jubiläum Museumsbahn Kuckucksbähnel. In: mittelpfalz.de. 1. Juni 2024, abgerufen am 22. Januar 2026.
  6. 1 2 Annegret Ries: Idylle mit Freizeitcharakter: In der Walter-Bernius-Anlage ist Erholung angesagt. In: rheinpfalz.de. 10. August 2025, abgerufen am 22. Januar 2026.
  7. Werner Schreiner: Wie das Kuckucksbähnel reaktiviert wurde. In: rheinpfalz.de. 4. April 2024, abgerufen am 26. Januar 2026.
  8. Wolfgang Ross: Viel Steine gab’s und wenig Brot. Anmerkungen zur Siedlungsgeschichte Elmsteins. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 13.
  9. Veröffentlicht im Bundesanzeiger, Jg. 33, Nr. 31 vom 3. Februar 1981.
  10. Walter-Bernius-Straße. In: onlinestreet.de. Abgerufen am 22. Januar 2026.
  11. Trauer um Walter Bernius. Unternehmer u. Mäzen [Lambrecht]. In: rpb.lobid.org. Abgerufen am 27. Januar 2026.