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Verdinger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Verdinger
Produktionsland Schweiz
Originalsprache Schweizerdeutsch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen SchmidFilm
Stab
Regie Saschko Steven Schmid
Drehbuch Saschko Steven Schmid
Produktion Saschko Steven Schmid
Musik Johannes Lustig
Kamera Saschko Steven Schmid
Schnitt Daniel Schär

Verdinger ist ein Schweizer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2020 von Saschko Steven Schmid. Der Film behandelt das Schicksal ehemaliger Verdingkinder in der Schweiz und erzählt die Lebensgeschichte von Alfred Ryter, der als Kind im Berner Oberland verdingt wurde. Der Film feierte 2020 seine Premiere und kam am 3. September 2020 in der Deutschschweiz in die Kinos.

Der Dokumentarfilm begleitet Alfred Ryter, der in den späten 1940er-Jahren als sogenanntes Verdingkind bei einer Bauernfamilie untergebracht wurde. Dort musste er schwere körperliche Arbeit verrichten und war Misshandlungen, Hunger und Isolation ausgesetzt. Jahrzehnte später spricht Ryter offen über seine traumatischen Erfahrungen, seine Ängste und die langfristigen psychischen Folgen der Verdingung. Gleichzeitig zeigt der Film seinen Versuch, trotz der Erlebnisse ein selbstbestimtes Leben zu führen.[1]

Der Film thematisiert das historische Kapitel der Verdingkinder in der Schweiz. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurden Kinder aus armen Familien oder schwierigen sozialen Verhältnissen von den Behörden fremdplatziert und häufig als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Verdinger verbindet Zeitzeugenberichte mit atmosphärischen Landschaftsaufnahmen und nachgestellten Szenen, um die Erinnerungen Alfred Ryters filmisch darzustellen.

Verdinger ist Saschko Steven Schmids Debütfilm als Regisseur, für den er auch das Drehbuch geschrieben und die Kamera und die Produktion übernommen hat. Gedreht wurde der Film im Berner Oberland, vor allem im Kiental.[2] Für den Schnitt war Daniel Schär, für die Musik war Johannes Lustig verantwortlich.

Die Anregung für seinen Film erhielt der Regisseur durch das Buch Versorgt und vergessen von Loretta Seglias und Marco Leuenberger, das 2008 erschienen ist und in dem 40 ehemalige Verdingkinder, darunter auch Alfred Ryter, porträtiert wurden. Die Drehzeit der Interviews des Regisseurs mit Alfred Ryter belief sich auf drei Wochen.[2] In den Spielszenen aus dem Leben Ryters mit seiner Familie und mit seinen Erlebnissen als siebenjähriges Verdingkind wurden Laienschauspieler eingesetzt.[3]

Veröffentlichung

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Die Premiere des Films fand 2020 statt. Der Kinostart in der Deutschschweiz erfolgte am 3. September 2020, später auch in der Romandie und im Tessin. Der Film hat eine Laufzeit von 90 Minuten und wurde in Schweizerdeutsch produziert.

Der Film wurde insbesondere für seinen sensiblen Umgang mit dem Thema und die authentischen Schilderungen des Zeitzeugen Alfred Ryter hervorgehoben. Das Schweizer Kulturmagazin arttv bezeichnete den Film als eindrückliches Regiedebüt und betonte die Bedeutung der Zeitzeugenberichte für die Aufarbeitung der Schweizer Geschichte.[4]

Einzelnachweise

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  1. Verdinger – Ein Dokumentarfilm von Saschko Steven Schmid. Abgerufen am 26. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  2. 1 2 Sarah Stutte: «Die Familie hat ihm alles genommen», Interview mit Sachko Steven Schmidt, kath.ch, abgerufen am 26. Mai 2026
  3. Gina Krückl: Verurteilt, verdingt, vergessen persoenlich.com, abgerufen am 26. Mai 2026
  4. Dokumentarfilm Verdinger, ARTTV, abgerufen am 26. Mai 2026