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Ulrich Planck

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Ulrich Planck (* 10. Januar 1922 in Stuttgart) ist ein deutscher Agrarsoziologe. Seine speziellen Arbeitsgebiete als Hochschullehrer waren Agrar-, Land- und Entwicklungssoziologie. Er vertrat als Abteilungsvorstand und Professor langjährig das Fach ländliche Sozialforschung an der Universität Hohenheim, als Lehrbeauftragter an den Universitäten Bonn und Halle/Saale sowie als Gastprofessor in der Türkei.

Ulrich Planck wurde als Sohn von Ida Planck, geborener Elsenhans, und des Pfarrers Oskar Planck geboren. Er besuchte von 1932 bis 1939 Realgymnasien in Heidenheim und Stuttgart. 1939 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und diente bei der Luftwaffe als Fernaufklärer bis 1945. Nach zweijähriger landwirtschaftlicher Praxis von 1945 bis 1947 begann er 1947 das Studium der Agrarwissenschaften an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim, das er 1950 als Diplom-Landwirt abschloss. Von 1950 bis 1951 war er als Geschäftsführer für den Verein Evangelisches Bauernwerk in Württemberg tätig. Er war dann Leiter des Lehrlingsheimes Gaisbühl bei Reutlingen (1951/52) und des Referates Landjugenduntersuchung beim Bund Deutscher Landjugend, bis er 1956 an die Landwirtschaftliche Hochschule bzw. Universität Hohenheim in Stuttgart zurückkehrte, wo er 1953 zum Dr. agr. promoviert worden war. Dort habilitierte er sich 1963 und erwarb die venia legendi für das Fach Sozialökonomik des Landbaus und ländliche Soziologie. 1965 wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor sowie zum Abteilungsvorstand Agrarsoziologie in Hohenheim berufen. Als Lehrbeauftragter vertrat er dieses Fachgebiet an den Universitäten Bonn und Halle (Saale), als Experte des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) für Rural Employment Problems war er von 1964 bis 1965 in Ägypten (Kairo) tätig. Von 1970 bis 1971 war er Gastprofessor in Ankara in der Türkei. Seine Forschungsschwerpunkte in Westdeutschland und im Vorderen Orient (Iran, Ägypten, Türkei) waren Landjugend, Dorfentwicklung, Agrarreformen und Strukturverbesserung. So verfasste er über 35 Beiträge zur sozialen Situation in der Türkei. Von 1971 bis 1974 war Planck Geschäftsführender Direktor der Fachgruppe Angewandte Sozialwissenschaft der Universität Hohenheim, ab 1975 dort Leiter des Fachgebietes Agrar- und Landsoziologe. Das von ihm mit Joachim Ziche verfasste Standardwerk Land- und Agrarsoziologie entstand in den 1970er Jahren und wurde 1979 verlegt.

Ulrich Planck ist evangelisch, hatte 1950 Susanne Gerhardt geheiratet und lebt in Plieningen. Aus seiner Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor.

Schriften (Auswahl)

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  • Nachwuchslose und auslaufende Betriebe. 1952.
  • Die Lebenslage der westdeutschen Landjugend. 1956.
  • Jugend auf dem Land. 1957; 2. Auflage 1958.
  • Die Verbreitung der landwirtschaftlichen Familiengesellschaften. 1959.
  • Die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in einem iranischen Dorf. 1962.
  • Der bäuerliche Familienbetrieb zwischen Patriarchat und Partnerschaft. Enke, Stuttgart 1964.
  • Rural Employment Problems in the U.A.R. 1969.
  • Landjugend im sozialen Wandel. Juventa, München 1970, ISBN 3-7799-0068-8.
  • Die Landgemeinde. Hannover 1971.
  • Die ländliche Türkei. DLG, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-7690-0255-5 (weitere 35 Beiträge zur sozialen Situation in der Türkei)
  • Iranische Dörfer nach der Bodenreform. Sozialorganisation und Sozioökonomik. Leske, Opladen 1974, ISBN 3-7850-0257-2.
  • mit Joachim Ziche: Land- und Agrarsoziologie. Ulmer, Stuttgart 1979, ISBN 3-8001-2123-9.
  • Situation der Landjugend. Münster-Hiltrup 1982, ISBN 3-7843-0260-2.
  • Landjugendliche werden Erwachsene. 1983.
  • Dorferneuerung und Dorfforschung. Leopold Stocker Verlag, Graz 1986, ISBN 3-900307-20-2.
  • Lage und Probleme der Kinder in der ländlichen Türkei. ALANO, Aachen 1990, ISBN 3-89399-100-X.
  • Evangelische ländliche Volksbildung in Württemberg. 1991.
  • Die Ahnen des Philosophen Karl Christian Planck. Stuttgart 2004, ISBN 3-934464-03-3.
  • Johannes Schwertfeger, Hans-Jürgen Andräs: Bestandsaufnahme zur Erwachsenenbildung, eine empirisch-statistische Untersuchung unter Mitarbeit von Ulrich Planck und Manfred G. Raupp (in der Reihe Bildung in neuer Sicht). Neckar-Verlag, Villingen 1970.
  • Planck, Ulrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 952.
  • Dieter Jauch, Franz Kromka: Agrarsoziologische Orientierungen – Ulrich Planck zum 65. Geburtstag. Ulmer, Stuttgart 1987, ISBN 3-8001-3074-2.
  • Franz Kromka, Gerd Vonderach: Landberichte Nr. 7 Sonderheft, Festschrift Ulrich Planck zum 80. Geburtstag. Shaker, Aachen 2001.
  • Theophil Gerber: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin. Biographisches Lexikon. 4., erweiterte Auflage. NORA, Berlin 2014, S. 584.
  • Ulrich Fellmeth, Kathrin Quast: Die akademischen Lehrer an der Universität Hohenheim 1968 bis 2005. Stuttgart 2006/2007, S. 337–338.