Ursula Bonhoff
Ursula Bonhoff (geborene Ursula Obuch, danach Ursula Reinhold; * 1. Dezember 1930; † 1. Januar 2021) war eine deutsche Filmregisseurin des DDR-Fernsehens.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ursula Obuch begann ihre Theaterkarriere etwa 1949 am Landestheater Wismar als Schauspielerin.[1] Bald danach heiratete sie und nahm den Namen Ursula Reinhold an. Spätestens seit 1955 war sie am Deutschen Theater in Berlin als Schauspielerin tätig, später auch als Regieassistentin bei Wolfgang Langhoff.[2][3]
Ab 1962 trat sie als Nebendarstellerin in mehreren Filmen des Deutschen Fernsehfunks auf.[4] 1964 moderierte sie mehrere Literatursendungen und drehte in diesem Jahr ersten Fernsehfilm als Regisseurin. Es folgten zahlreiche weitere, darunter mehrere Folgen der Krimiserie Der Staatsanwalt hat das Wort. 1973 oder 1974 heiratete sie den Autor Otto Bonhoff (1931–2001), mit dem sie vorher zusammengearbeitet hatte. Ab 1986 drehte sie einige Filme bei der DEFA für das DDR-Fernsehen.
1990 endete ihre Regietätigkeit nach etwa dreißig Filmen. Ursula Bonhoff starb am Neujahrstag des Jahres 2021 im Alter von 90 Jahren.
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Regie
als Ursula Reinhold
- 1964 Das Leben ist lesenswert. Wir stellen neue Bücher vor
- 1964 Kommt uns nicht mit Fertigem ...! Junge Lyriker diskutieren mit ihren Lesern
- 1964 Ankunft eines Stars[5]
- 1965 Nach vielen Jahren
- 1965 La Visite[6]
- 1965 Ein Wort zur rechten Zeit
- 1966 Telegramme aus Übersee
- 1967 Zwanzig Zahnbürsten
- 1967 Zielansprache
- 1967 Der Steckbrief
- 1968 Fahndung nach Musik
- 1969 Der Staatsanwalt hat das Wort: Auf der Rennbahn
- 1969 Der Staatsanwalt hat das Wort: Die Falschmeldung
- 1970 Der Staatsanwalt hat das Wort: Außenseiter
- 1972 Der Staatsanwalt hat das Wort: Vaterschaft anerkannt
- 1973 Der Staatsanwalt hat das Wort: Verurteilt auf Bewährung
- 1973: Nachtredaktion (Kinderfilm)
als Ursula Bonhoff
- 1975 Zum Beispiel Flick
- 1976: Fernsehpitaval: Der Fall Berthold Jacob Salomon
- 1977: Falsch verbunden[7]
- 1977: Leben für das Leben[8]
- 1978: Die Tänzerin mit der Maske (Dokumentarfilm)
- 1979: Anderer Leute Kinder
- 1980: Warschauer Konzert
- 1980: Ungewöhnliche Entscheidung (Dokudrama)
- 1981: Furcht und Elend des Dritten Reiches (Theaterinszenierung, Zweiteiler)
- 1981: Berühmte Ärzte der Charité: Der kleine Doktor (Serie)[9]
- 1982: Berühmte Ärzte der Charité: Das scheinbar Unmögliche[10]
- 1982: Steckbrieflich gesucht
- 1983: Antrag auf Adoption
- 1984: Lebenszeichen
- 1986: Ernst Thälmann (1. Teil, DEFA für Fernsehen, auch Drehbuch)
- 1987: Die letzte Begegnung
- 1987: Glück hat seine Zeit... (DEFA für Fernsehen)
- 1989: Der Staatsanwalt hat das Wort: Millionenerben (DEFA für Fernsehen, auch Drehbuch)
- 1990: Polizeiruf 110: Warum ich … (DEFA für Fernsehen, auch Drehbuch)
- Schauspielerin
als Ursula Reinhold
- 1962 Ist doch kein Wunder
- 1963 Sacco und Vanzetti
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1950: Laienwettbewerb, ein dritter Preis[11]
- 2. März 1979: Literaturpreis des DFD für eine Fernsehreihe über Frauengestalten[12]
- 1983: Heinrich-Greif-Preis II. Klasse im Kollektiv für die Sendereihe Berühmte Ärzte der Charité.[13]
- 6. Oktober 1986: Nationalpreis der DDR II. Klasse im Kollektiv für den Fernsehfilm Ernst Thälmann[14] gemeinsam mit ihrem Mann, Hans-Jürgen Faschina, Georg Schiemann und Erich Selbmann.[15]
- 1988: Theodor-Körner-Preis[16]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nekrolog 2021. In: Das Blättchen, vom 20. Dezember 2021, mit kurzen Informationen
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ursula Reinhold bei IMDb
- Ursula Bonhoff bei IMDb
- Ursula Bonhoff bei filmportal.de
- Ursula Bonhoff Crew United
- Suche nach Ursula Bonhoff. In: Deutsche Digitale Bibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Theater und Film in der Deutschen Demokratischen Republik. Henschel, Berlin 1951, S. 163 (kurzer Auszug), Ursula Obuch, Mecklenburger Str. 8.; auch Theaterdienst, 1950 (Nr.?), S. 6, mit Bericht über eine Inszenierung mit ihr
- ↑ Deutsches Theater. Bericht über 10 Jahre, 1957, S. 276, nannte sie für 1955 im Theaterstück Die Dorfstraße von Alfred Matusche, als Duschenka (Doppelte Besetzung mit Gisela May)
- ↑ Jürgen Schmidt, Ich möchte ich bleiben, 1996, S. 171, erwähnte sie als Regieassistentin am DT in seinen Erinnerungen; auch Neue Zeit vom 20. August 1981, S. 4, erwähnte ihre sechsjährige Tätigkeit am DT unter Wolfgang Langhoff und Wolfgang Heinz
- ↑ Ursula Reinhold bei IMDb
- ↑ Ankunft eines Stars TV Programme, erster Spielfilm von Ursula Reinhold, mit Inhaltsangabe
- ↑ La Visite TV
- ↑ Falsch verbunden Fernsehen der DDR (Memento)
- ↑ Leben für das Leben Fernsehen der DDR (Memento)
- ↑ Der kleine Doktor Fernsehen der DDR (Memento)
- ↑ Das scheinbar Unmögliche Fernsehen der DDR (Memento)
- ↑ Theater der Zeit, 1950 (Nr.? S. ?) (kurzer Auszug), Die dreissig dritten Preise, als Ursula Obuch, Sxhauspielerin, 19 Jahre, Wismar, Landestheater, weitere Preisträger waren ein Schüler, eine Verkäuferin, eine Bibliothekarin usw.
- ↑ Neues Deutschland vom 3. März 1979, S. 4.
- ↑ Neues Deutschland vom 12. März 1983, S. 4.
- ↑ Neues Deutschland vom 7. Oktober 1986, S. 4.
- ↑ Unsere Kultur : DDR-Zeittafel, 1945–1987. Dietz, Berlin 1989, ISBN 3-320-01132-4, S. 401 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Berliner Zeitung vom 12. Februar 1988, S. 7.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bonhoff, Ursula |
| ALTERNATIVNAMEN | Obuch, Ursula (Geburtsname); Reinhold, Ursula (Ehename, erste Ehe) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Filmregisseurin |
| GEBURTSDATUM | 1. Dezember 1930 |
| STERBEDATUM | 1. Januar 2021 |